Lokalpolitik

Fallende Schülerzahlen an kommunalen Schulen

Fallende Schülerzahlen an kommunalen Schulen

Fallende Schülerzahlen an kommunalen Schulen

Apenrade/Aabenraa
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Die Zahl der Schülerinnen und Schüler in der Kommune Apenrade fällt. Foto: Kommune Apenrade

Der zuständige Ausschuss der Kommune hat eine Erklärung für die Entwicklung. Für die deutschen Schulen trifft das allerdings nicht zu – hier sind die Zahlen stabil.

„Die geburtenschwachen Jahrgänge machen sich bemerkbar – und das tut weh“, sagt Kirsten Nørgård Christensen (Venstre), Vorsitzende des Kinder- und Ausbildungsausschusses der Kommune Apenrade, kurz nach der jüngsten Sitzung.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Schüler in der Kommune Apenrade um 195 gefallen. Das entspricht einem Minus von 3,5 Prozent. Den größten prozentualen Schülerverlust musste dabei die kommunale Schule in Kollund verknusen: 13 Prozent weniger Schülerinnen und Schüler sind dort in diesem Schuljahr angemeldet. Die Schule in Bülderup/Bylderup hatte das größte Minus: 29 Kinder sind dort für das Schuljahr 2020/21 angemeldet.

Wir bekommen nun die Auswirkung der geburtenschwachen Jahrgänge zu spüren.

Kirsten Nørgård Christensen, Ausschussvorsitzende

„Wir bekommen nun die Auswirkung der geburtenschwachen Jahrgänge zu spüren“, erklärt Nørgård Christensen den Schwund.

In den Schulen in der deutschen Minderheit in der Kommune treffe das jedoch nicht zu, sagt die Ausschussvorsitzende weiter. Eine Erklärung konnte jedoch weder sie noch Ausschusskollege Povl Kylling Petersen (Soz.) oder der zuständige Direktor Chriss Mailandt-Poulsen geben.

Schulrätin hat Antworten

Für Schulrätin Anke Tästensen, zuständig für die deutschen Schulen in Nordschleswig, gibt es jedoch zwei gute Gründe, warum die Schulen der deutschen Minderheit stabile und zum Teil sogar steigende Schülerzahlen vorweisen können: Ihrer Meinung nach sind es der rote Faden in der Pädagogik vom Kindergarten bis in die Schule, der die Eltern überzeugt, und vor allem die engagierten Pädagogen und Lehrer, die dafür sorgen, dass Eltern für ihre Kinder die deutschen Schulen wählen. Das erklärte sie in einem Gespräch mit dem „Nordschleswiger“.

Gefahr für kleine kommunale Schulen

Sorgen bereiten den Lokalpolitikern jedoch die kleinen Kommunalschulen in Gjenner/Genner und Rapstedt/Ravsted, denn die ohnehin kleinen Schulen mit geringer Schülerzahl kosten die Kommune viel Geld. „Uns ist jedoch wichtig, das Angebot in den kleinen Ortschaften aufrechtzuhalten. Wenn dort gute pädagogische Arbeit geleistet wird, werden wir auch versuchen, diese weiterhin zu gewährleisten“, so Kirsten Nørgård Christensen. Doch Nørgård Christensen und Kylling Petersen warnen: „Wenn die Eltern sich von den örtlichen Schulen abwenden und sie ihre Kinder an einer anderen, größeren Schule anmelden, dann müssen wir letztlich als Konsequenz die kleinen Schulen schließen.“

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