Gesundheitswesen

Apenrader Krankenhaus lockt Nachwuchs-Ärzte nach Nordschleswig

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Apenrade/Aabenraa
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Sygehus Sønderjylland Aabenraa
Das Krankenhaus in Apenrade. Foto: Sygehus Sønderjylland

Das „Sygehus Sønderjylland“ hat Medizinstudenten aus den Hochschul-Metropolen eingeladen, um ihnen eine berufliche Zukunft in der sogenannten Provinz näher zu bringen. Mit Erfolg, wie die Initiatorin zu DR Syd sagt.

Wer in Dänemark Arzt werden will, der hat vier Studienorte zur Auswahl: Aalborg, Aarhus, Odense und Kopenhagen – also die größten vier Städte des Landes. Und alle liegen weit weg von Nordschleswig. Das macht es schwer, Nachwuchsärzte in den Landesteil zu holen. Denn die haben sichhäufig an ihren Studienorten eingelebt, zeigt die Erfahrung am „Sygehus Sønderjylland“, dem zum Super-Krankenhaus ausgebauten Hospital in Apenrade.

Um den jungen Medizinern die Vorzüge Nordschleswigs zu zeigen, hat das Krankenhaus kürzlich neun Studenten in den Sommer-Semesterferien nach Apenrade eingeladen, berichtet DR Syd. Für das Krankenhaus und die Studenten sei die Aktion ein großer Erfolg gewesen, sagt Oberärztin Kamilla Gerhard-Nielsen, die die Idee dazu hatte. Für den kommenden Sommer hätten sich bereits mehrere Studenten beworben, sagt sie DR Syd.

Nordschleswig für die Großstadtärzte sichtbar machen

„Wir müssen die Gegend für die jungen Leute sichtbar machen. Sie müssen wissen, dass es hier ein solch gutes Krankenhaus mit einigen guten Abteilungen gibt. Ich denke, das Gerücht wird sich dann verbreiten und die jungen Leute werden nicht mehr solche Hemmungen haben, sich für einen Ort zu entscheiden, der für einige von ihnen weit entfernt liegt“, berichtet Gerhard-Nielsen.

Sie hat selbst als Ärztin in Kopenhagen gearbeitet, bevor sie nach Nordschleswig kam, und kennt den großen Wettbewerb um die Arztstellen in der Metropole. Es wunderte sie deshalb, dass sich nicht mehr Nachwuchsmediziner in Nordschleswig bewerben. Vergleichsweise wenige gehen den Weg nach Südjütland, um dort ihre erste Stelle anzutreten und die Grundausbildung zu absolvieren.

Mads Marstrand Helsted, Vorsitzender des Verbandes dänischer Arztstudenten, hält das für kaum verwunderlich. Schließlich, sagt er zu DR Syd, liegen die Ausbildungen in den Großstädten. „Es ist eine lange Ausbildung und deshalb schlägt man in den Großstädten Wurzeln. Dann ist es nicht ganz so leicht, die Stadt zu verlassen“, sagt er.

Die Initiative aus Apenrade hält er für eine gute Idee. „Es macht den Entschluss, nach Nordschleswig zu ziehen, ganz bestimmt leichter, wenn man dort ein Krankenhaus kennt und dort gute Erfahrungen gesammelt hat“, sagt Helsted. Als Lockmittel setzt das Krankenhaus unter anderem einen 24-Stunden-Kindergarten ein.

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