Gesundheitswesen

Mit Grenzgängerhilfe: Heimhelfer-Mangel behoben

Mit Grenzgängerhilfe: Heimhelfer-Mangel behoben

Mit Grenzgängerhilfe: Heimhelfer-Mangel behoben

Apenrade/Aabenraa
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Die kommunalen Heimhelfer brauchen dringend Unterstützung. (Archivfoto) Foto: Karin Riggelsen

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Die Arbeit im Testcenter ist einfacher und wird gut bezahlt. Die Kommune ging deshalb ungewöhnliche Wege bei der Suche nach Heimhelfern – und hatte auch in Deutschland Erfolg damit.

Jeden Tag fahren sie von morgens bis abends zu hilfebedürftigen Bürgern und unterstützen diese bei den unterschiedlichsten Dingen, vom Anziehen, Hilfe beim Einnehmen von Medikamente, Verbandswechsel bis hin zur Morgentoilette. Die Rede ist von Heimhelfern (hjemmepleje).

Urlaubsvertretung fehlt

Doch nun haben die Kommunen im Land ein Problem, denn es gibt derzeit nicht genügend Menschen, die die Arbeit als Heimhelfer machen wollen. Besonders in den Ferienmonaten fehlt es den fleißigen Frauen und Männern an Vertretungen. Das berichtet DR.dk.

Besser bezahlt

Als Ursache für den fehlenden Ersatz werden die derzeit von verschiedenen Seiten angebotenen Jobs als CoronaTester (Poder) in den landesweiten Testcentren ausgemacht. Die werden besser bezahlt und die Arbeit ist körperlich weit weniger anstrengend.

So verdienen Tester bei „Carelink“, dem Unternehmen, das auch in Apenrade unter anderem in der Arena Aabenraa Corona-Schnelltests anbietet, einen Brutto-Stundenlohn von 154,68 Kronen. Hinzu kommen Zulagen beispielsweise für Wochenenddienste. Ungelernte Heimhelfer verdienen dagegen laut der Gewerkschaft FAO 132,17 Kronen Brutto in der Stunde. Hinzu kommt eine Rentenzulage in Höhe von 12,89 Prozent und Zulage für unter anderem Wochenenddienste.

Gleiche Situation in Apenrade

Auch die Kommune Apenrade steht vor der Herausforderung, Heimhelfer als Ferienvertreter zu finden. In den vergangenen Jahren gab es damit keine Schwierigkeiten, erklärte Birgit Møller Johannsen, die Gebietsleiterin für die kommunale Heimhilfe, doch in diesem Jahr sei die Situation anders. Sie erklärte gegenüber „JydskeVestkysten“, dass „diejenigen, die normal einen Job als Ferienvertretung übernommen hatten, nun als Tester in einem der vielen Testcenter Arbeit gefunden hätten.“

Suche nach Personal auch südlich der Grenze

Deshalb ging die Kommune einen außergewöhnlichen Weg: Auf Facebook wurde eine Kampagne gestartet, um Ferienvertreter für die Heimhilfe zu finden. In der Stellenausschreibung wurden bewusst auch Personen angesprochen, die südliche der deutsch-dänischen Grenze leben und bewusst auch Kanäle genutzt, in denen sich junge Menschen bewegen.

Birgit Møller Johannsen beruhigte jedoch diejenigen Bürger, die Besuch von den Heimhelfern bekommen: „Wir finden schon die Leute, die wir brauchen. Es gibt keinen Grund zur Sorge“, sagte sie vor knapp einem Monat. Heute kann sie stolz auf die Job-Kampagne zurückblicken, denn die fehlenden Helfer sind gefunden, wie sie dem „Nordschleswiger“ gegenüber sagt.

Zwölf Mitarbeiter fehlten als Ferienvertretung. „Den größten Teil der insgesamt benötigten 60 Vertretungen hatten wir schon im Vorwege gefunden. Es fehlten nur noch die letzten, um die Zeit abdecken zu können“, sagt Møller Johannsen.

Genügend Mitarbeiter gefunden

Fünf von ihnen kommen nun aus Deutschland, denn die Apenrader Leiterin hat sich an Maria Heesch gewandt, die bei der „Region Sønderjylland-Schleswig“ dafür zuständig ist, Arbeitnehmer grenzüberschreitend zu vermitteln. Sie hat den Kontakt zum Flensburger Arbeitsamt hergestellt und dort wurden dann die richtigen Personen für die Aufgabe gefunden.

„In diesem Fall sind das junge Menschen, die natürlich Dänisch können, aber die auch erste Erfahrungen im Sozial- und Gesundheitsbereich (Social og Sundhed, SoSu) sammeln wollen, um später vielleicht in diesem Gebiet zu arbeiten“, erklärt Birgit Møller Johannsen, die für 480 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der kommunalen Pflege und Heimhilfe verantwortlich ist.

„Wir haben sicherstellen können, dass es keine Engpässe bei der Betreuung unserer hilfebedürftigen Bürger gibt“, freut sich die Gebietsleiterin.

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