BDN Ortsverein

349 Mitglieder und ein zufriedener Vorstand

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Der BDN Apenrade nahm am Sommerfest „Svinget rundt” 2018 teil. Foto: Archiv

Wie will der BDN-Ortsverein Apenrade den Geburtstag der Minderheit 2020 feiern, und ist die SP Apenrade eigentlich eine Partei der Mitte? Bei der Generalversammlung setzten sich die Mitglieder mit diesen und weiteren Fragen auseinander.

349 Mitglieder, zwei wiedergewählte Vorstandsmitglieder und ein angedachtes Makrelen-Event 2020 – bei der Generalversammlung des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Ortsverein Apenrade, nahmen die 18 Anwesenden am Donnerstagabend im Haus Nordschleswig eine Standortbestimmung vor.

„Vorneweg – dem Ortsverein geht es recht gut.“ Damit leitete der Apenrader Vorsitzende, Hans Thomas Lorenzen, seinen Jahresbericht ein. An der Zahl der Mitglieder habe sich mit 349 nicht groß etwas geändert, und auch der Kassenstand gebe Anlass zu Zufriedenheit.

Einige Aktivitäten des Ortsvereins 2018

  • Theaterfahrten nach Flensburg
  • Theaterstück „Hochwürden auf der Flucht“, 20 Besucher
  • Fahrt nach Hamburg zum Musical „Mary Poppins“
  • Fahrt zum Bundesligaspiel HSV gegen SC Freiburg
  • Spargelessen in Wallsbüll, 31 Teilnehmer
  • Rundfahrt auf der Apenrader Förde, 20 Teilnehmer
  • Gemeinschaftsfest an Deutscher Schule, DGN und KiM
  • Fahrt in den Tierpark Hagenbeck, 18 Teilnehmer
  • Privatführung beim Kunstsammler Christian Panbo
  • Teilnahme am Deutschen Tag in Tingleff
  • Fahrt auf den Hamburger Weihnachtsmarkt


Beim Besuch des Tierparks Hagenbeck Foto: Archiv

Neben der allgemeinen Arbeit des Ortsvorstandes standen zwei Themenbereiche im Vordergrund: das Erstellen einer Werbebroschüre und die Einstellung auf die neue europäische Personaldatenverordnung.

„Hier hat unser Kassierer Olaf Busse eine umfassende Lösung erarbeitet, da die ursprüngliche Empfehlung des BDN nicht alle Vorgaben und Regeln berücksichtigte“, so der Vorsitzende.

Die von Busse erarbeitete Grundlage soll allen Vereinen zur Verfügung gestellt werden. Acht Sitzungen hat der Vorstand 2018 abgehalten, „allen im Vorstand einen herzlichen Dank für die gute Zusammenarbeit und euer Engagement“, so Lorenzen.

Die Kasse stimmt

Kassierer Olaf Busse legte im Anschluss den Kassenbericht des Ortsvereins vor. Mit Beiträgen von 20.670 Kronen und Einnahmen von insgesamt 54.667,06 Kronen fiel die Bilanz bei Ausgaben von 55.555,32 Kronen nahezu ausgeglichen aus, das Vereinsvermögen glich den kleinen Unterschuss problemlos aus.

„In diesem Jahr gab es erfreulicherweise viele Mitglieder, die ihren Mitgliedsbeitrag gezahlt haben“, so Busse, „ich hoffe doch, dass das so bleibt.“


Foto: Archiv

Bei den Wahlen wurden die beiden Vorstandsmitglieder Ruth Candussi und Kurt Seifert im Amt bestätigt, ebenso wie die beiden Revisoren Martin Ritter und Knut Erichsen.

Auch die derzeit elf Delegierten, die den Ortsverein am 28. Mai bei der Delegiertenversammlung in Tingleff vertreten werden, standen zur Wiederwahl bereit und wurden erneut „entsandt“.

Nach einem entsprechenden Antrag erhielt der Vorstand die Befugnis, bei Bedarf weitere Delegierte zu benennen. Die Zahl der Delegierten eines Ortsvereins setzt sich aus dessen Größe zusammen, außerdem kann ein Ortsverein stellvertretend für andere Delegierte entsenden, falls ein Ortsverein dies wünscht. Ein weiterer Beschluss: Der Jahresbeitrag wird nicht geändert.

Der Vorsitzende machte für das Theater-Abo Werbung, das in der kommenden Saison sechs Vorstellungen im Flensburger Theater umfasst.


In Feldstedt steht nur noch „Kindergarten" auf dem Hinweisschild, nicht mehr „Deutscher Kindergarten" wie hier auf dem Bild. Foto: Archiv

Die Frage nach den Hinweisschildern

Bereits auf der Generalversammlung 2018 waren sie ein Gesprächsthema und so auch am Donnerstagabend: die Hinweisschilder auf die deutschen Kindergärten in Feldstedt und Wilsbek. Anstatt „Deutscher Kindergarten“ steht in Felstedt nur noch „Kindergarten“. Vorstandsmitglied Ruth Candussi wusste zu berichten, dass diese „Streichung“ einer von der Kommune Apenrade eingeführten Standardgröße für Schilder geschuldet ist, weswegen das „Deutscher“ keinen Platz mehr fand. Den Apenrader SP-Politikern wurde aber der Auftrag erteilt, die Sache noch einmal genauer zu untersuchen.

Ortsverein blickt auf 2020

Wie will der Ortsverein Apenrade den 100. Geburtstag der Minderheit im Jahr 2020 begehen? Vorstandsmitglied Kurt Seifert rief alle Mitglieder dazu auf, mit Vorschlägen zu kommen. Eine Idee gibt es auch schon: eine Führung auf Deutsch durch das Apenrader Folkehjem. Jenen Ort, wo 1920 zur Abstimmung über den Grenzverlauf aufgerufen worden war. „Die Führung ist auch für Leute gedacht, die noch nie im Folkehjem waren“, so Seifert.

Außerdem wird überlegt, wie die drei Makrelen des Apenrader Stadtwappens als verbindendes Element im Grenzland eingebunden werden können – immerhin wurde die „Makrelen-Flagge“ einst sowohl von Deutschen als auch von Dänen gehisst.

Vielleicht findet ein gemeinsames Makrelen-Essen im deutschen Ruderverein statt? Die Mitglieder waren sich einig, dass mit dieser Idee weitergearbeitet werden sollte – gemeinsam zu essen sei immer gut und verbindend …


Die Apenrader Makrelen Foto: Archiv

SP-Vorsitzende berichtet: „Sind eine Partei der Mitte“

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Generalversammlung gab Christian Matzen einen Einblick in seine Arbeit als neuer Vorsitzender der Schleswigschen Partei (SP) Apenrade. Seit einem Jahr ist er im Amt. „Wir müssen schneller agieren, sichtbarer sein, Aktionen schaffen, unseren Stadträten den Rücken stärken und Einheit schaffen“, so Matzen.

Vor allem in Sachen Kommunikation wollte und will Matzen etwas bewegen. Die neun SP-Ortsvereine in der Kommune Apenrade sollen sich in Zukunft buchstäblich besser verstehen, die Mitglieder sollen „mitgenommen werden“, so Matzen, der alle dazu aufforderte, mit Ideen und Vorschlägen zu kommen.

„Ich habe für die nächsten drei Jahre eine Aufgabe, und ich weiß, dass ich meinen Mund voll nehme, wenn ich sage: Nach der nächsten Wahl werden wir fünf Stadträte stellen. Aber wo ein Wille ist …“

Mit Zelt und Kuchen auf die Tierschau

Matzen will mit langfristigen Zielen, mit einer starken Wirtschafts- und Umweltpolitik Stimmen gewinnen. Bei der Apenrader Tierschau wird die Partei am 24. und 25. Mai zusammen mit den jungen SPitzen ein Zelt aufstellen – und zu Gesprächen, Kaffee und Kuchen einladen. „Wir kommen als SP vom Land, und es ist gut und wichtig, dass wir auf der Tierschau vertreten sind.“

Die SP soll die „Sichtbarkeit zurückgewinnen“, sagt Matzen. „Wir sind eine Partei der Mitte, nicht links und nicht rechts.“ Auf die Frage hin, ob die Basis der SP diesen Eindruck wohl noch teilt, sagte Matzen: „Ich bleibe dabei, wir sind eine Partei der Mitte. Weder rechts, noch links, sondern Mitte. Bei einzelnen Themen wie Grenzkontrollen muss man sich definieren und positionieren, und meine Meinung ist ganz klar, dass wir gegen Grenzkontrollen sind. Aber wir müssen auf die einzelnen Themen schauen, nur dann können wir uns genau positionieren.“

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