Trostbärchen

Großer Trost bei kleinem Schmerz

Gesche Picolin
Gesche Picolin Journalistin
Apenrade/Aabenraa
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Den Arm prall gefüllt mit Trostpflaster-Bärchen: Dorthe Cornelsen, die Bamsemor. Bei ihr laufen die Fäden zusammen. Foto: Karin Riggelsen

Dorthe Cornelsen häkelt freiwillig Bärchen für Kinder in der Apenrader Ambulanz.

Erstmalig sind am Mittwoch in der Apenrader Notaufnahme Trostbärchen für Kinder übergeben worden. Entgegengenommen wurden die Bärchen von Akut-Krankenschwester Lisbeth Gade Nissen. „Hier kommen die akuten physischen Schäden an. Und mit Kindern haben wir täglich zu tun. Da ist es eine wirkliche Hilfe mit den Teddys, die den ersten Schrecken nehmen können“, erzählt sie.

Überbringerin Dorthe Cornelsen ist begeisterte Häklerin. Sie tut dies, um sich zu beschäftigen. Denn Cornelsen ist Frührentnerin. Die Mutter zweier erwachsener Kinder hat in der ersten Lieferung 35 Stofftiere mitgebracht, alles von kleinen Mäusen bis hin zu Giraffen.

Hat sie die alle selbst gehäkelt? „Nein, von mir sind nur fünf dabei.“ Und die anderen? „Die wurden mir zugeschickt. Bei mir ist die zentrale Sammelstelle für die Apenrader Ambulanz-Bären, ich bin die ,Bamsemor‘. Ich wasche die Bären, trockne sie, versehe sie mit einer Visitenkarte und packe sie ein.“ Cornelsen berichtet, dass sie früher schon für die Ambulanz in Odense gehäkelt hat. „Ich mache das seit zwei Jahren.“

Ein guter Zuhörer: der Ambulanzbär. Foto: Karin Riggelsen

Das erste Mal

Am Mittwoch war das erste Mal, dass die Apenrader Ambulanz („Fælles akutmodtagelse“) am Kresten Philipsens Vej Kuscheltiere entgegengenommen hat. „Das ist wirklich toll“, so Gade Nissen. „Wenn die Kinder in die Ambulanz kommen, haben sie Schmerzen und Angst. Ein solch süßes Tierchen kann dazu beitragen, eine gute Erinnerung an den Aufenthalt in der Notaufnahme des Apenrader Krankenhauses zu bilden“, weiß die Krankenschwester. Die Kinder dürfen die kleinen Trostspender auch mit nach Hause nehmen.

Und wer macht da so mit? „Hier in Apenrade sind wir 17 Personen, die in ihrer Freizeit häkeln und stricken. Aber ich kenne keinen von denen. Das Ganze spielt sich über die Facebookgruppe ,skadestuebamsen‘ ab“, so Cornelsen. Hier laden etwa Eltern Fotos hoch aus der Notaufnahme. Cornelsen fährt fort: „Da strahlt das Kind dann mit Bär in die Kamera.“ Trotz Platzwunde am Kopf.

Denkt sie sich die Tierchen denn selber aus? „Nein“, so Cornelsen, „die häkle ich nach Anleitung. Übrigens muss fest gehäkelt werden, auch damit die Füllung nicht rauskommt.“ Das Material für die Bären kaufen die Leute selbst. Das ist ein freiwilliger Einsatz. „Aber wir erhalten auch Spenden“, so Cornelsen. So habe eine Wollfirma im November 2.500 Knäuel gespendet.

Die nächsten 35 „kleinen Notfälle“ können dann hoffentlich ganz schnell wieder lächeln.

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