IHN-Seuche

Bürgermeister fordert Soforthilfe für Forellenzüchter und Angelteichbesitzer

Bürgermeister fordert Soforthilfe für Forellenzüchter und Angelteichbesitzer

Bürgermeister fordert Soforthilfe für die Teichwirtschaftler

Apenrade/Aabenraa
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Die Renzer Fischzucht beliefert normalerweise etliche Angelseen im Landesteil mit ihren Regenbogenforellen. Foto: Helge Möller

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Thomas Andresen springt für die betroffenen Betriebe aus der Kommune Apenrade in die Bresche. Die Teichwirtschaftler fühlen sich von den Behörden im Stich gelassen.

Die um sich greifende Fischseuche IHN (Infektiöse Hämatopoetische Nekrose) hat Apenrades Bürgermeister Thomas Andresen (Venstre) bewogen, sich an den zuständigen Minister für Lebensmittel, Landwirtschaft und Fischerei, Rasmus Prehn (Soz.) zu wenden.

Andresen fordert rasche Hilfe für die Branche, ähnlich, wie sie sie vor Monaten den Minkzüchtern zuteilwurde.

„Leider sind mehrere Fischzuchtbetriebe und Angelseen in Südjütland entweder geschlossen oder zumindest durch die strengen Beschränkungen wegen der ausgebrochenen Fischseuche IHN stark betroffen“, schreibt der Bürgermeister einleitend und erwähnt, dass ihm schon mehrere Fälle aus seiner Kommune bekannt sind.

Mehrere Betriebe betroffen

Er erwähnt als allererstes die Forellenzucht in Renz (Rens), die unter der Aufsicht der Lebensmittelbehörde steht, und weder Fische verkaufen noch umsetzen darf. Darüber hinaus wisse er von vier Angelseen, die geschlossen sind, weil sie Fische aus betroffenen Forellenzuchtbetrieben bezogen haben. „Vier weitere sind von der Restriktionszone im Wiedau-System betroffen“, fügt Thomas Andresen hinzu.

Es sei ihm bekannt und er begrüße es auch, dass die Lebensmittelbehörde eng mit den Teichwirtschaftlern zusammenarbeitet, um die Fischseuche einzudämmen.

„Die betroffenen Betriebe fühlen sich von den Behörden im Stich gelassen“, schreibt der Bürgermeister weiter in seinem Brief an den zuständigen Minister.

Branche hängt in der Luft

„Die Lebensmittelbehörde hat angeblich den betroffenen Teichwirtschaftlern mitgeteilt, dass noch nicht entschieden ist, was mit den Fischen geschehen soll, die von den Restriktionen betroffen sind, und dass die Behörde der Auffassung ist, dass die jetzigen Einschränkungen keine finanzielle Hilfe auslösen. Es mildert nicht gerade die Unsicherheit, dass die Restriktionen laut Lebensmittelbehörde auf jeden Fall bis Ende 2023 aufrechterhalten bleiben und vermutlich sogar länger“, weist Thomas Andresen auf die vertrackte Situation dieser Branche hin.

Als Bürgermeister einer Kommune, in der das primäre Lebensmittelgewerbe und der Tourismus von relativ hoher Bedeutung für die Beschäftigung sind, sind berechenbare und sichere Rahmen für den Erhalt und der Entwicklung eines Unternehmens wichtig, unterstreicht Andresen. Er fordert deshalb den Lebensmittelminister dazu auf, die sprichwörtliche Butter bei die (verseuchten) Fische zu geben, indem er für klare Verhältnisse und Lösungen sorgt.

„Die Forellenzüchter und Angelseebetreiber benötigen klare Ansagen, was sie mit den betroffenen Fischen machen sollen und was sie tun können, um von den Einschränkungen freizukommen. Ich fordere das Ministerium dazu auf, eine Kompensation für die betroffenen Betriebe zu erwägen, wie sie den Minkzüchtern in Verbindung mit dem Corona-Virus zuteilwurde“, schließt der Bürgermeister sein Schreiben.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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