Nachwuchs

Nordschleswig hat Talent

Claudia Knauer
Apenrade/Aabenraa
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DanGer – Danisch-German - der Musik A-Kurs des zweiten Jahrgangs am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig. Foto: Jörgen Nissen

Dass Nordschleswig Talent(e) hat, wurde am vergangenen Freitagabend in der deutschen Zentralbücherei Apenrade mehr als deutlich. Für eine große Überraschung sorgte der 15-jährige Albert Heath, der unerwartet einen neuen Song auf der Bühne präsentierte.

Romantische Balladen, spannende Poparrangements, Coversongs, eigene Kompositionen und richtig lauter Rock – die Bandbreite war groß beim Talentschuppen und überzeugend. Und das auf einer hochprofessionellen Bühne mit Sven Fröhlich an den Reglern, der für den perfekten Ton und eine stimmige Lichtshow samt Nebel sorgte.

Den Talentschuppen hat die deutsche Zentralbücherei Apenrade zum ersten, ganz bestimmt aber nicht zum letzten Mal veranstaltet, waren sich alle Beteiligten einig.

Eröffnet wurde die Veranstaltung, die viele Gäste anzog, von Jan-Ole Brakow, der mit seiner guten handgemachten Musik überzeugte. Er kann singen, er kann Gitarre spielen und beides zusammen ergibt eine Mischung, die beim Publikum hervorragend ankam.

Jan-Ole Brakow zeigte sein Können mit seiner Gitarre. Foto: Jörgen Nissen

Zwei junge Frauen – Marie Allkemper und Zoe Zander – folgten mit ihren zweistimmigen Songs, selbst begleitet am Klavier bzw. der Gitarre. Die beiden jammen öfter zusammen, ließ Sofie Schlüter Knauer, die den Abend charmant und eloquent moderierte, wissen. Der Applaus sprach für sich: das sollten die beiden weiterhin tun.

Moderatorin des Abends: Sofie Schlüter Knauer Foto: Jörgen Nissen

Vor der Pause gab es den Auftritt einer in Apenrade noch Unbekannte: Kristine Kock Kruse Jensen, die derzeit die Deutsche Nachschule in Tingleff besucht, zeigte, was für ein Potenzial in ihr steckt. Ihr Klavierspiel – zunächst instrumental – war mindestens ebenso gut wie ihr eigenes Arrangement zweier Popsongs und ihr Gesang. Es bleibt zu hoffen, dass sie sich für das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig entscheidet und bei den kommenden Talentschuppen wieder mit dabei ist. Von ihr wollen wir mehr hören.

Geglückte Überraschung

Der Überraschungsgast nach der Pause war Albert Heath. Der 15-Jährige wird in dieser Woche einen Vertrag bei Universal Records unterschreiben. Kein Wunder, war allen Gästen klar, nachdem sie seine Komposition „Stillezone“ gehört hatten – eine Premiere, denn zuvor war er damit noch nicht auf der Bühne. Albert hat eine fantastische Stimme, spielt überzeugend Klavier und interpretiert seinen Song, der bald auf allen üblichen Streamingdiensten zu finden sein wird, wie ein Profi. Mit der Bühnenpräsenz und dem Können steht einer Karriere in der Musikwelt wenig im Weg. Das musikalische Können ist ihm in die Wiege gelegt – seine Mutter Ida Kjær Heath ist ebenfalls als Musikerin bekannt, u.a. als Duo mit ihrer Schwester Evy.

Albert Heath aus Apenrade, diesen Namen muss man sich jetzt schon merken. Foto: Jörgen Nissen

Ruhiger ging es mit Jennifer Johansen zu, die gefühlvoll mehrere Songs, darunter auch einen dänischen und einen deutschen, coverte. Das rhythmische Klatschen zeigte, dass sie den Geschmack des Publikums traf.

Jennifer Johansen sorgte für romantische Stimmung Foto: Jörgen Nissen

Deutsche Minderheit muss sich nicht verstecken

Ganz und gar nicht leise waren dann DanGer. Der Musik-A-Kursus der 2g des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig zeigte, was geht, wenn zehn junge Leute sich wirklich ins Zeug legen – inspiriert und unterstützt von der engagierten Musiklehrerin Ida Marie Krogh Skau. Die Jungs und Mädchen können nicht nur hinreißend Gitarre, Saxofon, Drums, Akkordeon oder Keyboard spielen, sondern ebenso gut singen, eine gute Show liefern und ihre Beiträge professionell ankündigen. Hut ab vor dieser Leistung. Zum Glück sind sie erst in der zweiten Gymnasialklasse, so dass es Hoffnung gibt, sie noch oft in Nordschleswig zu hören. Spätestens aber zum nächsten Talentschuppen.

Niklas Bauer am Saxofon Foto: Jörgen Nissen

Dass es in Nordschleswig gute Sänger und Sängerinnen sowie Musikerinnen und Musiker im Bereich der Klassik gibt, ist bekannt. Aber im Bereich Rock, Pop usw. muss sich die deutsche Minderheit ebenso wenig verstecken. Das wurde am Freitagabend allen klar.

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