Initiativpreis-Verleihung

„Kleine Unternehmen sind Gold wert“

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Apenrade/Aabenraa
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Peter Maindal mit der offiziellen Siegerurkunde. Foto: Karin Riggelsen

Erling Duus, Vorsitzender von DI Sønderjylland, räumt „Vendlet ApS“ gute Chancen bei der landesweiten Initiativpreis-Verleihung ein.

Das in Apenrade ansässige Unternehmen „Vendlet ApS“ ist gestern mit dem Initiativpreis für kleine und mittelständische Unternehmen des nordschleswigschen Industrieverbandes, DI Sønderjylland, ausgezeichnet worden. Das von den Eheleuten Jane und Peter Maindal geleitete Unternehmen stellt Produkte für den Reha-Bereich her, erstes Produkt war jedoch ein Wendelaken-System zur Umlagerung bettlägeriger Menschen.

Das System wurde seinerzeit in der Nähe von Aalborg von einem Vater einer behinderten Tochter entwickelt. Seit der gelernte Physiotherapeut Peter Maindal und dessen Frau Jane im Jahr 2010 diese Firma übernommen und nach Apenrade verlegt haben, ist das System ständig weiterentwickelt worden. Aus dem kleinen Familienbetrieb mit ein paar Angestellten ist inzwischen ein kleiner Global-Player mit 23 Mitarbeitern, 12 Firmenwagen und einem schönen Domizil am Egelund geworden. Vendlet hat inzwischen Dependancen in Deutschland (Düsseldorf), in den Niederlanden (Rotterdam) und demnächst auch in Schweden. Damit die Expansion ins nördliche Nachbarland geschehen kann, wird schon händeringend nach geeignetem Personal gesucht. Neueste Erfindung aus dem Haus am Egelund ist ein Patienten-Umlagerungssystem für Operationsräume , in Zusammenarbeit mit OP-Personal entwickelt. Das kommt demnächst auf den Markt.

Dänemark braucht kleine Unternehmen

„Kleine und mittelständische Betriebe wie Vendlet sind Gold wert für Dänemark“, unterstreicht der Vorsitzende von DI Sønderjylland, Erling Duus. „Dänemark braucht so kleine Unternehmen, die keine Angst und vor allem ein gutes Produkt haben. Vendlet zeigt, dass man sich auch als kleines Unternehmen in der globalisierten Welt behaupten kann“, fügt Duus hinzu und räumt dem Apenrader Unternehmen auch gute Chancen ein, wenn im kommenden Januar aus den 18 lokalen Initiativpreisträgern in der DI-Zentrale in Kopenhagen der Landessieger ermittelt wird. Der Vorsitzende richtete auch ein großes Lob an die Kommunalverwaltung in Apenrade. „Hier finden die Unternehmen Ansprechpartner und Hilfe, wenn nötig. Toll! So soll es sein“, stellte Erling Duus fest.
Bürgermeister Thomas Andresen (V) freute sich natürlich darüber, dass das Ehepaar Maindal sich vor sieben Jahren für den Standort Apenrade entschieden hat: „Ich kann deine damalige Wahl gut nachvollziehen: Apenrade ist geografisch zentral gelegen, sowohl was den dänischen als auch den europäischen und globalen Markt angeht aufgrund einer gut ausgebauten Infrastruktur.“

Peter Maindal selbst gab sich sehr bescheiden und dankte neben seinen tüchtigen Mitarbeitern vor allem seiner Frau. Er räumte ein, nicht immer ein einfacher Chef zu sein, weil er beizeiten „mehrere Schiffe gleichzeitig in die See setze“, die sie dann möglichst schnell und sicher in die Häfen bringen müssten. Aufgrund der hohen Arbeitsmoral seiner Mitarbeiter, deren Verlässlichkeit und Eigenverantwortlichkeit sowie Bereitschaft zu Überstunden sei sein Vorhaben bislang so toll gelungen.

„Es ist manchmal schwierig, selbst mitfolgen zu können und den Überblick zu bewahren“, räumte Maindal ein, und besonders in diesen Situationen sei seine Frau ihm eine unentbehrliche Stütze, stellte der Firmenchef mit einiger Rührung fest.

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