Bauboom

Bauamtsmitarbeiter dringend benötigt

Bauamtsmitarbeiter dringend benötigt

Bauamtsmitarbeiter dringend benötigt

Apenrade/Aabenraa
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An allen Ecken und Enden in der Kommune wird gebaut. Foto: DPA

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Die Freude über die vielen Häuslebauer wird bei den Verantwortlichen dadurch getrübt, dass die Rathausangestellten von der Privatwirtschaft abgeworben werden.

Dass die Bauwirtschaft in der Kommune Apenrade blüht, dafür liefern schon die vielen Bagger und Bauzäune allein in der Innenstadt einen gewissen Fingerzeig. Überall sprießen förmlich Ein- und Mehrfamilienhäuser, aber auch Unternehmensgebäude aus dem Boden.

Positive Statistik

Und: Ein Ende ist nicht wirklich abzusehen. Es gibt im Rathaus jede Menge Bauanträge und Anfragen zu bearbeiten, ist auch einem Statusbericht zu entnehmen, der dem Wachstumsausschuss bei dessen Sitzung in dieser Woche zur Information vorgelegt.

So wurden in den ersten vier Monaten des Jahres 2021 70 Prozent mehr Bauanträge gestellt für Einfamilienhäuser als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres.

Die Anfragen über An- und Umbaumöglichkeiten in Verbindung mit Immobilienerwerb ist gar um 100 Prozent gestiegen.

Dass in den ersten vier Monaten weniger Bauanträge aus der Wirtschaft gestellt wurden, ist indes kein Grund zur Besorgnis. Aufgrund der vielen An- und Vorfragen ist auch auf diesem Gebiet mit einem erneuten Anstieg zu rechnen.

Ein Wermutstropfen

Die Freude über diese Entwicklung wird im Apenrader Rathaus dadurch getrübt, dass es der Verwaltung an Bauamtsmitarbeitern fehlt.

Momentan gibt es bereits vier vakante Stellen, weil die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Privatwirtschaft abgeworben werden.

„Wir bieten schon gute Löhne an und räumen auch schon ein gewisses Maß an Freiheiten ein, die Verantwortlichen in der Privatwirtschaft aber schauen sich unser Angebot an und locken mit höheren Löhnen und weiteren Vorteilen“, hat Verwaltungsdirektorin Ditte Lundgaard Jakobsen durchaus Verständnis dafür, dass die Beschäftigten dem „Lockruf des Geldes“ folgen.

Vorteil: Weniger Druck

Das einzige Pfund, mit dem sie bei Beschäftigten mit Abwanderungsgedanken wuchern kann, ist die Tatsache, dass die Drucksituation im Rathaus eine andere ist als in der Privatwirtschaft. „Dort muss unter dem Strich wirklich was bei rumkommen“, sagt die Verwaltungsdirektorin.

Vier Vakanzen und demnächst sogar deren fünf, weil diese Arbeitskraft in den Ruhestand wechselt, können im Apenrader Bauamt nicht so einfach wettgemacht werden, wenn kein Flaschenhalsproblem entstehen soll.

Selbst schuld

Und so muss sich die Kommune Apenrade die Bauanträge von externen Unternehmen bearbeiten lassen, und zwar nicht selten von just den Unternehmen, die die kommunalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgeworben haben. Und das Verteufelte an dieser vertrackten Situation ist, dass die Kommune teures Geld für diese externe Expertise zahlen muss.

„Im Grunde sind wir selbst schuld, dass die Privatwirtschaft so viel zu tun hat, dass sie unsere Mitarbeiter abwerben muss“, stellt Ditte Lundgaard Jakobsen augenzwinkernd fest.

Apenrade ist nicht allein

Nichtsdestotrotz bleibt die Herausforderung der unbesetzten Stellen. Dass sämtliche Kommunen des Landes die gleichen Probleme haben, macht die Sache natürlich nicht einfacher.

Die Verwaltungsdirektorin ist dennoch zuversichtlich, dass die vakanten Stellen mit ausgebildeten Architekten und Baukonstrukteuren zum 1. August besetzt werden können. Ditte Lundgaard Jakobsen fordert ausdrücklich auch Jobanfänger auf, sich zu bewerben.

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