JEV-Osterseminar

Voneinander lernen und gemeinsam wachsen

Voneinander lernen und gemeinsam wachsen

Voneinander lernen und gemeinsam wachsen

Florian Schaaf
Florian Schaaf
Apenrade/Aabenraa
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Nach dem "Kontorhopping" versammeln sich die Jugendlichen für die Eröffnungszeremonie. Foto: Luisa Wenkel

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Auf dem Osterseminar der JEV kommen junge Menschen aus Minderheiten ganz Europas zusammen, um sich auszutauschen und weiterzubilden. Die Herausforderungen, die sie für ihre Regionen sehen, sind vielfältig.

Felicia aus Lothringen, Ruxandra aus Rumänien und Ramcina aus Schweden sind drei der mehr als 60 Jugendlichen, die eine gemeinsame Woche auf dem Knivsberg verbringen.

Sie alle gehören Minderheiten an und wollen sich über ihre Erfahrungen austauschen.

Vom 8. bis zum 14./15. April findet dort das Osterseminar der Jugend Europäischer Volksgruppen (JEV) in Zusammenarbeit mit dem Jugendverband für Nordschleswig (DJN) und dem Dachverband der dänischen Minderheiten-Jugend-Organisationen (SdU) statt.

Unter dem Motto „Growing Together“ kommen, laut Veranstalterinnen und Veranstaltern, junge Erwachsene aus ganz Europa zusammen, um sich über Themen wie Identität, Rechte oder Organisationsentwicklung der Minderheiten auszutauschen.

Jugend Europäischer Volksgruppen

Die Jugend Europäischer Volksgruppen (JEV) ist das größte Netzwerk von Jugendorganisationen nationaler Minderheiten in Europa. Zur JEV gehören 41 Mitgliedsorganisationen aus 18 Ländern. Der offizielle Sitz des Vereins liegt in Ljouwert in den Niederlanden, die Geschäftsstelle ist in Berlin.

Eigentlich hätte die das Seminar bereits 2020 im deutsch-dänischen Grenzland stattfinden sollen, wurde aber wegen der Corona-Situation verschoben. In diesem Zusammenhang finden zwei Workshops mit den Themen „Grenzland 2,0“ und „Minority Identity“ statt.

Das Samstagsprogramm der Veranstaltung begann mit einem „Kontorhopping“ im Haus Nordschleswig, bei dem die Teilnehmenden die verschiedenen Teilorganisationen des Bundes Deutscher Nordschleswiger kennenlernen konnten.

Beim BDN-Kultur schließen die Teilehmenden mit einem Kurzen "Gammel Dansk". Natürlich nur, wer möchte. Foto: Luisa Wenkel

Die Herkunft und Motivation der teilnehmenden jungen Menschen beim Osterseminar waren grundverschieden.

Die 22-jährige Felicia etwa wuchs in Lothringen in Frankreich als Teil der deutschen Minderheit auf, arbeitet heute jedoch für die französische Minderheit in Deutschland. Sie möchte, auch mit Blick auf ihre Arbeit, über die Funktionsweise anderer Minderheitenorganisationen lernen und andere junge Menschen aus Europa kennenlernen, die in einer ähnlichen Situation wie sie selbst leben. „Die größte Herausforderung, die ich in unserer Region sehe, ist es, die Bildung junger Menschen in Bezug auf Minderheiten, ihre Kulturen und Sprachen zu verbessern“.

Bevor es zurück zum Knivsberg geht, essen die Teilnehmenden noch zusammen. Foto: Luisa Wenkel

Ruxandra ist 21 Jahre alt und gehört zur deutschen Minderheit in Rumänien. Sie ist hier, um Menschen aus anderen Minderheiten und ihre Kulturen kennenzulernen sowie einfach Spaß zu haben. „Die deutsche Minderheit in Rumänien“, so erzählt sie, „ist hoch angesehen und wird respektiert“. Das Problem hier sei eher, dass die Jugend in den lokalen Minderheitenorganisationen keine Stimme findet. Die größte Aufgabe sei es demnach, die Stellung der Jugend zu stärken. „Ansonsten sehe ich keine Zukunft“, berichtet sie.

Ramcina wohnt in Schweden, ist 27 Jahre alt und Teil der assyrischen Minderheit aus Mesopotamien. Sie nimmt am Seminar teil, um sich für den Aufbau einer eigenen lokalen Minderheitenorganisation inspirieren zu lassen und dies dann in die Praxis umzusetzen. Die assyrische Minderheit in Schweden lebt über das ganze Land verteilt. „Eine große Aufgabe ist es, die Menschen der Minderheit über ihre Rechte aufzuklären und die ursprüngliche Kultur und Sprache zu erhalten“, meint sie.

Viele junge Menschen besuchen das Seminar, um zu lernen und sich weiterzubilden. Ein wichtiger Teil ist jedoch auch, neue Menschen kennenzulernen und einfach Spaß zu haben.

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