Corona-Pandemie

Nach Kritik: Apenrader Krankenhaus bereit für neue Welle

Nach Kritik: Apenrader Krankenhaus bereit für neue Welle

Nach Kritik: Apenrader Krankenhaus bereit für neue Welle

Apenrade/Aabenraa
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Auch das Apenrader Krankenhaus erhielt keine guten Noten für die Pandemie-Handhabung im Jahr 2020. Foto: Region Süddänemark

In der ersten Corona-Welle gab es große Versorgungslücken. Darauf machten unter anderem die staatlichen Revisoren aufmerksam. Die Bereitschaftspläne seien nicht umgesetzt worden. Das betraf besonders das Krankenhauswesen, stellten die staatlichen „Wachhunde“ fest. Doch wie sieht die Situation jetzt aus?

„Auch wenn die Bereitschaftsbehörde signalisiert hat, dass etwas gemacht werden muss, und das Gesundheitsministerium die Arbeit aufnehmen sollte, ist das reell nicht geschehen“, stellt Klaus Frandsen (Rad. V.), der Vorsitzende der sechs Staatsrevisoren fest. Das berichtete „TV Syd“.

Das Revisorenteam ist beauftragt, die Verwendung der Steuergelder zu überwachen und bei der Untersuchung des Jahres 2020 haben die Fachleute festgestellt, dass „man im Voraus keinen Plan hatte“, wie Frandsen weiter sagte.

Vorwürfe an die Regionen

Konkret werfen die Revisoren den fünf Regionen vor, die von der Gesundheitsbehörde ausgearbeiteten Bereitschaftspläne für die Corona-Pandemie nicht voll erfüllt zu haben. So mussten unter anderem geplante Operationen verschoben werden, weil es nicht genügend Personal gab, denn: Ärzte und Pflegekräfte waren damit beschäftigt, die Corona-Kranken zu versorgen.

Die Schuld treffe also die Gesundheitsbehörde selbst, die nicht auf die Einhaltung der eigens ausgearbeiteten Pläne geachtet habe, und die Regionen, die nicht genügend vorbereitet waren, so die Revisoren.

Zu wenig Schutzausrüstung

Ähnliches galt auch für die Versorgung mit Schutzausrüstung wie Masken, Visieren oder Handschuhen Hiervon gab es zu wenig.
Doch was hat sich seither getan? Hat die Region Süddänemark reagiert und wie gut ist das Apenrader Krankenhaus auf eine mögliche neue Pandemie vorbereitet?

Sicher ist: Die Region – dazu gehört auch das Krankenhaus in Apenrade – muss in Zukunft besser auf solche Pandemien vorbereitet sein. Die Regierung in Kopenhagen hat dazu am Mittwochmorgen eine Pressekonferenz abgehalten. Um die Corona-Situation unter Kontrolle zu behalten, solle nicht mehr die Ansteckung vermieden werden, sondern es solle das Ziel sein, dass die Menschen nur leichte Symptome entwickeln, so die sozialdemokratische Staatsministerin Mette Frederiksen.

Menschen über 50 Jahren sollen eine vierte Impfdosis erhalten, denn wie sich herausgestellt hat, hilft das aktuelle Serum zwar nicht hundertprozentig gegen die neuen Corona-Varianten, doch eine gefährliche Erkrankung werde zumeist vermieden, so die wissenschaftliche Schlussfolgerung.

Besser vorbereitet auf neue Varianten

Doch zurück zum Apenrader Krankenhaus. Hier ist inzwischen ein neues Corona-Test- und Impfzentrum entstanden. „Wir wissen, dass wir eine neue Welle mit neuen Varianten zu erwarten haben. Jetzt sind wir allerdings besser vorbereitet“, erklärte der zuständige corona-verantwortliche Oberarzt Christian Backer Mogensen gegenüber „TV Syd“.

Darüber hinaus berichtete der Mediziner von besseren Isolationsmöglichkeiten für Viruserkrankte. Dazu gehöre auch, dass die allgemeinen Hygieneprinzipien noch besser eingehalten werden, um zu verhindern, dass die Ansteckung in andere Krankenhäuser übertragen wird.

Besser ausgerüstet

Die Region hat ebenfalls reagiert und an der Universitätsklinik in Odense ein großes Lager errichtet, in dem unter anderem Schutzbekleidung für Gesundheitspersonal gelagert wird, um im erneuten Ernstfall nicht ohne genügend Material dastehen zu müssen, so wie es im Jahr 2020 der Fall war.

Neue Variante breitet sich aus

Derzeit breitet sich die sogenannte Corona-Variante BA.5 aus, die inzwischen verantwortlich für die meisten Corona-Infektionen ist. Die sogenannte Kontaktzahl liegt – zum ersten Mal seit Februar – wieder über eins. Das bedeutet, dass eine Infizierte oder ein Infizierter mehr als eine andere Person ansteckt.

Allerdings gilt die Variante als weniger gefährlich, weil sie mit milderen Symptomen einhergeht. Personen mit Vorerkrankungen müssen dennoch Vorsicht walten lassen und sich schützen.

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