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In Tingleff Schutzzonen um Trinkwasserbrunnen in Arbeit

In Tingleff Schutzzonen um Trinkwasserbrunnen in Arbeit

In Tingleff Schutzzonen um Trinkwasserbrunnen in Arbeit

Tingleff/Tinglev
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Auch im Bereich des Tingleffer Wasserwerks wird Trinkwasser aus 120 Meter Tiefe gefördert. Die Brunnen dort sollen durch Schutzzonen, die bis in Landwirtschaftsflächen reichen, langfristig gesichert werden. Foto: Volker Heesch

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Bis Jahresende müssen die Bereiche mit Verboten beim Pestizid- und Düngereinsatz rund um die Anlagen zur Trinkwassergewinnung von Behörden und Grundbesitzern festgelegt werden. Die Kundschaft der Wasserwerke muss die Entschädigungen für betroffene Landwirte bezahlen.

Bereits 2019 ist in Dänemark angesichts des andauernden Problems der Trinkwasserverunreinigung vor allem durch Pestizide die Einrichtung von Schutzzonen um Wasserwerksbrunnen beschlossen worden.

Ausweisung durch staatliche Behörde

Doch trotz immer neuer beunruhigender Meldungen über Nachweis von Schadstoffen in Trinkwasserbrunnen, Schließungen von verunreinigten Anlagen und hohen Kosten durch Bau neuer Wasserwerke sind die Schutzzonen größtenteils noch nicht von der staatlichen Umweltbehörde „Miljøstyrelsen“ ausgewiesen worden. „In Tingleff müssen noch Verhandlungen mit Grundeigentümern abgeschlossen werden“, berichtet Thomas Muntzeck, der Leiter des Tingleffer Wasserwerkes.

Thomas Muntzeck ist erleichtert, dass die Wasserproben aus dem Tingleffer Wasserwerk frei von Schadstoffen aus der Gruppe der PFAS-Verbindungen sind. Foto: Volker Heesch

„Es geht um landwirtschaftlich genutzte Flächen, deren Eigentümerinnen und Eigentümer Entschädigungen erhalten, wenn sie nach Ausweisung der Schutzzone keine oder weniger Pestizide ausbringen dürfen“, so Muntzeck.

Wasserwerkskundschaft muss zahlen

„Die Entschädigungen werden durch die Kundinnen und Kunden der Wasserwerke finanziert“, berichtet der Wasserwerksleiter, der unterstreicht, dass in Tingleff das Trinkwasser aus gut vor Schadstoffen geschützten Tiefbrunnen mit bis zu 220 Meter Tiefe gefördert wird.

Über die Homepage des Tingleffer Wasserwerks können sich alle Interessierten über die Messergebnisse der Trinkwasserüberwachung informieren. Foto: Tinglev Vandværk

Sie liegen im Ortsbereich beim Pflegeheim und am Wasserwerk am westlichen Ortsrand.

Probleme durch Gift vom Bahnbereich

Vor Jahrzehnten musste das Wasserwerk Trinkwasserbrunnen im Bereich des Tingleffer Waldes aufgeben. Dort war das Wasser durch Pestizide verunreinigt worden, die vom Gelände des Bahnhofs, wo Unkrautvernichtungsmittel verspritzt worden waren, ins Grundwasser gesickert sind.

Auf dieser Karte der staatlichen Umweltbehörde sind durch Schadstoffe gefährdete Gebiete um Trinkwasserbrunnen in Tingleff eingezeichnet. Foto: mst

Als Vorkehrungen gegen Pestizidgefahren an Brunnen sind Anwendungsverbote, die im Grundbuch vermerkt werden, ebenso zu finden wie Neupflanzungen von Wäldern. Die Kommunen müssen Pestizidverbote durchsetzen, wenn es keine Verständigung auf freiwilliger Basis gibt. Im Bereich von Tingleff betreffen Pestizidverbote künftig nicht nur Landwirtinnen und Landwirte mit Flächen an den Brunnen. Auch Hobbygärtner oder Hausbesitzer, die ihre Flächen mit Giften bearbeiten, müssten ihre Giftspritzen „einmotten“.

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