Ringreiterfrokost in Apenrade

Frokostspagat: Vom grünen Gold bis zur Fake News

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Apenrade/Aabenraa
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Beim Apenrader Ringreiterfrokost dürfen Frauen mitfeiern – in Sonderburg nicht: Die Apenraderinnen waren von Anfang an in bester Laune. Foto: Paul Sehstedt

1.684 Frokostgäste waren am Montag beim in Apenrade von Sekunde eins an in Feierlaune. Seniorenministerin Thyra Frank (LA) war zum ersten Mal dabei.

1.684 Frokostgäste waren am Montag beim in Apenrade von Sekunde eins an in Feierlaune. Seniorenministerin Thyra Frank (LA) war zum ersten Mal dabei.

So eilig hatten es die Teilnehmer am traditionellen Ringreiterfrokost selten, pünktlich ins Zelt zu kommen: Punkt 12 Uhr ergoss sich ein heftiger Regenschauer über Apenrade. Die dicken Tropfen pladderten aufs Zeltdach nahezu im Takt zur Musik des „Hausorchesters“ O. S. 3.

Es bedurfte schon eines lautstarken Saluts aus der Konfettikanone, damit sich der Vorsitzende des Apenrader Ringreiterkomitees, Hans Jørgen Jessen, bei 1.684 gut gelaunten Frokostgästen einigermaßen Gehör verschaffen konnte, um seine kurze Begrüßung zu sprechen und Königin Margrethe neunmal hochleben zu lassen, nachgefolgt von einer lautstark intonierten königlichen Nationalhymne „Kong Christian stod ved højen mast“. O.S.3 übernahm wieder das Geschehen und während einige noch ihre Vorspeise aßen, standen die ersten schon schunkelnd auf den Stühlen.

Der erste Mal für die Seniorenministerin

Für viele aktuelle und ehemalige Folketingspolitiker und Minister ist der Apenrader Ringreiterfrokost eine Einladung, die sie immer wieder gerne annehmen. Zum ersten Mal dabei war in diesem Jahr Seniorenministerin Thyra Frank von der Liberalen Allianz (LA.).

Kleine Sticheleien kennzeichnen die offiziellen Reden und da kleine Geschenke die Freundschaft erhalten, hatte Ringreitervorsitzender Jessen Bürgermeister Thomas Andresen (V) einen großen Beutel Grassamen mitgebracht. Er verknüpfte das Geschenk mit der Hoffnung, dass der Tierschauplatz im kommenden Jahr dann hoffentlich auch schön Grün sein würde. Die Drainage des renovierten Festplatzes musste an diesem Wochenende schon ihre Bewährungsprobe bestehen. Es regnete am Freitag wie aus Kübeln. Weil alle mit anpackten, war der Platz zumindest begehbar. Doch nicht nur der Bürgermeister erhielt Grassamen; für jeden Teilnehmer hatte das Ringreiterkomitee kleine Beutel mit „Grünem Gold“ vorbereitet und alle kamen der Aufforderung nach, den Beutel noch im Festzelt zu entleeren, damit im kommenden Jahr auf grünem Rasen statt auf braunem Erdreich gefeiert werden kann.

Bürgermeister Thomas Andresen revanchierte sich mit Staubmaske und Haarschutz bei Jessen; er zeigte sich nämlich überzeugt, dass die neue Entwässerungsanlage so gute Arbeit leisten wird, dass es im kommenden Jahr auf dem Platz stauben wird. Und wenn nicht: „Die Schutzhaube lässt sich auch als Bademütze nutzen“, so Andresen.

Fake News

Der Vorsitzende des Sonderburger Ringreitens, Jes Andersen, war das primäre „Opfer“ der Sticheleien seiner Vorredner. Daran habe er sich seit den vielen Jahren aber schon gewöhnt, sagte er, und außerdem könnten sie ihm nichts anhaben. „Fake News“ seien kein neues Phänomen. Die gebe es schon, bevor Donald Trump US-amerikanischer Präsident wurde. Immer wieder behaupte sein Amtskollege Jessen, das Apenrader Turnier das größte Ringreiten der Welt sei – „zuletzt in seiner Begrüßung“, so Andersen. Das sei schlichtweg eine falsche Nachricht, die nicht dadurch richtig wird, indem man sie ständig wiederholt. Das Sonderburger Ringreiten ist das größere der beiden. Jes Andersen hatte zwar kein persönliches Geschenk mit, konnte aber die frohe Botschaft überbringen, dass die in Sonderburg ansässige Korn- und Futtermittelhandlung Ewers, die am Apenrader Hafen „kleinere Silos“ hätte, einmal Dünger sponsern wird. – Trotz des enormen Geräuschpegels im Festzelt wurde diese Nachricht mit großem Beifall belohnt.


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