Kindergarten Rothenkrug

Singend für Selbstbewusstsein und Gemeinschaft

Singend für Selbstbewusstsein und Gemeinschaft

Singend für Selbstbewusstsein und Gemeinschaft

Rothenkrug/Rødekro
Zuletzt aktualisiert um:
Anke Bregas singt seit einigen Wochen regelmäßig mit den Kindern aus der Schule und dem Kindergarten. Das stärkt unter anderem die Gemeinschaft. Foto: Karin Riggelsen

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Kinder der Deutschen Schule Rothenkrug und des zugehörigen Kindergartens singen regelmäßig gemeinsam. Dadurch entwickeln sich die Bande zwischen den Kindern und den Institutionen. Das soll auch die Zukunft der Schule sichern, erklären Lehrerin und Pädagogin.

„Guten Morgen, liebe Kindergartenkinder“, sagt Anke Bregas. Sie ist pädagogische Mitarbeiterin an der Deutschen Schule Rothenkrug und ist mit den Nullt- bis Drittklässlern im angeschlossenen Kindergarten. Die Mädchen und Jungen wissen schon, was sie erwartet. Sie haben sich im Raum auf den Boden gesetzt, bunt gemischt sitzen sie dort – schon miteinander vertraut – und reden miteinander. Es wird gelacht. Dann beginnt Anke eine Melodie auf der Gitarre zu spielen. „Was machen wir mit den müden Kindern?“, fragt sie und beginnt das gleichlautende Lied zur Melodie zu singen. Nicht lange und die Kinder setzen ein und singen mit.

Die Kinder sitzen in einer großen gemischten Gruppe zusammen. Foto: Karin Riggelsen

Es folgt ein weiteres Lied. Auch das ist allen schon geläufig, und die Mädchen und Jungen singen lauthals mit. Die wenigen, die noch still waren, sind mit dabei und alle setzen mit voller Stimme ein.

So geht es noch einige Zeit weiter. Lieder werden gesungen, und die Kleinen liegen zum Teil bei den Schulkindern im Arm.

„Die Kinder lieben es“, sagt Inge Hernandez, die pädagogische Mitarbeiterin des Kindergartens. Anfänglich habe sie Bedenken gehabt, ob das mit einer so großen Zahl an Mädchen und Jungen klappen kann, doch „Anke macht das richtig gut, und alle sind mit Begeisterung dabei“, findet sie.

Die Großen nehmen die Kleinen in den Arm. Dabei sind Kinder sogar schon eingeschlafen. Foto: Karin Riggelsen

Für die Kindergartenkinder ist das Singen mit den „Großen“ etwas Besonderes, und „sie geben sich besonders viel Mühe“, berichtet Hernandez. Sie hat jedoch noch andere Beobachtungen gemacht: „Es gibt einige Kinder, die eher still sind und wenig sagen. Hier in der Runde bei Anke trauen sie sich, laut mitzusingen. Das ist etwas ganz Besonderes. Es stärkt sie.“

Die Kinder fühlen sich wohl. Foto: Karin Riggelsen

Die Idee hinter der wöchentlichen Aktion ist jedoch noch eine andere. „Es gibt einige Kinder, die nach dem Kindergarten nicht in die deutsche Schule wechseln, sondern dann auf eine kommunale Schule gehen. Wenn der Kontakt zur Schule jedoch früh geknüpft wird, dann können wir es schaffen, diese Eltern doch von der DSR zu überzeugen“, erklärt Anke Bregas. „Wir zeigen, wir stärken einander“, ergänzt Inge Hernandez.

Erfolg erkennbar

Der Erfolg des Projekts, das seit den Sommerferien läuft, ist zumindest bei den Kindern schon sicht- und hörbar. Sie singen gemeinsam, die Großen geben Sicherheit und unterstützen die Kleinen – nicht nur im Kindergarten, sondern auch auf dem Spielplatz, den alle gemeinsam nutzen.

„Das Gute ist die Nähe von Schule und Kindergarten. Wo besteht die Möglichkeit für eine solch enge Zusammenarbeit?“, fragt sie. „Wir können zeigen, dass wir eine Einheit sind“, so sind sich beide einig.

Mehr lesen

Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Minderheit mit Mut zur Zukunft“