Gesundheit

„Gesundheitstag“ für ein längeres Leben

„Gesundheitstag“ für ein längeres Leben

„Gesundheitstag“ für ein längeres Leben

Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Beim „Feel-Good-Dance“ mit viel Spaß Foto: Karin Riggelsen

14 Jahre weniger Lebenszeit haben geistig behinderte Menschen. Oftmals ist Bewegungsmangel dafür verantwortlich. Um das zu ändern, hat sich die Organisation „LEV“ etwas einfallen lassen.

Geistig Behinderte haben im Durchschnitt 14 Lebensjahre weniger als ihre nicht behinderten Mitmenschen. Meist fehlt es diesen Menschen an Bewegung. Das äußert sich in den dafür typischen Folgekrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes, die zu einem früheren Tod führen. Das geht aus Untersuchungen der Sozialbehörde hervor.

Um das zu bekämpfen hat die Behindertenorganisation „LEV“ geistig Behinderte aus der ganzen Kommune Apenrade zum „Gesundheitstag“ in die Sportstätte „Arena Aabenraa“ eingeladen. Der findet am Dienstag, 26. November, statt.

Bewegung für den Alltag

„Wir wollen den behinderten Menschen zeigen, dass Bewegung Spaß machen kann“, erklärt Dorthe Madsen, Vorsitzende des Apenrader Vereins „Godt Gået“. Die Erfahrungen, die die geistig Behinderten während des „Gesundheitstages“ machen, sollen dazu anregen, selbstständig Bewegung in den Alltag zu integrieren. Das soll zu besserer – und vor allem längerer – gesunder Lebenszeit führen.

„Viele wissen außerdem nicht, dass auch die Kommune spezielle Angebote für die Behinderten macht. Solche Angebote lernen sie hier kennen und können sich, wenn es ihnen Spaß macht, dazu anmelden“, hofft Madsen.

Zu wenig Zeit

Ein weiterer Grund für fehlende Bewegung ist bei den Mitarbeitern in den Wohneinrichtungen zu finden. „Die haben nicht genügend Zeit, sich darum zu kümmern, dass die Bewohner ausreichend Bewegung bekommen“, berichtet Magny Jønch, Vorstandsmitglied beim Apenrader Bezirksverband des „LEV“. Tanzen, Schießen, Boccia, Handball und Stuhlgymnastik stehen zur Auswahl.

Die Bewegungsangebote beim „Gesundheitstag“ sind vielfältig: Spinning, Tanzen, Schießen, Boccia, Handball und Stuhlgymnastik standen zur Auswahl. Zuvor wärmten sich die Teilnehmer jedoch auf. Nach den Anweisungen einer Fitnesstrainerin und begleitet von heißer Musik, hieß es, erst langsam hüpfen, dann die Arme in die Höhe recken, um dann armereckend zum Takt der Musik zu hüpfen. Und das schien bei den Teilnehmern anzukommen. Überall erschallte Lachen, und Gesichter strahlten vor Freude.

Gemeinschaft schaffen

170 geistig Behinderte und ihre Betreuer füllen die Hallen der Arena Aabenraa. Alle tragen ein grünes T-Shirt. Das schaffe Gemeinschaft, erklärt Jønch. Und das sei ein weiterer Grund, dass der Tag veranstaltet werde. „So lernen sich die Leute aus Wohnstätten der ganzen Kommune kennen und verbringen eine schöne Zeit zusammen. Vielleicht entstehen dabei auch Freundschaften“, hofft sie.

Die Veranstaltung fand zum ersten Mal statt und wurde von Vertretern der Organisation „LEV“, „Godt Gået“, „Møllemærsk“ und „Klub Syd“ organisiert.

„Und wir hoffen natürlich, dass es nicht das letzte Mal sein wird, dass wir den `Gesundheitstag´ durchführen können“, sind sich Magny Jørch und Dorthe Madsen einig. Das soll jedoch eine Befragung unter den Teilnehmern zeigen, die im Anschluss durchgeführt wird.

Spinning fand unter Anleitung von Arena Aabenraa-Trainerin Birgitte Junker statt. Sie „heizte“ den Teilnehmern mit fetziger Musik ordentlich ein und brachte sie ins Schwitzen. Foto: Karin Riggelsen
Auch Handball stand zum Ausprobieren im Angebot. Foto: Karin Riggelsen
Mehr lesen

Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Messerschmidt-Manöver“