Blaulicht

Brückenwurf: Polizei sucht nach weiteren Zeugen

Brückenwurf: Polizei sucht nach weiteren Zeugen

Brückenwurf: Polizei sucht nach weiteren Zeugen

Apenrade/Aabenraa
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Vor rund zwei Jahren gab es bereits einmal Probleme durch Steinewerfer an genau dieser Stelle. Foto: Claus Thorsted/JV

Ein Passant hat kurz nach der Tat zwei schwarz gekleidete Jugendliche auf dem Vestvejen gesehen. Sie waren allerdings ethnisch dänischer Physiognomie. Haben die Ballwerfer den arabischen Akzent womöglich nur gespielt?

Die Polizei ist auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen, um die Ballwerfer zu ermitteln, die in der Nacht zu Montag von einer Fahrradbrücke über den Camma Larsen-Ledets Vej in Apenrade einen weißen Fußball auf ein fahrendes Auto eines Wachunternehmens warfen. Die Windschutzscheibe erhielt dadurch einen Sprung. Anschließend wurde der Wachmann auch noch mit Feuerwerkskörpern beschossen.

Der Wachmann selbst hat angegeben, vier bis fünf schwarz gekleidete männliche Jugendliche mit Kapuzenshirts im Alter von 14 bis 17 Jahre gesehen zu haben. Sie sprachen Dänisch, womöglich mit arabischem Akzent.

War der Akzent womöglich nur aufgesetzt?

Dieser Akzent könnte auch nur aufgesetzt gewesen sein, denn ein anderer Zeuge hat sich inzwischen bei der Polizei gemeldet. Er hat kurz nach der Tatzeit (gegen 4 Uhr) auf dem Vestvejen aus nördlicher Richtung – womöglich von Hohe Kolstrup – kommend zwei dunkel gekleidete Jungen der gefragten Altersklasse mit Kapuzenshirts gesehen. Allerdings hatten sie eine ethnisch dänische Physiognomie und keine arabische oder die einer anderen Ethnie.

Die Polizei sucht deshalb nach weiteren Zeugen, die vor oder nach der Tat etwas beobachtet haben.

Nicht mehr Kriminalität in Hohe Kolstrup als anderswo

Es wurde in verschiedenen (vor allem in sozialen) Medien offensichtlich eine gewisse Stimmungsmache gegen Jugendliche aus Hohe Kolstrup betrieben, wo der Ausländeranteil relativ hoch ist. Der Leiter des Gebietscenters Süd der Polizei für Nordschleswig und Süddänemark, Preben Westh, betont, dass die Polizei die generelle Erfahrung gemacht hat, dass das Wohnviertel nicht mehr durch Kriminalität und Unruhe belastet ist, als andere Viertel mit ähnlich vielen Anwohnern. Außerdem pflege man eine gute Zusammenarbeit mit Anwohnern, Vereinen und anderen Akteuren in dem Viertel.

Zwei Streifenwagen vor Ort

In der offiziellen Pressemitteilung beschreibt die Polizeisprecherin auch ziemlich genau den Polizeieinsatz an jenem Morgen. Nachdem der Wachmann den Vorfall gemeldet hatte, war zunächst ein Streifenwagen vor Ort. Die Beamten riefen einen zweiten Wagen zur Verstärkung. Obwohl das Gebiet abpatroulliert wurde, gelang es den Beamten nicht, die Jugendlichen ausfindig zu machen. Sie haben sich wahrscheinlich über das verzweigte Fußwegsystem auf Hohe Kolstrup aus dem Staub gemacht, so die Feststellung der Polizeisprecherin.

Es war ein Fußball

In dieser Pressemitteilung sieht die Polizei es offensichtlich für notwendig an, darauf hinzuweisen, dass die Jugendlichen einen weißen Fußball und keinen Stein auf das Fahrzeug des Wachunternehmens warfen. Der Wachmann habe auch nie etwas anderes behauptet. Am Tatort sei dieser Ball auch sichergestellt worden. Ein Stein wurde nicht gefunden, heißt es in der Pressemitteilung.

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