SASO-Familienkonzert

Lili Marleen streichelt das Cello

Paul Sehstedt
Loit/Løjt
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Lili Marleen
Lili Marleen Foto: Paul Sehstedt

Die 18-jährige Austauschschülerin Lili Marleen spielt als Solistin mit dem Amateurorchester SASO. Die Ungarin ist Begeistert vom Unterricht am IBC Apenrade – und ist am kommenden Sonnabend in Apenrade zu hören.

Die Konzentration spiegelt sich in ihrem Gesichtsausdruck wider. Die Augen gleiten über das Notenblatt, dann ein rascher Blick zur Dirigentin und wieder zurück auf die Noten. Lili Marleen Moser übt ihr Solo bei der Probe des Sønderjysk Amatør Symfoni Orkester – kurz SASO – in der Aula des deutschen Gymnasiums in Apenrade. Mit sicherer Hand streicht sie den Bogen über die Saiten des Cellos. In wenigen Tagen erklingt ihr Solo beim Frühlingskonzert von SASO in der Aula der Staatsschule.

„Musik ist meine große Passion, aber dennoch werde ich nicht Profi werden“, verrät die 18-jährige Ungarin dem Nordschleswiger. „Ich fing mit acht Jahren an zu spielen und habe die Musikschule in meiner Heimatstadt besucht. Die Kammermusik liebe ich; ich habe in verschiedenen Streich- und Sinfonieorchestern mitgespielt.“ Mit 15 Jahren belegte sie den zweiten Platz in einem Musikwettbewerb in Ungarn. Danach stellte sich die Frage, ob sie das Konservatorium oder das Gymnasium besuchen sollte. Das Gymnasium gewann, da Finanzen und Personalführung sie auch interessieren.

„Der Unterricht am Gymnasium von Zalaegerszeg (Egersee) ist nicht modern, und ich suchte nach einem Auslandsstudium“, erzählt Lili. In Apenrade wurde sie fündig und mithilfe der Gastfamilie Dorte und Finn Caspersen aus Loit begann sie im August 2017 am Handelsgymnasium IBC. Um dem Unterricht und übrigen Schulalltag folgen zu können, hat sie intensiv Dänisch gelernt. „Ich habe ein Gehör für Sprachen“, fügt die Studentin hinzu. Neben Ungarisch (natürlich) beherrscht sie auch Deutsch und Englisch.

Lili Marleen
Lili Marleen Foto: Paul Sehstedt

Radikal Dänisch gelernt

„Das IBC bietet einen gut gestalteten Unterricht an, und aus diesem Grund werde ich dort die gesamten drei Gymnasiumsjahre bis zum Abschluss durchlaufen“, sagt die 18-Jährige. „Die Gastfamilie hat mir dabei geholfen. Ihre Unterstützung ist sagenhaft, und ihre Tochter Lærke hat mir Dänisch radikal beigebracht, indem sie nur Dänisch mit mir spricht.“ Dänemark gefällt ihr so gut, dass sie an einer dänischen Universität studieren möchte.

Lili Marleen Moser wurde in Egersee als Tochter einer Ungarin und eines Österreichers geboren und wuchs auch dort auf. Die Stadt mit ihren rund 65.000 Einwohnern liegt westlich des Plattensees (Balaton), und bis zur ungarischen Hauptstadt Budapest müssen etwa 210 Kilometer zurückgelegt werden. Lili Marleen findet ihre Gastfamilie super.

Die junge Ungarin ist bereits die zweite Austauschstudentin der Familie Caspersen, und Lilis kleine Schwester wird ihr in diesem Jahr ebenfalls zu einem Auslandsaufenthalt nach Loit folgen.
Die ungarische Solistin spielt nicht auf ihrem eigenen Instrument, sondern leiht von der SASO-Vorsitzenden Christine Ostenfeld ein Cello. „Wir sind etliche Jugendliche im Orchester, und wir haben einen guten Zusammenhalt“, lobt Lili Marleen. Sie freut sich auf das Frühjahrskonzert, bei dem der talentierte Nachwuchs zu „Wort“ kommen wird. Zu diesen Talenten gehört ganz gewiss die 18-jährige Lili Marleen.

Das Programm des Frühjahrskonzerts

Die nordschleswigschen Amateur-Sinfoniker, Das „Sønderjysk Amatør Symfoni-Orkester“ (kurz: SASO) hat sein Frühlingskonzert am kommenden Sonnabend, 26. Mai, in der Aula der Apenrader Staatsschule (Forstallé 14) als Familienkonzert konzipiert und wird von der Schlagzeugschule Schreiber unterstützt.

Der Eintritt kostet 50 Kronen; Kinder zahlen die Hälfte.
Konzertbeginn ist um 15 Uhr.

Das vorläufige Programm sieht wie folgt aus:

Camille Saint-Saëns (1835-1921):
Cello Konzert, 1. Satz

Felix Mendelssohn-Bartholdy 1809-1847):
Notturno (aus: „Ein Sommernachtstraum“)

Emmanuel Séjourné (geb. 1961):
Marimba Konzert, 2. Satz

Peter Erasmus Lange-Müller (1850-1926):
Sechs Ausschnitte aus der Musik zu der Abenteuerkomödie von Holger Drachmann mit dem Titel „Der var engang“

Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840-1893):
Violinkonzert in d-Moll, 2. Satz (Canzonetta)

Jean Sibelius (1865-1957):
2. Sinfoni und Finlandia
Das Orchester behält sich das Recht vor, etwaige Änderungen am Programm vorzunehmen.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Eine Chance für DR“