Bildung und Ferienspass

Vorhang auf: Deutsch-dänisches Kinder- und Jugendcamp

Vorhang auf: Deutsch-dänisches Kinder- und Jugendcamp

Vorhang auf: Deutsch-dänisches Kinder- und Jugendcamp

Judith Reicherzer
Judith Reicherzer
Broacker/Broager
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Deutsch-dänisches Sommercamp
3, 2, 1 – es ist Zeit für ein Gruppenfoto. Foto: Florian Schaaf

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Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: Theater-, Film-, Musik- und Tanzworkshops sorgen für viel Abwechslung bei dem einwöchigen interkulturellen Projekt in der grünen Umgebung des Schullandheims Gendarmstiens Lejrskole bei Broacker.

Von A wie Aufwärmen bis Z wie Zusammenhalt – beim deutsch-dänischen Sommercamp vom 31. Juli bis zum 6. August verbringen 85 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren gemeinsam mit Betreuenden eine kreative Freizeit. „Der Nordschleswiger“ war zu Besuch im Ferienlager.

Jeden Morgen sind Yoga und gemeinsames Aufwärmen angesagt, im Anschluss beginnen die Workshops, abends gibt es Lagerfeuer, Disco und Karaoke, so entstehen eine Gruppendynamik und Zusammenhalt.

Deutsch-dänische Sommercamp
David Rotsheck (10) und Milan Rode (12) gestalten einen Zeichentrickfilm. Foto: Florian Schaaf

Ein Camp, viele Sprachen

Im Ferienlager wird hauptsächlich Deutsch und Dänisch gesprochen, die Betreuenden und Dozierenden wechseln untereinander manchmal ins Englische. Laura Laffin ist freiwillige Helferin im Camp und ist begeistert, wie großartig die Kinder die Workshops und die Mehrsprachigkeit meistern: „Es ist wirklich beeindruckend, die Fortschritte der Kinder zu sehen. Zu Beginn waren viele noch schüchtern, aber mit der Zeit sind alle aufgetaut und haben mehr Mut gezeigt“, sagt die 17-Jährige, die den Instagram-Account des Camps pflegt und bereits selbst ein paar dänische Grundkenntnisse im Ferienlager gelernt hat.

Marianne Müller Nielsen, die Leiterin des Camps, freut sich, dass die Freizeit schon zum vierten Mal ein Erfolg ist. Neben der Hauptorganisation durch die Kommune Apenrade (Aabenraa), das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Flensburg (Flensborg), und der Performance Akademi Sonderburg (Sønderborg) gibt es viele Netzwerkpartner, wie den Bund Deutscher Nordschleswiger oder den Deutschen Schul- und Sprachverein für Nordschleswig. „Sie alle tragen dazu bei, dass unser grenzüberschreitendes Konzept aufgeht“, sagt Stefanie Jung vom Kinder- und Jugendbüro Flensburg. Die pädagogische Leiterin Imme Hartwig berichtet, dass dieses Jahr bei der Zimmerverteilung auf die Mehrsprachigkeit geachtet und die Teilnehmenden durchgemischt wurden.

Deutsch-dänisches Sommercamp
Das Organisationsteam ist zufrieden: Imme Hartwig (Pädagogische Leitung), Stephanie Jung (Kinder- und Jugendbüro Stadt Flensburg) und Marianne Müller Nielsen (Organisatorin/Leiterin Camp). Foto: Florian Schaaf

Theater-, Film-, Musik- und Tanzworkshops

In kleinen Teams unter Anleitung erfahrener Dozierender werden Theaterstücke und Tanzchoreografien eingeübt, Musikbeats kreiert, und es wird das Filmemachen in der Praxis erlernt.

Laura Schäfer (10) und Leonie Trinkies (10), die sich beide bereits von der Deutschen Schule Tingleff (Tinglev) kennen, besuchen den Theaterworkshop und freuen sich schon auf die Aufführung am Sonnabend; es sind auch Eltern eingeladen. „Ich spiele Rotkäppchen, aber es ist eigentlich Grünkäppchen, denn wir hatten nur eine grüne Kappe“, erzählt Leonie Trinkies. Ihre Freundin Laura Schäfer verkörpert im Stück die Großmutter.

Leonie Trinkies (10) und Laura Schäfer (10) sind im Theaterworkshop. Foto: Florian Schaaf

In einer Woche von der Idee über den Dreh zum Schnitt bis zum fertigen Film verspricht der Filmworkshop. Die Kleingruppen sind frei in der Umsetzung, und von Action- bis Zeichentrickfilm ist alles dabei.

David Rotsheck (10) und Milan Rode (12) machen einen Zeichentrickfilm. Dafür haben sie zunächst ihre Geschichte auf Papier gemalt und diese schrittweise mit dem Tablet abfotografiert. Die einzelnen Bilder fügen sie dann zu einem Film zusammen. „Es geht um eine Fliege, die eine Galaxie verspeist“, verraten die beiden über den noch nicht fertigen Film.

Mehr Action ist bei Liam Aslan Darjazini (11) und seinen Freunden angesagt, denn es wird eine Verfolgungsszene gedreht. „Jeder darf mal spielen und drehen. Wir wechseln uns ab“, erzählt der Elfjährige. Den Film produziert die Gruppe im Garten des Schullandheims bei Broacker (Broager) mit Blick auf die Flensburger Förde.

Deutsch-dänisches Camp
Musikworkshop: der Beat des Camps Foto: Florian Schaaf

Den passenden Beat der Sommerferien erzeugen die Kleingruppen der Elektromusik-Workshops. Unter der Anleitung von Alexander Klauck lernen die Teilnehmenden, wie man Töne erzeugt und diese zu einem rhythmischen Beat zusammenfügen kann. „Mir ist es wichtig, den Kindern viel Freiraum zu lassen und ihnen mit Tipps und Ratschlägen zur Seite zu stehen“, sagt Alexander Klauck, der Schlagzeug spielt und schon zum zweiten Mal bei einem Sommercamp dabei ist. „Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern um das Entdecken“, ergänzt er.

Bei den Tanzworkshops gibt es grenzenlose Möglichkeiten, ob wild, sanft, schnell oder langsam – die Kinder und Jugendlichen können alles ausprobieren. Es geht um ein gutes Körpergefühl und Spaß, und wenn alles klappt, wird am Sonnabend zu den rhythmischen Klängen des Elektromusik-Workshops vorgetanzt.

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Henning Kracht
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