Sozialdienst Tingleff

Der persönliche Kontakt bleibt oberstes Gebot

Der persönliche Kontakt bleibt oberstes Gebot

Der persönliche Kontakt bleibt oberstes Gebot

Tingleff/Tinglev
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Generlversammlung des Sozialdienstes Tingleff in der Sporthallencafeteria Foto: kjt

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In der Cafeteria der deutschen Sporthalle zog der Sozialdienst Tingleff Bilanz. In den Mittelpunkt rückte unter anderem Gisela Schirrmacher, die als „Schatzmeisterin“ nach 30 Jahren aus dem Vorstand ausschied. Freuen kann sich der Verein über Zuwachs.

Es hat so manche umstrittenen Amtsinhaber gegeben, unter anderem in Übersee, denen man statt vier lieber nur zwei Jahre Dienstzeit eingeräumt hätte.

Im Sozialdienst Tingleff ist es zum Glück anders. Die Amtszeit bleibt dort bei vier Jahren. Darauf verständigte man sich auf der Generalversammlung in der Cafeteria der Deutschen Sporthalle Tingleff.

Peter Blume, zugleich Versammlungsleiter, hatte den Vorschlag zur Satzungsänderung eingereicht, wonach Vorstandsmitglieder statt für vier nur für zwei Jahre gewählt werden.

Blume begründete es mit der durchaus plausiblen Überlegung, dass die lange Periode aktuelle oder neue Vorstandsmitglieder abschrecken könnte, eine weitere Amtszeit dranzuhängen bzw. sich wählen zu lassen.

„Ich ziehe den Antrag mit Freude zurück“, sagte Blume nach einigen Wortmeldungen dann mit einem Schmunzeln.

Peter Blume, auch Versammlungsleiter des Nachmittags, zog einen Antrag auf Satzungsänderung „mit Freude zurück". Foto: kjt

Wie kam es dazu, dass ein Antragsteller sein Anliegen mit großem Wohlwollen zurückzieht?

Kontinuität und Zusammenspiel

Die Argumente unter anderem von der Vorsitzenden Dorte Schultz und Vorstandskollegin Christa Schrøder gaben den Ausschlag.

Beide meinten, dass vier Jahre für Kontinuität sorgen, die Vorstandsmitglieder sich besser kennenlernen und aufeinander einspielen können und dass es bislang kein Problem gewesen sei, neue Vorstandsmitglieder zu finden.

So auch nicht auf der diesjährigen Generalversammlung.

Für Esther Hartung und Gisela Schirrmacher, die seit Jahrzehnten dabei war und die Kasse führte, wurden Hella Hartung aus Tingleff und Elke Jepsen aus Klipleff (Kliplev) gewählt. Der Posten von Willi Schidlowski, der wegen anderer Vorstandsarbeit ein Jahr vor Amtsende ebenfalls auf eigenen Wunsch ausschied, ist hingegen bewusst nicht neu besetzt worden.

„Der Vorstand besteht dann immer noch aus zwölf Personen. Das reicht“, bemerkte Dorte Schultz.

Dank für unermüdlichen Einsatz

Sie und Vorstandskollegin Elke Carstensen dankten Gisela Schirrmacher für 30 Jahre unermüdlichen und akribischen Einsatz und überreichten ein Abschiedsgeschenk.

Dorte Schultz (l.) dankte Gisela Schirrmacher für viele Jahre treue Dienste im Vorstand des Tingleffer Sozialdienstes. Foto: hpb

Ein Dank ging auch an Willi Schidlowski und an Esther Hartung, die an der Versammlung nicht teilnehmen konnte.

In ihrem bebilderten Rückblick erinnerte Dorte Schultz an die Veranstaltungen, die im vergangenen Jahr trotz Corona-Krise durchgeführt werden konnten, darunter die schöne Spaziertour um den Seegaarder See (Søgaard) bei Vorstandsmitglied Helmut Carstensen, der abwechslungsreiche Besuch im Egeskov Schloss und das Entenessen in der Nachschule mit rekordverdächtiger Teilnehmerzahl von über 70.

Beim Entenessen sei ganz viel geschnackt worden. „Das haben wir so vermisst in der Corona-Zeit“, so Schultz.

Gemeinschaftsfest

Sie wies auf das Frühlingsfest zusammen mit den Freunden des Buhrkaller Sozialdienstes hin, das für den 21. April in der Nachschule geplant ist und sicherlich auch viel Gelegenheit zum „Schnacken“ geben wird.

Dorte Schultz (r.) während ihres bebilderten Rückblicks auf das vergangene Vereinsjahr Foto: kjt
Die Technik streikte etwas auf der Generalversammlung. Zum Glück konnte das Reparaturteam mit Gisela Schirrmacher, Familienberaterin Karin Hansen Osmanoglu, Elke Carstensen und Dorte Schultz (v. l.) den Projektor wieder zum Laufen bringen. Foto: kjt

Das Erstellen des neuen Veranstaltungsprogramms läuft und soll im Mai abgeschlossen werden. Man wolle die eine oder andere Aktivität in Zusammenarbeit mit den deutschen Nachbarvereinen und auch mal mit dänischen Institutionen wie dem Hausfrauenverein anbieten.

Anregungen und Ideen für Veranstaltungen könne man jederzeit an den Vorstand richten, so die Antwort von Dorte Schultz auf die Frage von Bernd Larsen.

Wir wollen unsere Mitglieder auch weiterhin besuchen. Wir sind ein Sozialdienst. Persönlicher Kontakt ist wichtig.

Dorte Schultz

Der Verein hat zurzeit 310 Mitglieder und kann sich über 20 neue Mitglieder freuen. Es handele sich in erster Linie um Zuzüglerinnen und Zuzügler aus Deutschland, so die Vorsitzende in ihrem Bericht.

Direkter Austausch

Trotz immer verbreiteter Möglichkeiten für elektronische Abbuchungen teile sich der Vorstand nach wie vor auf und hole die Mitgliedsbeiträge persönlich ein.

„Wir wollen unsere Mitglieder auch weiterhin besuchen. Wir sind ein Sozialdienst. Persönlicher Kontakt ist wichtig“, betonte Schultz.

In ihrem allerletzten Kassenbericht präsentierte Gisela Schirrmacher ein ansprechendes Vereinsplus in Höhe von rund 23.000 Kronen. Der Mitgliedsbeitrag ist auf 60 Kronen festgelegt.

Elke Jepsen ist neu in den Vorstand gewählt worden und stellte sich auf der Generalversammlung kurz vor. Sie stammt aus Feldstedt, lebt seit 1993 in Klipleff und besuchte in jungen Jahren das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig in Apenrade (Aabenraa). Nach dem Abitur studierte sie Germanistik und Religion, hat beruflich aber als EDV-Lehrkraft gearbeitet. Sie ist seit Kurzem im Vorruhestand, ist verheiratet und hat zwei Kinder sowie drei Enkel. Foto: kjt

Satzungsgemäß legte auch Familienberaterin Karin Hansen Osmanoglu einen Tätigkeitsbericht vor.

Sie ging auf die vielfältigen Aufgaben der vergangenen Monate ein. Viel Kontakt hat sie unter anderem zu Familien, die aus Deutschland zugezogen sind.

Unter Punkt „Verschiedenes“ kam so manche Anregung ins Spiel.

Versammlungsteilnehmerinnen und -teilnehmer schlugen unter anderem vor, den „runden Tisch“ für die Vereine in Tingleff wiederzubeleben, verstärkt die Zusammenarbeit mit Nachbarvereinen zu suchen und im Winterhalbjahr einen Spielenachmittag zu veranstalten.

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