Frauenhaus

Herausforderungen für das Apenrader Krisencenter

Herausforderungen für das Apenrader Krisencenter

Herausforderungen für das Apenrader Krisencenter

Apenrade/Aabenraa
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Das Apenrader Krisencenter hat nicht mehr Platz genug. Das ist nur ein der Herausforderungen, vor denen die Mitarbeiter stehen. (Archivfoto) Foto: Karin Riggelsen

Ein Blick in den Jahresbericht des Apenrader Krisencenters macht stutzig und lässt Fragen entstehen, denn die Berichtszahlen lassen vermuten, dass sich immer weniger Frauen an die Anlaufstelle für Frauen in Not wenden. Das entspreche jedoch nicht der Situation. Im Gegenteil: Der Bedarf werde größer, sagt eine Mitarbeiterin

Das Apenrader Krisencenter ist eine Anlaufstelle für Frauen, die unter häuslicher Gewalt leiden. Die Mitarbeiter dort helfen den Frauen, sich ein neues Leben aufzubauen und die Zeit bis dahin zu überbrücken.

Aus dem neuesten Jahresbericht geht hervor, dass die Belegung des Hauses im vergangenen Jahr bei 72 Prozent lag, gegenüber 87 Prozent im Jahr zuvor und sogar 93 Prozent im Jahr 2016. Und das, obwohl die Plätze für Frauen in Not landesweit mehr geworden sind.

Bedarf größer als zuvor

Doch davon solle man sich nicht täuschen lassen, sagt Tove Lagoni, die hauptamtliche Mitarbeiterin. „Wir hatten Renovierungsarbeiten im und am Haus. Deshalb konnten wir in einem Zeitraum von 14 Tagen keine Frauen und über weitere 14 Tage nur vier Gäste aufnehmen. Die Zahlen im Bericht sind nicht bereinigt. Deshalb wird der Eindruck erweckt, die Belegung liege niedriger“, erklärt sie.

Außerdem konnte vielen Frauen relativ schnell zu einem neuen Leben geholfen werden. So zogen 42 Hausbewohnerinnen im vergangenen Jahr in ein neues Zuhause. 2017 waren das 33 und 2016 „nur“ 26.

„Der Bedarf ist größer als in den Jahren zuvor“, stellt Lagoni deshalb fest.

Ein Porträt der hauptamtlichen Mitarbeiterin des Apenrader Krisencenters, Tove Lagoni
Tove Lagoni ist hauptamtliche Mitarbeiterin des Apenrader Krisencenters. Foto: Hans Chr. Gabelgaard/JV

Neue Herausforderungen

Das Krisencenter steht mit den vielen Bewohnern vor Herausforderungen. „Uns fehlt einfach Raum. Viele der Frauen bringen Kinder verschiedenen Alters mit und dann ist es schwierig, Ruhe einkehren zu lassen. Ruhe, die alle Beteiligten dringend brauchen. Es gibt zu wenig Rückzugsmöglichkeiten für die Erwachsenen und die Kinder“, berichtet die Centermitarbeiterin.

Man sei deshalb im Gespräch mit der Kommune, um möglicherwiese ein größeres Gebäude bekommen zu können. „Doch da sind wir noch in den Anfängen“, erzählt sie.

Doch das ist nicht die einzige Herausforderung, vor der die Mitarbeiterinnen und ehrenamtlichen Helferinnen des Krisencenters stehen. „Wir müssen uns an die technischen Neuerungen anpassen, die mit sich bringen, dass die Frauen von ihren Männern oder Freunden gefunden werden können. Die IT-Sicherheit muss mehr und mehr bedacht werden“, so Lagoni.

Deshalb müssten die Helfer geschult werden, um die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten.

Und auch die Zusammenarbeit mit der Kommune ist komplizierter geworden. „Wo vorher zwei oder vielleicht drei Mitarbeiter zuständig waren sind es jetzt, durch die Spezialisierung, fünf, sechs oder sieben“, sagt Tove Lagoni.

Wer das Krisencenter unterstützen möchte, kann das durch eine Geldspende an Arbejdernes Landsbank unter 5353-0674283.

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