Apenrader Hafen

Hafenchef „neutral“ in Sachen Flensburg

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Apenrade/Flensburg
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Hafen Apenrade
Foto: Sarah Heil

Ein neues Gutachten bestätigt dem deutschen Nachbarhafen ein „gutes Wachstumspotenzial“.

„Wir verhalten uns vollkommen neutral in dieser Sache. Das Wichtigste für uns ist, dass so viele wie möglich den Seetransport wählen“, sagt Apenrades Hafendirektor Henrik Thykjær, nachdem ein in der vergangenen Woche veröffentlichtes Gutachten dem – totgesagten – Flensburger Wirtschaftshafen gutes Wachstumspotenzial zuschreibt.

Der Flensburger Hafen hat sehr wohl eine Zukunft, stellt das von der Industrie- und Handelskammer in Auftrag gegebene Gutachten fest.
Der Flensburger Hafen schlägt aktuell 110.000 Tonnen um. Wenn der Flensburger Wirtschaftshafen eine „verlässliche Perspektive“ böte, so das Gutachten, würden befragte Akteure ihren Güterumschlag auf den Seetransport verlagern. Laut Gutachten wäre ein Umschlag von mittelfristig 260.000 Tonnen ja, sogar bis 410.000 Tonnen, möglich, wenn sich Flensburg als Baustoffhafen oder für Düngemittel positionieren würde.

Baustoffe und Düngemittel gehören u. a. zum Portfolio des benachbarten Apenrader Hafens, der sich als verlässlicher, tideunabhängiger, gut ausgestatteter Tiefwasserhafen schon gut hat profilieren können. Im vergangenen Jahr lag die Güterumschlagmenge bei 1,6 Millionen Tonnen.

„Auch wenn der größte Teil der Wirtschaftsaktivitäten des Flensburger Hafens eingestellt werden sollte, wird das keinen großartig merkbaren Einfluss auf den Apenrader Hafen haben“, stellt Hafendirektor Henrik Thykjær auf Anfrage fest.
„Allerdings könnte man natürlich erwarten, dass einige der Flensburger Kunden ihre Güter über andere Häfen in der Region umschlagen, und da liegt es ja auf der Hand, dass es für die Kunden, die primär in Grenznähe aktiv sind, vorteilhafter wäre, den Apenrader Hafen statt z. B. den Kieler Hafen zu benutzen“, so Thykjær.

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