Deutsche Minderheit

SP ruft zu neuer Baumpflanzaktion am 12. November auf

SP ruft zu neuer Baumpflanzaktion am 12. November auf

SP ruft zu neuer Baumpflanzaktion am 12. November auf

Saxburg/Apenrade
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Wie bei der Baumpflanzaktion 2019 in Sommerstedt organisieren der SP-Vorsitzende Rainer Naujeck und die SP-Parteisekretärin Ruth Candussi die Aktion „Jeder Baum zählt“ – mit jedem gepflanzten Baum bedankt sich die Partei der deutschen Minderheit für die Stimmen ihrer Wählerinnen und Wähler. Foto: Karin Riggelsen

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Die Schleswigsche Partei sorgt für Neuanpflanzung bei Saxburg: Ab 9 oder 13 Uhr werden auf dem Geestboden in zwei Schichten Mischwald, Hecken und Obstbäume in die Erde gebracht. Alle Interessierten, auch Familien mit Kindern, sind willkommen.

Unter dem Motto „Jeder Baum zählt“ lädt die Schleswigsche Partei (SP) am Sonnabend, 12. November, zu einer neuen Baumpflanzaktion ein.

Tradition seit 1989

Bepflanzt werden drei Hektar Fläche am Hof der Familie Ebbe und Mette Ruhlmann am Saksborgvej 81 westlich von Saxburg (Saksborg). Nach der Corona-Zwangspause 2020 und 2021 knüpft die Partei der deutschen Minderheit in Nordschleswig an die 1989 vom damaligen SP-Vorsitzenden Hans Chr. Jepsen begründete Tradition an, für jede SP-Stimme bei den Kommunalwahlen einen Baum zu pflanzen.

Am Hof der Familie Ruhlmann am Saksborgvej 81 an der Landstraße Tingleff-Tondern östlich von Saxburg treffen sich am 12. November die SP-Baumpflanzerinnen und -pflanzer. Foto: Volker Heesch

Zuletzt waren im Herbst 2019 SP-Bäume in Sommerstedt (Sommersted) gepflanzt worden. „Wir bitten potenzielle Baumpflanzerinnen und -pflanzer um Voranmeldung unter der Internetadresse candussi@bdn.dk, damit wir für ausreichend Verpflegung für die hoffentlich vielen Mitwirkenden sorgen können“, so der kommissarische Vorsitzende der Schleswigschen Partei, Rainer Naujeck, der sich schon seit Jahrzehnten bei den SP-Baumpflanzaktionen engagiert.

In zwei Schichten werden Bäume eingegraben

„Es soll in zwei Schichten gepflanzt werden, weshalb bei der Anmeldung angegeben werden sollte, ob eine Teilnahme ab 9 oder ab 13 Uhr gewünscht wird. Man darf aber auch von morgens an den ganzen Tag dabei sein“, so Naujeck. Er bittet die Schar der Teilnehmenden auch, in Arbeitskleidung zu kommen und Spaten mitzubringen. „Auch Familien mit Kindern sind sehr willkommen“, fügt der SP-Vorsitzende hinzu. Rainer Naujeck, der seit seiner Jugendzeit in der Wald- und Baumpflege engagiert ist, berichtet, dass auf dem Gelände zunächst ein Randgürtel mit Weißdorn, Wildbirnen und Wildäpfeln sowie Mirabellen gepflanzt wird.

Ziel neuer Mischwald

Auf dem größten Teil der Fläche soll Mischwald heranwachsen. „Dazu pflanzen wir an Nadelhölzern Douglasien, Sitka-Fichten und heimische Fichten. Als Laubbäume werden Eichen, Rotbuchen und Hainbuchen sowie Spitzahorn in die Erde gesetzt“, so Rainer Naujeck. Auch einige Roteichen sind als Pflanzgut dabei. „Ein Teil wird auch für eine Streuobstwiese mit Äpfeln, Birnen und Kirschen reserviert“, erklärt Rainer Naujeck das Pflanzkonzept.

In der Nähe von Saxburg sind vor Jahrzehnten gepflanzte SP-Bäume zu stattlichem Wald herangewachsen. Foto: Volker Heesch

Der Geschäftsführer der Nordschleswigschen Gemeinde, Gerd Lorenzen, der seit vielen Jahren die SP-Baumpflanzaktionen unterstützt, ist am neuen Pflanzprojekt beteiligt. „Die Fläche, die wir jetzt bepflanzen wollen, war schon länger im Gespräch“, berichtet er.

Neubesitzer unterstützen neuen Wald

Der Hof von Mette und Ebbe Ruhlmann war im Besitz seines Bruders Horst, der einen Teil des für die Pflanzaktion vorgesehen Gebietes als Tannenbaumplantage genutzt hat, während der größere Teil als Dauergrünland verpachtet war. Als er seinen Hof im vergangenen Jahr verkauft hat, waren die neuen Besitzer gleich interessiert, die Fläche für die Baumpflanzaktion zur Verfügung zu stellen.

Mette und Ebbe Ruhlmann (rechts) mit ihren beiden Kindern samt Familienhund freuen sich darauf, dass das kürzlich umgepflügte Gelände an ihrem Haus bei Saxburg bald mit Mischwald begrünt wird. Foto: Karin Riggelsen

Das Land liegt gleich hinter dem Haus der Familie Ruhlmann. Es ist schon für die Pflanzaktion vorbereitet worden, der Boden ist tiefgepflügt worden. „Dadurch liegt der gute Mutterboden tiefer, was das Anwachsen der Bäume fördert“, so Lorenzen. Ebbe Ruhlmann freut sich als Jäger über die neue Anpflanzung.

Einst sehr waldarmes Gebiet

Im Gebiet um Saxburg gab es vor 100 Jahren so gut wie keinen Wald. Seit dem Mittelalter waren die einst von der West- zur Ostküste reichenden Wälder Nordschleswigs weitgehend abgeholzt worden. Teilweise wurde das Material zum Schiffbau verwendet. Inzwischen hat sich die einst kahle Moor- und Heidelandschaft verändert und es gibt viele kleinere und größere Gehölze, in denen sogar Rotwild heimische geworden ist.

Auf dem Preußischen Messtischblatt von 1914 ist zu sehen, dass im Bereich Saxburg/Buhrkall vor über 100 Jahren kaum Wälder zu finden waren. Die Landstraße Saxburg-Tingleff wurde erst nach 1920 als vielfach schnurgerade Verbindung gebaut. Die Grünau floss noch mit vielen Schlingen durch die Niederung bei Saxburg. Foto: Geodatastyrelesn

Zur Verpflegung während des SP-Pflanztages stehen für die Frühschicht Kaffee und geschmierte Brötchen bereit, so Parteisekretärin Ruth Candussi. Von 12 bis 13 Uhr gibt es einen Imbiss, zu dem Früh- und Spätschicht eingeladen sind. Ruth Candussi weist darauf hin, dass jeder Einsatz bei der Aktion willkommen ist.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Minderheit mit Mut zur Zukunft“