FolkBaltica 2023

Mutiges Talent schafft den Durchbruch

Mutiges Talent schafft den Durchbruch

Mutiges Talent schafft den Durchbruch

Nordschleswig/Südschleswig
Zuletzt aktualisiert um:
Justine Boesen ist im FolkBaltica-Ensemble groß geworden – und steht 2023 als Solistin und Liedermacherin auf der großen Bühne. Foto: Gwyn Nissen

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Beim FolkBaltica-Festival im Mai wird mit der jungen Musikerin Justine Boesen erstmals ein Eigengewächs des FolkBaltica-Ensembles die tragende Rolle als Hauskünstlerin übernehmen. Warum, erklärt der musikalische Leiter Harald Haugaard.

Vor fast zehn Jahren gründete der Musiker Harald Haugaard das FolkBaltica Ensemble. Eine Gruppe talentierter musikalischer Talente, die er für die Volksmusik in der deutsch-dänischen Region begeistern wollte. Dass es etwas gebracht hat, kann man jedes Jahr beim FolkBaltica-Festival oder beim Tønder Festival erleben. Auch 2023 stehen die Talente auf der Bühne, doch für eine Musikerin wird das kommende Festival ein ganz besonderes Erlebnis: Ensemble-Musikerin Justine Boesen wird nämlich die besondere Rolle als Hausmusikerin des Festivals übernehmen.

Für den Folkmusiker, Geiger, Lehrer am Süddänischen Musikkonservatorium und künstlerischen Leiter des FolkBaltica schließt sich mit dem Durchbruch von Justine Boesen der Kreis.

„Anfangs hatten wir 18 Musikerinnen und Musiker. Jetzt sind es 45“, sagte Harald Haugaard Montag bei einer Pressekonferenz bei Robbe & Berking in Flensburg über die überregionale Talentförderung.

Harald Haugaard freut sich auf das FolkBaltica 2023 im deutsch-dänischen Grenzland. Foto: Gwyn Nissen

Musik als Lebensweg

Über die Jahre haben über 150 junge Talente im Ensemble gespielt – ein Viertel davon hat anschließend die Musik als Lebensweg gewählt.
Harald Haugaard freut sich darüber, dass es nun sogar gelungen ist, eines der eigenen Talente in den Reigen renommierter Folkmusiker und -musikerinnen zu reihen.

„Justine hat eine der markantesten Stimmen des Ensembles, sie spielt wunderbar Akkordeon und sie ist eine sehr aktive Liedermacherin“, erzählt Haugaard.

Harald Haugaard präsentierte Justine Boesen als Hauskünstlerin des FolkBaltica 2023. Foto: Gwyn Nissen

Viele Aufgaben beim Festival

Im Sommer 2022 hat Justine Boesen ihre Ausbildung am Süddänischen Musikkonservatorium und an der Sibelius Akademie in Helsinki abgeschlossen. Nun ist sie musikalisch unterwegs.

Beim FolkBaltica-Festival im Mai wird sie bei zwei Konzerten als Solistin auftreten, einen Salon leiten, mit dem Ensemble spielen und mit ihrem Trio auf der Bühne stehen.

„Die Volksmusik ist für mich der Sound von zu Hause“, sagt die 27-jährige Musikerin, die auf Fünen beheimatet ist.

Justine Boesen ist eine talentierte Musikerin. Foto: Gwyn Nissen

Musiktraditionen am Leben halten

Dabei war sie anfangs skeptisch, inwiefern es für junge Musikerinnen und Musiker möglich ist, die traditionelle Musik am Leben zu halten.

„Ich dachte, dass dies eher die Aufgabe älterer Musiker sei, aber ich habe im Ensemble gelernt, dass jeder die Traditionen weiterführen kann – auch wir Jugendlichen“, sagte Boesen. Das FolkBaltica-Ensemble habe den größten Einfluss auf ihre Musikkarriere gehabt.

„Es hat mir einfach so viel Freude gemacht. Es entsteht Magie, wenn wir 50 Musikerinnen und Musiker gemeinsam auf der Bühne stehen. Außerdem habe ich ständig dazu gelernt – das tue ich immer noch“, sagt Justine Boesen, die sich freut, im Mai wieder mit dem Ensemble auftreten zu können. „Aber ich freue mich auch darauf, meine eigene Musik zu präsentieren“, sagt sie.

Mut und Hoffnung

Das kommende FolkBaltica wird unter dem Titel „Mut und Hoffnung“ präsentiert und findet vom 6. bis 14. Mai im deutsch-dänischen Grenzland statt.

„Künstler müssen den Mut haben, auf der Bühne zu stehen. Veranstalter müssen den Mut haben, Künstler zu präsentieren, und das Publikum muss den Mut haben, ein Ticket zu kaufen und etwas zu erleben, das es vorher nicht kannte“, sagt Harald Haugaard.

Insgesamt wird es 27 Konzerte an 23 Austragungsorten geben – acht davon finden in Dänemark statt.

BDN-Kulturkonsulent Uffe Iwersen freut sich auf die FolkBaltica-Konzerte in Dänemark. Foto: Gwyn Nissen

Der BDN ist wieder mit dabei

Der Bund Deutscher Nordschleswiger, die Dachorganisation der deutschen Minderheit in Nordschleswig, ist einer der Träger des FolkBaltica, und bei zwei Konzerten auch Mitveranstalter.

Das gilt für das Kommandöör-Konzert in der Sct. Clemens Kirche auf Röm (Rømø) sowie das Konzert mit Synje Norland und Vedersø im Nygadehuset in Apenrade (Aabenraa). Es wird diesmal also kein Konzert im Haus Nordschleswig geben.

„Wir wollen gerne mit anderen zusammenarbeiten, und da ist es für mich nicht entscheidend, ob wir im Haus Nordschleswig sind oder eben im Nygadehus“, sagt Uffe Iwersen, Kulturkonsulent des BDN. Vielleicht könne es sogar von Vorteil sein, einen dänischen Ort zu wählen, weil neben dem Publikum aus der Minderheit auch mehr Besucherinnen und Besucher aus der Mehrheit kommen könnten.

Ein Highlight ist für Iwersen außerdem das Konzert auf Röm – ein Ort, an dem die Minderheit kaum vertreten ist.

„Es ist möglicherweise sogar eine Premiere der deutschen Minderheit, dass wir auf der Insel eine Veranstaltung durchführen“, so Iwersen.

2023 acht FolkBaltica-Konzerte in Dänemark

6. Mai: Eröffnungskonzert mit dem FolkBaltica Ensemble, Sønderjysk Pigekor und weiteren Gästen, unter anderem die Hauskünstlerin Justine Boesen

7. Mai: Kommandöör-Konzert in Zusammenarbeit mit dem BDN in der Sct. Clemens Kirche, Röm

10. Mai: Justines Nordic Lights, Augustiana, Augustenburg (Augustenborg)

10. Mai: Lunau & Sund, Kulturzentrum Nygård, Nørreskoven aiuf Alsen (Als)

12. Mai: Synje Norland und Vedersø in Zusammenarbeit mit dem BDN und Aabenraa Live im Nygadehuset, Aabenraa (Apenrade)

12. Mai: Justine Boesen Trio, Hagges Music Pub, Tondern (Tønder)

13. Mai: Stundom, Der historische Schuppen, Løjt (Loit)

14. Mai: Kongero, Schlosskirche Gravenstein (Gråsten)

Der Karten-Vorverkauf hat begonnen. Karten und weitere Infos zum Festival gibt es auf der Webseite der Folkbaltica.

Mehr lesen