Coronavirus

Bürgermeister: Keine großen Öffnungserwartungen

Bürgermeister: Keine großen Öffnungserwartungen

Bürgermeister: Keine großen Öffnungserwartungen

Apenrade/Aabenraa
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Bürgermeister Thomas Andresen war an der Konferenz von Apenrade aus per Video zugeschaltet. Foto: Karin Riggelsen

Vier Minister und 98 Bürgermeister haben sich am Montagmorgen per Videokonferenz getroffen, um eine mögliche Wiederöffnung zu besprechen. Thomas Andresen berichtet.

Große Erwartungen habe er nicht, sagt der Apenrader Bürgermeister Thomas Andresen nach dem virtuellen Treffen mit Gesundheitsminister Magnus Heunicke, Justizminister Nick Hækkerup, Kinder- und Unterrichtsministerin Pernille Rosenkrantz-Theil und Ausbildungs- und Forschungsministerin Ane Halsboe-Jørgensen. Die vier Ministerinnen und Minister hatten sich am Montagmorgen mit den 98 Bürgermeistern des Landes zu der Videokonferenz getroffen, um die Wiederöffnung (Genåbning) Dänemarks nach dem Corona-Shutdown zu besprechen.

Enttäuschung beim Bürgermeister

Mit dieser Erwartung ging jedenfalls Andresen in die Konferenz. „Doch es war anders, als erwartet“, erklärt er kurz nach dem Ende des virtuellen Treffens gegenüber dem „Nordschleswiger“. Statt Gespräche über mögliche Lockerungen, wollten die vier Ministerinnen und Minister sich von den Bürgermeistern von der Lage in den Kommunen berichten lassen. „Ich hatte mir dagegen mehr Informationen über die Wiederöffnung erhofft“, so Andresen enttäuscht.

Thema Schulöffnung

Ein großes Thema bei dem Treffen sei die Öffnung der Volksschulen für alle Schüler gewesen, berichtet Thomas Andresen. „Schüler und Lehrer sollen zweimal in der Woche auf das Virus getestet werden.“ Wie sich das nun umsetzen lassen kann, daran arbeiten Mitarbeiter der Kommune derzeit.

Wir müssen jeweils 6.000 Tests durchführen. Ich kann mir grad nicht vorstellen, dass wir von Tag Eins an mit 100 Prozent fahren können.

Bürgermeister Thomas Andresen (Venstre)

„Wir müssen jeweils 6.000 Tests durchführen. Ich kann mir grad nicht vorstellen, dass wir von Tag Eins an mit 100 Prozent fahren können“, sagt der Bürgermeister. Konkret rechnet er mit einer stufenweisen Öffnung, bei der nur ein Teil der Schüler in der Schule ist, während der andere zu Hause ist. „Uns steht eine große Aufgabe bevor.“

Aufmerksam wurden jedoch auf die Wünsche und Probleme der Kommunaloberhäupter von den vier Volksvertretern in Kopenhagen entgegengenommen. Die sollen nun von Experten und einer sogenannten Einsatzgruppe zur Wiederöffnung diskutiert und mit dem Gesundheitsminister sowie dem Justizminister besprochen werden. Am Mittwoch wird die Regierung dann mögliche Lockerungen bekannt geben.

Wunsch nach besserer Information

Für Andresen sei es besonders wichtig gewesen, die Ministerinnen und Minister wissen zu lassen, dass Informationen schneller herausgegeben werden müssen, damit Zeit zur Umsetzung bleibe. Viele Bürger und Arbeitnehmer aus Deutschland seien beispielsweise durch die plötzlich bekannt gegebenen Grenzschließungen überrascht worden. „Das war für viele frustrierend und ich wünsche mir für die Zukunft bessere Instruktionen, denen man nachkommen kann, besonders als Bürger.“

Wunsch nach lokalen Corona-Maßnahmen

Außerdem hofft Thomas Andresen, dass es lokale Lockerungen der Corona-Restriktionen geben wird. „Es muss möglich sein, individuell zu reagieren. So ist die hohe Inzidenzzahl in Apenrade einem Ausbruch in einem Kindergarten geschuldet. Darauf muss reagiert werden, aber eben auch mit lokalen Restriktionen. Es ist nicht gerechtfertigt, eine ganze Kommune stillzulegen, wenn es einen begrenzten Ausbruch gibt“, findet Thomas Andresen.

Er ist nun gespannt, zu welchen Entscheidungen die Regierung kommt, die diese am Mittwoch bekannt geben wird.

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