Nachruf

Svend hinterlässt eine schwer zu schließende Lücke

Svend hinterlässt eine schwer zu schließende Lücke

Svend hinterlässt eine schwer zu schließende Lücke

Apenrade/Aabenraa
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Svend Nielsen (l.) war der „Vater“ des Apenrader Biers. Durch die Einnahmen konnten viele Projekte und Aktivitäten des Stadthistorischen Vereins erst finanziert werden. Auf dem Foto schenkt er den Gästen bei einer Verkostung im Michelsen-Hof persönlich ein (Archivfoto). Foto: Karin Riggelsen

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Nach langer Krankheit ist Svend Nielsen einem Krebsleiden erlegen. Er war nicht nur seit 2013 engagierter Vorsitzende des stadthistorischen Vereins in Apenrade, sondern hat in seinen 73 Lebensjahren in vielen verschiedenen Zusammenhängen seine besonderen Fähigkeiten eingebracht.

Er war ein Mann der Zahlen, hatte Organisationstalent; er wusste, dass er nicht alles wusste, lernte aber gerne ständig dazu. Er bewahrte sich zeitlebens Neugier und Interesse für alles in seinem Umfeld – und war wohl auch deshalb ständig in Vorständen engagiert. Er war dort für seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter Antreiber und Schrittmacher zugleich. Er hatte ein gewinnendes Wesen, blieb dabei selbst stets bescheiden.

Im Alter von 73 Jahren ist Svend Nielsen, Apenrade, gestorben.

Eine Visitenkarte allein reicht nicht aus, um all die Ehrenämter aufzuzählen, die er im Laufe der Jahre neben seinen Aufgaben als Bänker, Ehemann, Vater und Opa bekleidet hat. Überall hat er große Fußstapfen hinterlassen, hat Neues angestoßen und auf solide Schienen gesetzt. Seiner Sorgfaltspflicht kann es der Stadthistorische Verein von Apenrade, der zuletzt noch Nutznießer seiner vielen Qualitäten war, nun danken, dass die zahlreichen Aktivitäten und Aufgaben auf möglichst viele Schultern verteilt werden konnten.

Nielsen übernahm 2013 den Vorsitz nach Carlo Daus Petersen und entschied sich im März des vergangenen Jahres, das Amt abzugeben, nachdem ihm sein Arzt im Herbst 2020 mitgeteilt hatte, dass er an einer unheilbaren Krebsform litt.

Das bedeutete jedoch nicht, dass er sich gänzlich aus der Vereinsarbeit zurückzog. Im Gegenteil, er stand seinen Nachfolgerinnen und Nachfolgern weiterhin gerne mit seinem großen Wissen und Erfahrungsschatz zur Verfügung. Noch vor wenigen Wochen nahm er an einer Vorstandssitzung teil.

„Svend war nicht nur jemand, der offen auf Menschen zuging, sondern sie auch für sich und eine Sache gewinnen konnte. Eigentlich war er durch seine ganze Art ein Gewinn – einfach ein ganz sympathischer Kerl“, bringt es Kurt Seifert auf den Punkt. Seifert gehört dem stadthistorischen Vorstand seit vielen Jahren als Vertreter des Museumswesens der deutschen Minderheit an.

„Svend Nielsen hinterlässt eine schwer zu schließende Lücke“, ist die klare Einschätzung Seiferts. „Er hat selbst viel Energie und Zeit in die Vereinsarbeit gesteckt, konnte aber auch gut delegieren. Durch sein vielfältiges Interesse und Können hat er den Verein geprägt – nach innen und außen“, fügt er hinzu.

„Svend hatte durch seine berufliche Vergangenheit als Banker ein gutes Händchen für Finanzen und für verwaltungstechnische Abläufe. Darüber hinaus interessierte er sich sowohl für lokalhistorische Dinge als auch für die besondere Architektur der Stadt“, erwähnt Kurt Seifert in einem kurzen Gespräch, an dessen Ende er dann zu der Erkenntnis kommt: „Er wird wohl gar nicht zu ersetzen sein.“

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