Kultur und Freizeit

Karnevalsumzug, Ringreiten, Bierpong: In Tingleff geht’s rund

Karnevalsumzug, Ringreiten, Bierpong: Hier geht’s rund

Karnevalsumzug, Ringreiten, Bierpong: Hier geht’s rund

Tingleff/Tinglev
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Beim Dorffestumzug in Tingleff ist oft auch der örtliche deutsche Kindergarten dabei (Archivfoto). Foto: kjt

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Nach Corona-Zwangspause steigt auf der Festwiese am Flensborglandevej wieder das Dorf- und Ringreiterfest. Drei Tage lang soll gefeiert werden. Das Programm hat Altbewährtes aber auch Skurriles zu bieten.

„Wildwest“. Das ist das Motto des diesjährigen Dorf- und Ringreiterfests in Tingleff, das coronabedingt zwei Jahre in Folge nicht stattfinden konnte, jetzt aber endlich wieder über die Bühne gehen soll.

Die Organisatoren um den Ringreitervereinsvorsitzenden Thomas Møller Jensen haben ein dreitägiges Veranstaltungsprogramm zusammengestellt und stecken für die Dorfsause vom kommenden Freitag, 5. August, bis Sonntag, 7. August, in der hießen Vorbereitungsphase.

Wildwest-Motto für mehr Stimmung

Thomas Jensen hofft, dass das Wildwest-Motto zusätzlichen Schub für das dreitägige Fest geben wird.

Ausschank auf dem Tingleffer Ringreiterplatz (Archivfoto) Foto: Karin Riggelsen

„Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder auf ein Thema zurückgegriffen, um für Abwechslung und zusätzlichen Anreiz zu sorgen. Wir vom Organisationsteam werden Cowboyhüte tragen, und wir hoffen natürlich, dass sich viele Gäste auch des Mottos annehmen, um dem Miteinander ein besonderes Flair zu geben“, so der Ringreitervereinsvorsitzende.

Das Veranstaltungsprogramm umfasst altbewährte Elemente wie Seniorenfest und Kleinfeld-Fußballturnier zum Auftakt am Freitag, Dorffestumzug und große Zeltfete am Sonnabend sowie Ringreiten am Sonntag (ab 11.30 Uhr).

Auf das Festprogramm hat es auch ein Trinkspiel geschafft, das sich vor allem bei jungen Menschen nicht nur hier im Lande großer Beliebtheit erfreut: „Bierpong" (auf Englisch „Beer Pong“).

„Gespielt“ wird in der Regel in Zweier-Teams. Es geht darum, Tischtennisbälle in Becher mit Bier – in der Regel zehn – des gegnerischen Teams zu werfen. Landet ein Ball in einem Becher, muss er ausgetrunken werden. Wer zuerst alle Becher der Gegner trifft, gewinnt das Spiel.

Spielen kontra saufen

Zum traditionellen Frokost beim Ringreiterfest in Apenrade (Aabenraa) wurde jüngst die Kritik laut, dass ganz viele, meist junge Besuchende nur noch an der Bar stehen und den Festredenden keine Beachtung schenken.

Anstatt das Beisammensein erst einmal gesittet einzuläuten, arte es umgehend in ein Gelage aus, so ein Vorwurf in einem Leserbrief bei „JydskeVestkysten“.

Ist das nicht auch die Gefahr in Tingleff, wenn ein Trinkspiel wie Bierpong auf dem Programm steht? Ist es womöglich ein falsches Signal?

Thomas Jensen gibt sich gelassen. Im Mittelpunkt stehe das spielerische Miteinander.

„Es ist ein beliebtes Spiel. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können selbst bestimmen, wer trinkt, und wenn jemand auf Sprudel zurückgreift, wird auch keiner etwas sagen. Es soll ein lustiges Turnier werden. Der eine oder andere wird sicherlich etwas angetrunken sein, es geht aber nicht darum, dass Leute sternhagelblau werden“, so der Vorsitzende.

Parallel gebe es auch andere Aktivitäten. So soll es zum Beispiel ein Brett zum Nägel-Einhämmern für Abwechslung sorgen – ohne Trinkzwang.

Thomas Møller Jensen (Archivfoto) Foto: Karin Riggelsen

Man habe nach etwas gesucht, dass für mehr Besuch am Freitag sorgen kann. „Daran hat es in den vergangenen Jahren gemangelt“, ergänzt der Vorsitzende.

Umzug vorverlegt

Er und seine Komiteekolleginnen und- kollegen hoffen, dass das Dorffest nach der Corona-Pause insgesamt gut angenommen wird.

Neben der Wildwest-Party gehört der karnevalsähnliche Festumzug am Sonnabendnachmittag zu den Höhepunkten. Der Umzug mit Start auf dem Centerplatz ist zeitlich auf 13 Uhr vorverlegt worden.

„Damit alle etwas mehr Zeit haben, sich für das Zeltfest klarzumachen“, erklärt Thomas M. Jensen.

Oldtimertrecker und deren Fahrer beim Dorffestumzug in Tingleff Foto: kjt

Gespannt sei man auch auf das Ringreiten am Sonntag.

Bei Ringreiterwettbewerben in Nordschleswig in den vergangenen Wochen sind die Zahlen der Reiterinnen und Reiter zum Teil stark zurückgegangen. Auch in Tingleff werde man darum nicht herumkommen.

Wir lange hält sich noch die Familientradition „Ringreiten"? Diese Frage beschäftigt unter anderem auch das Organisationsteam des Tingleffer Dorf- und Ringreiterfests. Foto: Karin Riggelsen
Das Ringreiten hat in Nordschleswig eine lange Tradition. Foto: Karin Riggelsen

Keine ultimative Reiterzahl

„Einige haben ihre Pferde verkauft, andere das Ringreiterhobby aus den Augen verloren. Wir nehmen es, wie es kommt und haben uns kein Minimalziel gesetzt. Kommen 40, dann sind es 40, kommen 80, dann sind es 80. Es ist halt ein Neubeginn nach der Corona-Krise. Vielleicht wird es im kommenden Jahr schon wieder anders“, so Jensen.

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