Ferienangebot

Kinder aus sozialen Brennpunkten aktivieren

Kinder aus sozialen Brennpunkten aktivieren

Kinder aus sozialen Brennpunkten aktivieren

Paul Sehstedt
Apenrade/Aabenraa
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Zum vierten Mal veranstaltet der Høje Kolstrup B81 eine Fußballschule in den Sommerferien. Bent Clausen, DBU, Holger Jørgensen, HKB81 und Stadtratsmitglied Erik Uldall Hansen (v. l.) informierten über das Projekt. Foto: Paul Sehstedt

Der Fußballverein Høje Kolstrup B81 bietet zum vierten Mal eine Fußballschule für 7- bis 14-jährige Mädchen und Jungen an. Das Ferienangebot, das in enger Zusammenarbeit mit dem dänischen Fußballverband durchgeführt wird, wird von der Kommune gefördert.

Fußball als Aktivierungsprojekt für Kinder aus benachteiligten Wohngebieten lautet die Sommerparole des Sportklubs Høje Kolstrup B81 bereits zum vierten Mal.

Unter dem Motto „Get2Sport“ (frei übersetzt: Fange mit Sport an) bolzten von Mittwoch bis Freitag rund 35 Mädchen und Jungen im Alter von 7 bis 14 Jahren auf dem Sportplatz der Schule von Hohe Kolstrup.

„Wir machen das, um die Kinder für den Sport zu interessieren“, erklärt Holger Jørgensen, der für die lokale Fußballschule zuständig ist.

Fußballschulen mit integrativem Aspekt

„Der HKB81 ist eine Art Vorstufe für den AaBK (Aabenraa Boldklub, red. Anm), denn wir reichen unsere jungen Mitglieder weiter, da die Altersgrenze bei uns bei zwölf Jahren liegt.“

Unser Ziel ist auch, die Kinder aus den sozialen Brennpunkten für die Gemeinschaft zu interessieren und ihnen soziale Verantwortung beizubringen.

Erik Uldall Hansen, Stadtratsabgeordneter

„Get2Sport“-Fußballschulen werden im Prinzip nach dem gleichen Konzept wie die anderen Ferienschulen des dänischen Fußballverbandes, Dansk Boldspil Union (DBU), durchgeführt, finden aber in Wohngebieten mit relativ hohem Ausländeranteil statt und erfüllen auch einen integrativen Aspekt.

Der Fußballverband startete die Initiative bereits 1993 und leitete eine Kooperation mit dem dänischen Sportbund, Danmarks Idrætsforbund (DIF), ein.

Landesweit nehmen 1.400 Kinder das Angebot an

„In diesem Jahr nehmen etwa 1.400 Kinder an 21 verschiedenen Standorten teil“, informiert Bent Clausen, 2. DBU-Vorsitzender. „Wir freuen uns über die großzügige Unterstützung durch die Kommunen, in denen wir unsere Fußballschulen veranstalten“, fügt er hinzu.

Großes Interesse nach Corona-Shutdown

Der Ausbruch des Covid-19-Virus stellte die Veranstalter vor die Frage, ob die DBU-Fußballschulen in diesem Jahr überhaupt würden stattfinden können. Während die Anmeldungen erst zögerlich einliefen, explodierten sie in der Schlussphase, und rund 24.000 Interessierte meldeten sich.
„Das ist für uns ein Zeichen, dass die Kinder nach dem Shutdown einen großen Bedarf hatten, herauszukommen“, sagt Clausen. „Wichtig ist auch, dass das Interesse auf weite Sicht entwickelt wird, damit die Kinder Mitglieder im Sportverein werden.“

Mannschaftssport als Werte-Vermittler

„Unser Ziel ist auch, die Kinder aus den sozialen Brennpunkten für die Gemeinschaft zu interessieren und ihnen soziale Verantwortung beizubringen“, erklärt Stadtratsmitglied Erik Uldall Hansen (Soz.), der sich über das „Get2Sport“ in Hohe Kolstrup vor Ort als offizieller Vertreter der Kommune informierte.

„Die Sportvereine haben eine wichtige Funktion, um die menschlichen Inhalte zu aktivieren“, betont Uldall.

Kostenloses Angebot

Die Teilnahme an der DBU-Fußballschule kostet grundsätzlich 900 Kronen, doch wer sich bei „Get2Sport“ angemeldet hat, erhält einen Preisnachlass. „Der HKB81 hat jedoch den Kursus kostenlos gemacht“, sagt Holger Jørgensen und fügt hinzu: „Wir erhoffen uns dadurch, die Kinder länger an den Sport binden zu können.“

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