Verabschiedung

Halleluja – welch ein Abschied für Ilse Friis

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Ilse Friis (r.) wurde am Freitag von ihrer Tätigkeit als Rektorin des Gymnasiums verabschiedet. Foto: Karin Riggelsen

Nach 17 Jahren als Leiterin des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig ging die Rektorin Ilse Friis am heutigen Freitag in den Ruhestand.

Für Ilse Friis ist am Freitag am Gymnasium der deutschen Minderheit in Nordschleswig ein Lebensabschnitt zu Ende gegangen. Seit dem Jahre 2000 leitete sie das DGN, doch nun geht sie in den Ruhestand und überlässt die Verantwortung dem neuen Schulleiter, Jens Mittag.

140 Gäste nahmen gestern in der Aula an ihrem Abschiedsempfang teil. Die Vorsitzende des Gymnasiumsausschusses, Sabine Maul, bedankte sich bei Ilse Friis für ihren couragierten Einsatz für und mit den Schülern. „Du kennst wirklich alle deine Schüler“, sagte sie, bevor Lasse Jepsen auf seiner Trompete die Cohen-Hymne „Halleluja“ anstimmte.

Welm Friedrichsen, Vorsitzender des Deutschen Schul- und Sprachvereins, bezeichnete Ilse Friis als Leitfigur eines engagierten Gymnasium-Teams. Sie sei aber auch selbst eine gute Teamplayerin, die sich nicht nur für die Belange des Gymnasiums einsetze, sondern auch für die Schulen, Kindergärten und andere Angelegenheiten in der Minderheit.

Viel Lob

„Du setzt dich nicht nur für deine, sondern für unsere Sache ein“, lobte Welm Friedrichsen. Lob und Dank gab es auch vom Hauptvorsitzenden des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen. „Wenn ich in Kopenhagen, Kiel oder Berlin über die Minderheit berichte, dann hebe ich unsere Schulen, Kindergärten, die Nachschule und vor allem das Gymnasium hervor. Das ist der Sockel unserer Arbeit“, sagte Jürgensen. Das DGN habe dabei einen sehr hohen Stellenwert in der Minderheit.

Darüber hinaus freute er sich, dass Ilse Friis nicht „weg“ sei – sondern nur woanders: Sie werde sich nämlich ehrenamtlich im Trägerverein der deutschen Museen einsetzen und unter anderem, so Jürgensen „viel Arbeit“ mit den Umbauplänen und der Neugestaltung des Museums in Sonderburg haben.
Die dienstälteste Schulleiterin in Nordschleswig und langjährige Kollegin, Anke Tästensen, schätzte die Geradlinigkeit von Friis: „Wir wussten, was wir an dir hatten.“ Auch Tästensen freute sich darüber, dass Ilse Friis sich für die Belange „die uns alle betreffen“ eingesetzt habe: „Das ist eine wichtige und tolle Eigenschaft von dir.“

Gute Zusammenarbeit

Nachschulleiter Jørn Warm bedankte sich für die gute und offene Zusammenarbeit der beiden Schulleiter und freute sich darüber, dass Friis’ Karriere „jetzt erst beginnt“: Sie ist dem Vorstand der Nachschule beigetreten. Büchereidirektorin Claudia Knauer sagte, Friis habe ihr „Soll mehr als erreicht“ und wies auf ein Interview vor 17 Jahren hin, das sie selbst mit Friis für den Nordschleswiger geführt hatte: Damals hatte das Gymnasium 100 Schüler und Ilse Friis wollte die Schülerzahl auf 150 anheben. Jetzt seien es aber fast 200. Knauer fügte dem auch noch als Elternteil (wie auch Tästensen, Jürgensen und Warm) einen persönlichen Kommentar hinzu: „Du hast das DGN zu einem sicheren Ort gemacht, an dem man sich wohlfühlt. Man hatte immer das Gefühl, hier ist jemand, der sich sorgt. Dafür ein Dankeschön.“

Von ihrem Nachfolger Jens Mittag und den Kollegen gab es zur Abba-Melodie „Waterloo“ noch ein Lied, bevor Ilse Friis zum Abschluss einräumte, sie stünde nicht gerne im Mittelpunkt und wäre am liebsten „aus der Hintertür geschlichen“. Ihre Dankesrede beendete sie mit einem „Passt mir auf mein Gymnasium auf“, bevor sie mit lange anhaltendem, stehendem Beifall verabschiedet wurde.

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