Gewalt gegen Schülerin

Apenrader Polizei ermittelt gegen drei Lehrer

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Apenrade/Aabenraa
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Foto: dpa

Eine Zwölfjährige hatte sich auf einer Klassenfahrt nach Bornholm dem SIM-Karten-Verbot widersetzt.

Die Polizei und der Schulchef der Kommune Apenrade bestätigen: Drei Lehrer einer kommunalen Volksschule sind wegen Gewaltanwendung gegenüber einer Schülerin angezeigt worden. Die Zwölfjährige gibt an, dass die drei Lehrer ihr gewaltsam das Handy entrissen hätten. Sie hätten sie in ein Zimmer gezerrt, die Gardinen zugezogen, sie an Händen und Beinen festgehalten, um an das Handy zu gelangen, dessen Herausgabe sie zuvor verweigert hatte. Die Episode soll sich so auf der Klassenfahrt nach Bornholm Anfang September zugetragen haben. Der Großvater hat anschließend im Namen der Familie den Fall zur Anzeige gebracht.

Vor der Klassenfahrt war ein Handyverbot ausgegeben worden. Allerdings wurde die Mitnahme des Handys gestattet, wenn man die SIM-Karte zu Hause lässt. Auf diese Weise hätte man das Handy zumindest als Kamera nutzen können. Auch diesem Verbot hat sich die Zwölfjährige widersetzt.
Das Mädchen ist in dieser Woche nach einer Operation krankgeschrieben. Sie wird allerdings nicht wieder an die Schule zurückkehren. Die Eltern streben einen Schulwechsel an.

Die drei angezeigten Lehrer nehmen bis auf Weiteres ihren normalen Unterricht wahr. Wie der Schulchef der Kommune Apenrade, Lars Borst, den Kollegen von JydskeVestkysten gegenüber feststellt, werde in solchen – seltenen – Fällen stets individuell entschieden. In diesem Fall sei er gemeinsam mit dem zuständigen Schulleiter zu dem Schluss gekommen, dass im konkreten Fall kein unmittelbarer Handlungsbedarf gegeben sei. Der Schulchef hat sowohl mit den Eltern als auch mit den angezeigten Lehrern Gespräche geführt.

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