Kontaktausschuss

Ministerin: Es soll leichter werden, Minderheit zu sein

Ministerin: Es soll leichter werden, Minderheit zu sein

Ministerin: Es soll leichter werden, Minderheit zu sein

Nordschleswig/Kopenhagen
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Die Schülerinnen Annika Hinrichsen (rechts) und Johanne Jürgensen (links) führten die Ministerin Ane Halsboe-Jørgensen durch das DGN. Foto: Karin Riggelsen

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Die dänische Kulturministerin Ane Halsboe-Jørgensen besuchte Montag die deutsche Minderheit in Nordschleswig. Der Hauptvorsitzende des BDN, Hinrich Jürgensen, ist optimistisch – aber eine Sache macht ihm Sorgen.

Es soll in Zukunft leichter sein, Teil der deutschen Minderheit in Nordschleswig zu sein. Das sagte die sozialdemokratische Kulturministerin Ane Halsboe-Jørgensen am Montag dem „Nordschleswiger“, nachdem die Ministerin der Minderheit einen Kurzbesuch abgestattet und am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig eine Kontaktausschuss-Sitzung durchgeführt hatte.

Der Kontaktausschuss regelt für das Folketing die Angelegenheiten der deutschen Minderheit. Neben Vertreterinnen und Vertretern der deutschen Minderheit haben jeweils ein Parlamentsmitglied von jeder Partei einen Sitz im Ausschuss. Beim Treffen in Apenrade (Aabenraa) waren neben der verantwortlichen Ministerin auch Søren Espersen, (Dänische Volkspartei), Ellen Trane Nørby (Venstre), Birgitte Vind (Sozialdemokratie) und Lotte Rod (Radikale Venstre) dabei.

Die Ministerin Ane Halsboe-Jørgensen wurde am DGN unter anderem von DSSV-Schulrätin Anke Tästensen sowie BDN-Hauptvorsitzender Hinrich Jürgensen und BDN-Generalsekretär Uwe Jessen begrüßt. Foto: Karin Riggelsen

Drei Wünsche der Minderheit

Die deutsche Minderheit hatte vor allem drei große Wünsche an die Ministerin und den Ausschuss: Zum einen solle durch eine Erweiterung der Europäischen Sprachencharta in Dänemark Menschen in der Minderheiten mehr Rechte zugesprochen, die Förderung des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig mit dänischen Gymnasien gleichgestellt und die Struktur im Kontaktausschuss verbessert werden, damit die Minderheit einen engeren Kontakt zum Folketing erhält.

Ane Halsboe-Jørgensen könne es durchaus nachvollziehen, dass die Minderheit einen direkteren Draht zum Folketing wünsche. Aus ihrer Sicht gebe es nur noch einige juristische Fragen, die zu klären seien. „Wenn alles klappt, könnte der Kontakt zwischen Minderheit und Folketing schon nach einer bevorstehenden Wahl umgesetzt werden“, so die Ministerin.

Dreimal positive Ministerin

Auch sei sie positiv, dass Dänemark mehr Verpflichtungen der europäischen Sprachencharta eingehen werde.

„Es soll leichter werden, in Dänemark in der Minderheit zu leben“, sagte die Ministerin gegenüber dem „Nordschleswiger“. Das Kulturministerium untersuche bereits, wie weiteren Verpflichtungen zugestimmt werden könne.

Was die Finanzierung des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig und dem Unterrichtsportal „Grenzgenial“ angehe, müsse sich die Ministerin mit dem Unterrichtsministerium kurzschließen.

„Ich stehe dem positiv gegenüber und werde mich dafür einsetzen", so die Ministerin.

Sønderjysk geht auch, meinte die Ministerin beim Rundgang mit Annika Hinrichsen und Johanne Jürgensen – ihr Vater kommt aus Sonderburg. Foto: Karin Riggelsen

Jürgensen optimistisch, aber...

Der Hauptvorsitzendes des Bundes Deutscher Nordschleswiger, der Dachorganisation der deutschen Minderheit in Dänemark, Hinrich Jürgensen, freute sich Montag über das Ergebnis der Sitzung.

„Wir sind mit unseren Anliegen auf offene Ohren gestoßen“, sagt Jürgensen.

Sowohl die Ministerin als auch die Mitglieder im Kontaktausschuss seien positiv gestimmt. Dennoch betrachtet Jürgensen die kommende Zeit mit Sorge, denn eine baldige Folketingswahl könne sowohl einen Ministerwechsel als auch Auswechselungen im Kontaktausschuss bedeuten.

„Und dann müssen wir mit Vielen wieder von Neuem anfangen“, befürchtet der BDN-Hauptvorsitzende.

Eine Lösung in zwei Schritten

Hinrich Jürgensen hofft, dass es zunächst eine pragmatische Lösung über die Geschäftsordnung des Ausschusses geben, damit die Arbeit gleich neu strukturiert werden könne. Auf längere Sicht möchte er allerdings, dass die Zusammenarbeit zwischen Minderheit und Folketing auch gesetzlich verankert wird und dass der Ausschuss seinen eigenen Haushalt bekommt, damit er damit vielleicht auch attraktiver für die Politikerinnen und Politiker werden könne.

Ane Halsboe-Jørgensen freute sich in Verbindung mit dem Treffen auch über eine Führung durch das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig. Die Schülerinnen Annika Hinrichsen und Johanne Jürgensen führten die Ministerin durch die neue Turnhalle, durch verschiedene Unterrichtsräume und das Internat, bevor Rektor Jens Mittag mit weiteren Informationen ergänzen konnte.

Was ist der Kontaktausschuss?

Der Kontaktausschuss für die deutsche Minderheit in Nordschleswig ist ein beratender Ausschuss des Kultusministeriums, der den Kontakt zwischen der deutschen Minderheit in Nordschleswig, der Regierung und dem Parlament sicherstellt.

Der Kontaktausschuss, der mindestens einmal im Jahr zusammentrifft, hat die Aufgabe, politische und kulturelle Angelegenheiten zu verhandeln, die für die Minderheit von Interesse sind.

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