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„In Dänemark ist das Testen viel einfacher“

„In Dänemark ist das Testen viel einfacher“

„In Dänemark ist das Testen viel einfacher“

Apenrade/Sandskær
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Till Stüber (r.) mit seiner zukünftigen Ehefrau Janina und Tochter Finja sind froh, „mal wieder rausgekommen zu sein“. Foto: Jan Peters

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Nach langer Überlegung und viel Recherchearbeit sind Till Stüber und seine Familie auf einen Campingplatz bei Apenrade gefahren. Trotz des Aufwandes haben sie den Urlaub nicht bereut und haben nun Tipps, wie der Urlaub in Dänemark klappt und wie man sich im Königreich regelmäßig und kostenlos testen lassen kann.

„Wir haben schon lange überlegt, ob wir in den Urlaub nach Dänemark fahren“, sagt Till Stüber. Der junge Mann ist seit der vergangenen Woche mit seiner Lebensgefährtin Janina Degen und der gemeinsamen Tochter Finja auf dem Campingplatz „Sandskær Strandcamping“ auf der Halbinsel Loit (Løjtland). Dort steht ganzjährig der Wohnwagen der kleinen Familie.

Die drei sind Skandinavien- und Angelfans und haben schon viele Ferien in Dänemark, Schweden und Norwegen verbracht. Im Herbst vergangenen Jahres waren sie, bis jetzt im Mai, das letzte Mal auf dem Platz und haben ihren Wohnwagen für die Winterpause fertig gemacht. „Und dann kam der Corona-Lockdown, und wir konnten nicht mehr über die Grenze“, berichtet der Hamburger.

Sinkende Corona-Zahlen

Sonst fährt die kleine Familie jedes zweite Wochenende auf den Campingplatz und verbringt dort die Zeit, unter anderem mit Fischen, der großen Leidenschaft des 34-Jährigen. Die Kurzurlaube und auch die sonst auf dem Platz verbrachten Ferienwochen im Frühjahr fehlten den Hamburgern, die im Stadtteil Bergedorf an der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein und Niedersachsen leben.

Doch es war nicht einfach, die aktuellen Regeln zu finden.

Till Stüber, Dänemarkurlauber

Dann sanken die Corona-Infektionszahlen in Dänemark und auch in Deutschland. Till Stüber und Partnerin Janina überlegten, ob sie es nicht doch wagen sollten, über die Grenze auf den Campingplatz zu fahren. „Doch es war nicht einfach, die aktuellen Regeln zu finden“, berichtet Till. Mithilfe eines Freundes in Dänemark und Sandskær-Campingplatzbesitzer Jesper Langschwager gelang es jedoch, die geltenden Richtlinien ausfindig zu machen.

Für die Hamburger bedeutete das, auf dem Campingplatz in Quarantäne zu gehen. „Für zehn Tage hätten wir uns isolieren müssen, doch mit einem negativen Test geht das auch früher“, sagt Till. „Vorzeitig aus der Quarantäne befreit wird man nur, wenn nach vier Tagen ein PCR-Test gemacht wird.“

Wo können sich Urlauber testen lassen?

Doch dabei stießen sie erneut auf eine Hürde: „Wo können sich Urlauber testen lassen?“, lautete die Frage. „Wir sind dann auf die Seite des Staatlichen Serum Instituts gelangt, wo es Informationen dazu gibt. Die sind allerdings auf Englisch“, erklärt Janina. Das Staatliche Serum Institut (Statens Serumsinstitut, SSI) gibt täglich neue Informationen zur Corona-Lage heraus. Über die Internetseite des Instituts (www.ssi.dk) gab es den Hinweis auf die Internetseite www.covidresults.dk, über die sich Urlauber registrieren und Corona-Tests buchen können. „Als wir das wussten, war dann alles eigentlich ganz einfach“, sagt die 38-Jährige. Erst mal dort registriert, bekommen die Urlauber einen sogenannten QR-Code zugewiesen, mit dem sie sich beim Testcenter der Wahl registrieren können.

Die kleine Familie hat es sich auf dem Campingplatz gutgehen lassen. Foto: Jan Peters

„Das ist alles so gut organisiert. Wir hatten zum Test einen Zettel vorbereitet mit unseren Namen, Geburtsdatum und unserer Telefonnummer, und schon konnten wir uns testen lassen“, berichtet Till. Das Ergebnis ist, mit dem zuvor kreierten eigenen Zugang, über das Internet abrufbar.

Auch schon in Hamburg hatte sich die Familie testen lassen. „Wir wollten an der Grenze keine Probleme bei der Einreise bekommen und hatten neben den negativen Testergebnissen den Mietvertrag für unseren Campingplatz als Beleg und natürlich unsere Pässe dabei“, erklären die beiden. An der Grenze habe es keine Probleme gegeben berichten sie.

Aufwand hat sich gelohnt

Der Aufwand habe sich jedoch voll gelohnt, sind sich die beiden einig. „Einfach mal rauszukommen und wieder andere Luft zu schnuppern ist den Aufwand wert“, findet Till und wird dabei vom Rest der Familie unterstützt.

Doch mit den bisherigen Tests, die Familie hat sich außerdem bei ihrem Aufenthalt regelmäßig im Rothenkruger Testcenter testen lassen, ist der „Testmarathon“ noch nicht beendet, denn nach der Rückkehr nach Hamburg müssen sich die drei erneut in häusliche Isolation begeben, bis sie sich mit einem selbst zu zahlenden Test „freitesten“ lassen können.

„In Dänemark ist das Testen viel einfacher“, so das Fazit des Bergedorfers.

Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner dürfen übrigens ab Freitag wieder frei nach Dänemark ein- und ausreisen.

Die dreijährige Finja beim Angeln am Strand des Campingplatzes Foto: Privat
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Leitartikel

Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
„Mission ,neuer Hermann’“