Deutsche Schule Buhrkall

Völkerballteam fiebert der dänischen Meisterschaft entgegen

Völkerballteam fiebert der dänischen Meisterschaft entgegen

Völkerballteam fiebert der dänischen Meisterschaft entgegen

Buhrkall/Burkal
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Hoch motiviert: das Völkerballteam der Deutschen Schule Buhrkall Foto: kjt

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Auf die Klassengruppe „Kastanien“ der Deutschen Schule Buhrkall wartet in Viborg ein besonderes Abenteuer. Die Kinder qualifizierten sich für die dort stattfindende dänische Schulmeisterschaft im Völkerball. An Motivation mangelt es in Buhrkall wahrlich nicht.

In der kommenden Woche, vom 16. bis 20. Mai, war eine gemeinsame Klassenfahrt der gesamten Buhrkaller Schule nach Tydal bei Tarp geplant.

Die von langer Hand vorbereitete Tour, auf die sich alle schon freuten, musste kurzfristig geändert werden. Die Planänderung ist allerdings mit Freude verbunden.

Die älteren Schüler der Gruppe „Kastanien“ verbringen ihre Klassenfahrtwoche in Viborg statt kurz hinter der deutsch-dänischen Grenze.

Wie kam es dazu?

Die „Kastanien“ gewannen Ende März den Regionalentscheid im Völkerball und qualifizierten sich für die dänischen Schulmeisterschaften für 5. Klassen. Die Endrunde findet am 17. und 18. Mai in Viborg statt.

Die Finalteilnahme wird nun mit einem längeren Viborg-Aufenthalt verknüpft. Die Klassengruppe begleiten die Lehrkräfte Heike Clausen und Jens Klüver begleitet. In Viborg stößt natürlich auch Sportlehrer und Völkerball-Teamchef Hans Martin Asmussen dazu.

Alles auf sich zukommen lassen

Was die Mannschaft aus Buhrkall bei der Meisterschaft erwartet und mit welchen Gegnern es das Team tun bekommt, ist noch ungewiss. Ein Spielplan war bis Mitte der Woche noch nicht herausgegeben.

Das Werfen und Treffen sind beim Völkerball ganz wichtige Elemente. Foto: kjt

Die Erwartungen sind eher bescheiden.

Wie Sportlehrer Hans Martin Asmussen am Rande der kürzlich durchgeführten Generalversammlung anmerkte, hoffe man, als Minimalziel eine Begegnung zu gewinnen.

Werden es mehr, sei es umso schöner, so Asmussen, der die Trainingseinheiten im Sportunterricht mit großer Zustimmung des Teams natürlich forciert hat.

Die Meister der anderen Regionen haben den Schwerpunkt womöglich schon viel länger aufs Völkerballspielen gelegt und haben eine entsprechende Spielstärke. Man müsse das auf sich zukommen lassen, so Schulleiterin Ute Eigenmann, die ebenfalls keinen Druck aufbauen möchte.

Dabei sein ist alles

In Viborg gehe es auch um den olympischen Gedanken „dabei sein, ist alles“.

Man wolle die Teilnahme am Event und den Aufenthalt in Viborg genießen, unabhängig davon, wie es für die Kinder auf dem Völkerballfeld läuft, so der Tenor an der Buhrkaller Schule.

Interessant wird ja auch, wie man im hohen Norden als Schule der deutschen Minderheit in Nordschleswig zur Kenntnis genommen wird. Gegnerische Schulen wissen vielleicht gar nichts über die deutsche Volksgruppe im Land.

Die „Kastanien" fahren nach Viborg zur dänischen Völkerball-Meisterschaft. Zu den Daumendrückern gehört unter anderem Schulleiterin Ute Eigenmann (rechts). Foto: kjt

Dass Völkerball mitunter als legalisiertes Mobbing und als regelrechtes Kriegsspiel kritisiert wird, ist in Buhrkall kein vordergründiges Thema. Hier steht der sportliche Aspekt komplett im Fokus.

Großer Trainingseifer

An Motivation mangelt es den Buhrkaller Kindern nicht. Beim Sportunterricht am Mittwoch gingen die Schülerinnen und Schüler mit viel Elan und lautem Geschrei ans Werk.

Sogar ohne Chefcoach Hans Martin Asmussen, der ausnahmsweise verhindert war, wurde gewissenhaft gespielt, die Völkerballfertigkeit weiter trainiert und auch an der Taktik gefeilt.

Gegner abwerfen, eigene Abwürfe durch schnelle Reaktion verhindern und das Fangen des Balles, was den gegnerischen Werfer ins Aus schickt: Das sind die wesentlichen Bestandteile des Völkerballs.

Beim Völkerball geht es um das Abwerfen und Ausweichen. Foto: kjt

Es geht zudem um Taktik, und da hat Hans Martin Asmussen ebenfalls angesetzt. Wann sollte der Ball geworfen, wann ein Sprungwurf angesetzt werden, wie positioniert man sich am besten, welche Ausweichbewegungen sind ratsam, und wann entscheide ich mich dazu, den Ball zu fangen?

Bei diesen Dingen möglichst clever zu sein, stand bei den Übungseinheiten im Mittelpunkt.

Maxx ist hochmotiviert

Schon sehr geschickt und abgeklärt stellt sich unter anderem Maxx Mathiesen an. Er ist einer der Leistungsträger, zu denen auch einige Mädchen gehören.

Wenn man Maxx in der Schulturnhalle spielen sieht, wird klar: Er hat das Spiel verinnerlicht.

Er hat auch eine Lieblingsposition, die seinem spielerischen Geschick durchaus gerecht wird.

„Am liebsten bin ich der König“, so der Elfjährige in einer kurzen Trainingspause in der Turnhalle zum „Nordschleswiger“.

Der König ist beim Völkerball die entscheidende Figur, die bis zuletzt übrigbleibt.

Maxx Mathiesen freut sich auf die Viborg-Tour. Foto: kjt

Auch Maxx weiß nicht, wie stark die Vertreter der anderen Regionen bei der Meisterschaft einzustufen sind. Er gibt sich aber optimistisch.

„Man hofft ja, dass man alle Spiele gewinnt. Wir müssen sehen, was möglich ist.“

Maxx sieht sich und seine Teamkameradinnen und -kameraden gut gerüstet.

Die Taktik im Blick

„Wir haben mit Hans Martin die letzten zwei Wochen viel geübt, auch draußen auf dem Schulhof. Trainiert wurde dabei nicht nur das Abwerfen und Ausweichen. Es ging auch um taktische Dinge“, so der gewiefte Völkerballer, der Einzelheiten zur Taktik der eigenen Mannschaft natürlich nicht preisgibt!

Nur so viel: „Hans Martin hat mit uns auch ganz viel das Fangen geübt. Das kann beim Völkerball ja auch entscheidend sein“, weiß Maxx, der in der Freizeit vorrangig Fußball spielt, das Werfen und Fangen aber auch ganz gut beherrscht.

Dass die Klassenfahrt statt nach Tydal nun nach Viborg geht und die großen Schüler unter sich sind, finde er gar nicht mal so schlecht, gesteht Maxx.

„Das ist ziemlich gut“, so der Buhrkaller mit einem klein wenig frech anmutenden Lächeln.

Noch besser wird es in Viborg, wenn es beim Völkerball gut läuft. Am 17. und 18. Mai wird es sich herausstellen.

Völkerball – vom Kriegsspiel zum sportlichen Event

Das Spielfeld wird durch die Mittellinie in zwei gleich große, rechteckige Bereiche getrennt. Die Spielfeldgröße variiert je nach Altersgruppe. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind durch keine sonstige physische Grenze (Netz, Seil o. Ä.) getrennt.
Vor Beginn des Spiels wählt jede der beiden Spielparteien einen König. Dieser bleibt bis zur Schlussphase des Spiels in seinem Außenfeld. Eine Person, die – im Innenfeld stehend – von einem von der gegnerischen Partei kommenden Ball getroffen wird und ihn nicht fangen kann, ist raus und muss ins Außenfeld des Teams. Wurde die Person von einem im Außenfeld stehenden Gegner getroffen, so darf dieser (sofern er nicht der König ist) in das Innenfeld seiner Partei zurückkehren. Personen im Außenfeld können nicht abgeworfen werden.
Sind alle Innenfeldspieler getroffen worden und ist das Innenfeld damit verwaist, muss der König in sein Innenfeld wechseln. In der Regel erhält der König nun den Ball und hat drei Leben. Erst wenn alle seine Leben verbraucht sind, endet das Spiel. Quelle: wikipedia

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