Islam

Große Mehrheit im Gemeinderat für muslimische Gräber auf dem Friedhof

Dominik Dose
Dominik Dose Online-Redaktion
Apenrade/Aabenraa
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Foto: Søren Gylling (jv.dk)

17 von 19 Mitgliedern stimmten für den Vorschlag. 20 bis 30 Grabstellen sollen zunächst eingerichtet werden. Um die finanzielle Beteiligung wird noch diskutiert.

17 von 19 Mitgliedern stimmten für den Vorschlag. 20 bis 30 Grabstellen sollen zunächst eingerichtet werden. Um die finanzielle Beteiligung wird noch diskutiert.

Der Weg für muslimische Gräber auf dem Friedhof in Apenrade ist bereitet. Am Mittwochabend stimmten 17 von 19 Gemeinderatsmitglieder dafür, einen Abschnitt auf dem Kirchenfriedhof für Muslime einzurichten. Für bis zu 150 Gräber ist in dem geplanten Friedhofsabschnitt Platz. Allerdings werde es anfangs weniger Grabstellen geben, sagte die Vorsitzende des Gemeinderates, Sarah Arnkjær, zu JydskeVestkysten.

„Wir werden zunächst wahrscheinlich 20 bis 30 Gräber für Muslime bereitstellen. Das Wichtigste für uns ist nun erst einmal, wie wir das Ganze ordentlich bewerkstelligen“, so Arnkjær. Sie meint damit, dass die Gräber beispielsweise in Richtung Mekka ausgerichtet sein müssen.

Während mit 17 Stimmen eine klare Mehrheit sich für den muslimischen Friedhof ausgesprochen hat, enthielt sich eine Person und die stellvertretende Vorsitzende, Inga Hedegaard stimmte dagegen – aus finanziellen Gesichtsgründen, wie sie sagt. „Ich habe nichts dagegen, dass Muslime auf dem Apenrader Friedhof begraben werden. Aber ich bin in den Gemeinderat eingetreten und habe dafür unterschrieben, dass ich dazu beitragen werde, das Leben in der Kirche und das Wachstum zu fördern“, so Hedegaard. Sie stelle sich in diesem Fall die Frage, ob dieser Beschluss dem kirchlichen Wachstum helfe, wenn der Friedhofsbereich für Menschen erweitert werden müsse, die kein Kirchgeld bezahlen.

Ein Punkt der auch für die Pastorin der deutschen Gemeinde in Apenrade, Anke Krauskopf, ein wichtiger Punkt ist. Sie freut sich über den Beschluss des Gemeinderates. „Für mich gibt es keine zwei Meinung, dass dies richtig ist. Für uns im Friedhofsausschuss ist es aber auch wichtig, dass sich die Muslime an die Regeln halten, etwa was Gebühren angeht – wie alle anderen Bürger in Apenrade auch“, so Krauskopf zum Nordschleswiger. Die Muslime wünschen sich ihrer Aussage nach einen eigenen Ort für ihre Trauerzeremonie. Auf der anderen Seite verzichten sie auf einen eigenen Waschplatz, da sie diese Prozedur im Krankenhaus machen können.

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