Testreihe

Dummy plumpst 200 Mal in die Rettungsinsel

Paul Sehstedt
Apenrade/Aabenraa
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Foto: Paul Sehstedt

Viking Life Saving Equipment testet neue Rettungsausrüstung auf der Apenrader Förde und im Gammelhavn.

Ein Dummy hat weder Kopf noch Gliedmaßen, ist geschlechtslos, wiegt aber 85 Kilogramm. Es ist ein wichtiger Teilnehmer in einer Testreihe, die der Seerettungsausrüster Viking Life Saving Equipment aus Esbjerg auf der Apenrader Förde und im Gammelhavn in dieser Woche vornimmt, um einen neuen Typ Rettungsinsel auf Herz und Nieren zu prüfen.

Die Versuchsperson ist nur ein grauer Sack, der 200 Mal mit einem Kran in fünf Meter Höhe gehievt wird, um dann vom Kranhaken gelöst auf die leuchtfarbene Rettungsinsel herunterzufallen.

Mona Rasmussen registriert jeden Vorgang mit einem Handzähler: „Da unser neues Produkt 200 Personen aufnehmen kann, testen wir die Haltbarkeit der Außenhaut gründlichst“, erläutert sie den Testvorgang. Zusammen mit zwei Kollegen und einem Mobilkran steht sie am Gammelhavn, während eine zweite Rettungsinsel vollbeladen mit 17 Tonnen Ballast auf der Förde herumschippert. Das Hafenboot begleitet die Testfahrt und hat weitere Ingenieure sowie Tester an Bord.

Die auf Herz und Nieren getestete Rettungsinsel. Foto: Paul Sehstedt

„Unser neues Model ist viel kompakter als die herkömmlichen Rettungsinseln und Beiboote“, erklärt Mona Rasmussen. „Sie sind viel platzsparender und erlauben so bessere Aussicht von den Kabinen der Kreuzfahrschiffe, für die sie speziell entwickelt werden. Vier Einheiten bilden einen Verband, der dann über 800 Personen aufnehmen kann.“ Im Ernstfall wird der Verband in die See gekippt und liegt nach zwanzig Sekunden voll aufgepumpt im Wasser, bereit die Passagiere aufzunehmen.

Jede einzelne Rettungsinsel hat einen Elektromotor in der einen Ecke und so lässt sich der Verband problemlos in alle Richtungen manövrieren. Die Laufkapazität beträgt zwölf Stunden.
Viking Life Saving Equipment ist Weltmarktführer im Bereich maritimer Rettungs- sowie Schutzausrüstung und beschäftigt global rund 1.800 Mitarbeiter.

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