Street View

Das Google-Auto ist in Nordschleswig unterwegs

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Ein Google-Auto in Deutschland. Foto: dpa

Zeit, den Vorgarten aufzuräumen: Die Google-Autos sind wieder unterwegs. Sie fahren um die Welt und fotografieren sie aus der Straßenperspektive. Dieser Tage offenbar auch im Grenzland.

Seit rund zehn Jahren macht der amerikanische Konzern Alphabet es mit seinem Produkt Google Street View möglich, einen Großteil der Welt per Mausklick oder Fingerwisch digital zu bereisen. 360-Grad-Bilder, einst noch etwas schwammig, inzwischen hochauflösend, aufgenommen mit auf Autos und anderen Fahrzeugen montierten Kameras, sorgen dafür.

In Deutschland haben Bürger und Datenschützer Google bisher von flächendeckenden Aufnahmen außerhalb der großen Metropolen abgehalten. Doch dieser Tage fährt das Google-Auto auch durch Flensburg, Nordfriesland, Dithmarschen und Co. Und obwohl es auf der offiziellen Google-Seite nicht bekannt gemacht wurde, war am Wochenende auch ein Google-Auto mit Kamera auf dem Dach in der Kommune Apenrade unterwegs.

Für die Fans des Services höchste Zeit – schließlich stammen die Bilder aus Nordschleswig derzeit größtenteils aus dem Jahre 2009, sind also schon neun Jahre alt. In Apenrade steht bei Google zum Beispiel noch das alte Medienhaus, und wo seit Jahren das Opnør-Haus steht, ist bei Google Street View noch Brachland zu sehen.

In Kopenhagen wird auch die Luftqualität gemessen

Auch auf Seeland sind die Google-Autos derzeit unterwegs. In Kopenhagen arbeitet der Konzern derweil mit der Kommune zusammen, um die Luftqualität in den Straßen zu messen, berichtet TV2 Lorry. In den USA hat Google bereits Erfahrung mit der Messung der Luftqualität in Städten, Kopenhagen ist nun der erste Ort außerhalb der Staaten, an dem dieser Service angeboten wird.

Im April war bekanntgeworden, dass im Großraum Kopenhagen an 1.066 Orten die Grenzwerte der EU für Stickstoffoxide überschritten werden.

Während Deutschland bisher in Sachen Street View noch Entwicklungsland ist, sind in Dänemark und anderen Ländern selbst abgelegene Orte detailliert abfotografiert. Und bereits im vergangenen Herbst sollte es in Nordschleswig mit neuer Technik noch genauer werden. Hier wollte Google in den Kommunen Apenrade, Sonderburg und Tondern unterwegs sein. Offenbar wurden die Amerikaner nicht ganz fertig und knipsen nun einige Straßen nach.

Wer dem Auto begegnet, braucht sich übrigens nicht unbedingt zu verstecken: Gesichter werden automatisch unkenntlich gemacht, ebenso wie Nummernschilder. Kritik gibt es jedoch daran, dass Merkmale wie Kleidung und Körperhaltung weiter erkennbar sind.

Google ist übrigens nicht nur im Auto unterwegs. Wie das Unternehmen schreibt, gibt es auch Street-View-Schneescooter, Rucksäcke für unzugängliche Gegenden, Trolleys für zum Beispiel Museen, und ein Dreirad für enge Gassen.

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