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Energiekrise und Marderhunde: Schluss mit Weihnachtsgansverkauf in Stoltelund

Schluss mit Weihnachtsgansverkauf in Stoltelund

Schluss mit Weihnachtsgansverkauf in Stoltelund

Stoltelund
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Thies Thomsen hat die nebenberufliche Geflügelzucht aufgegeben (Archivfoto). Foto: Friedrich Hartung

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Thies Thomsen züchtet kein Geflügel mehr. Dass er das Handtuch wirft, hat gleich mehrere triftige Gründe.

In der Vorweihnachtszeit herrschte bei Thies Thomsen in Stoltelund bei Tingleff (Tinglev) jahrelang ein großes Kommen und Gehen. Viele wollten sich für die Weihnachtsfesttage mit einer Gans, einer Ente oder einer Pute aus der Hobbygeflügelzucht des Stoltelunders eindecken.

Aus einem großen Umkreis kamen Kundinnen und Kunden, um die meist vorbestellten Festbraten abzuholen.

Auch „Der Nordschleswiger" griff für sein Gänse-Preisrätsel auf die Produkte aus Stoltelund zurück. Damit ist nun Schluss.

Thies Thomsen hat die Freilandgeflügelzucht eingestellt. Wo einst mehrere Hundert gefiederte Zweibeiner herumliefen, herrscht mittlerweile gähnende Leere.

Viele Gründe

Es seien viele Faktoren gewesen, die ihn den Entschluss fassen ließen, mit der Zucht und dem Verkauf aufzuhören. „Es kam ganz viel zusammen. Die Geflügelgrippe hatte Auswirkungen, Marderhunde holten sich viele Tiere, und es gestaltete sich schwierig, einen Schlachter für einen Termin zu finden, der mir passte“, so der Stoltelunder.

Rund 70 Enten hatten Marderhunde in der vorherigen Saison gerissen, schätzt der mittlerweile ehemalige nebengewerbliche Geflügelzüchter.

Ein Foto aus vergangenen Tagen: Thies Thomsen mit einer Ente aus eigener Zucht Foto: Friedrich Hartung

Was noch schwerer wiegt, waren die hohen Betriebskosten. „Futter wurde immer teurer. Von 200 Kronen stieg der Preis auf über 400 Kronen. Noch schlimmer sah es bei den Energiekosten aus. Die Stromkosten des Gefrierraums lagen im Sommer bei 7.000 Kronen im Monat“, so Thomsen.

Viele Jahre verkaufte er das Geflügel unmittelbar nach dem Schlachten, ehe er vor einigen Jahren in eine kleine Gefrierhalle investierte, die ein längeres Lagern ermöglichte.

Aufwand steht nicht mehr im Verhältnis

Unter dem Strich sei alles mindestens doppelt so teuer geworden. Damit sei kein Gewinn zu machen. Die ganze Arbeit mit der Zucht stehe nicht mehr im Verhältnis, sagt der Hobby-Landwirt, der seit vielen Jahren bei der Tingleffer Elementfabrik arbeitet und dort bekannt ist wie ein bunter Hund.

Dass er Nägel mit Köpfen gemacht hat und keine Tiere mehr auf seinem Hof in Stoltelund züchten möchte, hat noch einen weiteren Grund. „Mir schwebt vor, im kommenden Frühjahr in den Ruhestand zu gehen. Ich finde, nach 46 Berufsjahren steht mir das zu. Ich möchte die freie Zeit dann ohne Geflügelzucht nutzen“, sagt der Stoltelunder.

Viel Fahrrad fahren, Unternehmungen und dabei weder haupt- noch nebenberuflich verpflichtet zu sein. Das stehe für ihn nun im Mittelpunkt.

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