Sønderjysk Tattoo

Eine Freude für Auge und Ohr

Gesche Picolin
Gesche Picolin Journalistin
Apenrade/Aabenraa
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Marchingband MBV aus Maastricht: Das Thema des „Paten“ begleitete diese Szene, als eine Flötistin ihre Kollegen mit dem Instrument „erstochen“ hatte. Foto: Riggelsen

Was für ein Spektakel, das Sønderjysk Tattoo! Auch in diesem Jahr durften im Park von Schloss Brundlund wieder einige der besten Marchingbands Europas ihr Können unter Beweis stellen.

Was für ein Spektakel, das Sønderjysk Tattoo! Auch in diesem Jahr durften im Park von Schloss Brundlund wieder einige der besten Marchingbands Europas ihr Können unter Beweis stellen.

Ein Hingucker und -hörer war die Maastrichter Marchingband MBV. Eine Band voller Humor und musikalischem Können, deren Formations„tanz“ Seinesgleichen sucht. Und fantasievoll sind sie, deren Durchschnittsalter bei 21 Jahren liegt (wir berichteten). In einer Aktion brach eine Flötistin aus und „erstach“ mit ihrer Piccoloflöte den Dirigenten, der ging zu Boden. Nach und nach „ermordete“ sie die Hälfte des Orchesters. Die übrige Hälfte spielte das Thema aus dem Film „Der Pate“, und um die Spannung zu erhöhen wurde eine Modulation vorgenommen, was dem Musikstück eine etwas andere Farbe gab.

30 Gebirgsjäger aus Italien

Aus den italienischen Alpen kam das absolute Highlight des diesjährigen Tattoos: Die etwa 30 Gebirgsjäger von der „Bersaglieri Military Band“. Deren Spezialität: Im Laufen zu musizieren. Faszinierend, dass da keiner aus der Puste kam oder sich gar verschluckte. Alle im schwarzen Kampfanzug und lustiger „Tarnkappe“: Einem markanten schwarze Federhut. Unsäglich virtuose Trompetensoli wurden geschmettert – zum Niederknien schön. Letzter ausländischer Gast war aus der Ukraine das Orchester „194. Pontoon Engineering Military Band“. Hier spürte man Zucht und Ordnung, sind sie doch gewohnt, bei Staatsbesuchen zu spielen. Auch dieses Orchester hatte eine Kampfszene vorbereitet, einen Boxkampf zwischen zwei ungleichen Partnern. Auch voller Humor und Fantasie. Ein Jubiläum in eigener Sache konnte Arenachef Chris Christensen feiern, es war sein 20. Sønderjysk Tattoo.

Auch Søværnets Tambourkorps unter Leitung von Martin Dolleris bewies Humor, in einer Aufstellung sah es für die Besucher der Haupttribüne so aus, als schossen die Tubas und Posaunen aufeinander, akkustisch unterstützt von den nicht sichtbaren Trommeln.. Ein „totgeglaubter“ Kadett wurde dank der Becken, in einer Szene als Elektroschock-Defibrillator eingesetzt, wiederbelebt. Auch Dario Campeotto, der Stargast des Abends, begeisterte im Zusammenspiel mit Søværnets Tambourkorps.

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Gwyn Nissen Chefredakteur