Apenrade

Rosenpracht auf Schloss Brundlund mit Ghita Nørby

Gesche Picolin
Gesche Picolin Journalistin
Apenrade/Aabenraa
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Ghita Nørby
Eine Rosenfreundin, wie sie im Buche steht: Ghita Nørby las auf Schloss Brundlund Fabeln und Märchen Foto: Claus Thorsted/JydskeVestkysten

Die Schauspielerin kam zur Vernissage nach Apenrade und berichtete aus ihrem Leben - mit Rosen.

„Hiermit erkläre ich die Ausstellung „Sig det med Blomster – O. D. Ottesen og den tvetydige idyl“ für eröffnet“. Die Schauspielerin Ghita Nørby war hatte nach Morten La Cour und Katrine Kampe vom Museum Sønderjylland das letzte Wort, und dann gab es Sekt und Pralinen. Sie war gekommen, um den Apenradern den Tag auf allerlei Art und Weise zu versüßen.

Gemeinsam mit dem Gitarrenvirtuosen Lars Hannibal hatte sie ein Lesungs-Konzert, in dem sie auch vom eigenen Garten berichten konnte. Neben diversen Anektoten aus ihrem Gartenleben verriet sie auch: „Blumenbeete sollen nicht viereckig sein. In der Natur existieren auch keine Vierecke.“

Wie gut sich dagegen Clematis mit Rosen anfreunden, habe sie gelernt, die pflanze sie immer zusammen. Ihre Rosen wüchsen zehn, ja zwölf Meter an Bäumen hoch. Als traumatisch beschrieb Norby die Erfahrung mit dem Sturm Bodil („Xaver“ in Deutschland, Anm.) Der habe ihren Garten damals kahlrasiert. Ihr guter Garten-Freund Thorben Timm habe ihr in der Situation geraten, einen neuen Garten anzulegen. Sie solle alles anders machen als vorher, und nicht dem Gewesenen hinterhertrauern.
Nørby las Märchen ihres „guten Freundes“ Hans Christian Andersen (1805-1875) („Die Schnecke und die Rosenhecke“) und Fabeln von La Fontaine in Übersetzung von Johannes Møllehave („Der Bär und der Gärtner“, „Die Ameise und die Zikade“). Hannibal spielte auf der Gitarre stimmungsvolle Werke wie „Asturias“ von Isaac Albeniz.

„Bei mir hat immer das Telefon geklingelt, ich war eigentlich nie arbeitslos“, so die heute 82-Jährige. „Ich hatte Glück - mit einer schmalen Taille, schönen Brüsten und den Lachgrübchen, das liebten die Leute.“

Sie beschrieb dann auch einen Arbeitstag als Schauspielerin in den Fünfzigerjahren: „Morgens Proben am Filmset, dann mittags zur Probe ins Theater. Anschließend nachmittags zu den Filmaufnahmen ans Set. Und um 19 Uhr ins Theater zur 20-Uhr-Vorstellung.“ Und Nørby fuhr fort: „Manchmal gab es dann auch noch Nachtaufnahmen am Filmset.“ Ein knochenharter Job sei das, da müsse man sich nichts vormachen. Doch sie habe nie einen Agenten gebraucht, ihr Telefon habe immer geklingelt und tue dies bis heute: Jüngst habe sie Filme zu den Themen Alzheimer, Krebs und aktive Sterbehilfe gedreht.

Museumsinspektor La Cour erzählte anschließend in seiner Eröffnungsrede zur Blumenbilder-Ausstellung, wie viel er durch die Arbeit mit dem Werk von O. D. Ottesen gelernt habe: War es ihm doch in jungen Jahren gelungen, einen pflegeleichten Kaktus zum Verwelken zu bringen. „Den tvetydige Idyl“ (das zweideutige Idyll) ist unbedingt einen Besuch wert, begleitend zur Ausstellung ist ein Buch im Museumsshop erschienen. Die Ausstellung läuft, genau wie die C. W. Eckersberg-Ausstellung, noch bis März 2018. Auf Brundlund signierte Nørby während der Vernissage dann noch ihr Gartenbuch („Ghitas roser - smil til dit skvalderkål“), es ist auch im Museumsshop erhältlich.

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