Kultur

Die Jugend in aller Welt singt Seemannslieder

Die Jugend in aller Welt singt Seemannslieder

Die Jugend in aller Welt singt Seemannslieder

Apenrade/Aabenraa
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Der junge Schotte Nathan Evans hat mit seiner Tiktok-Version eines alten Walfänger-Shantys die Welt erobert. Foto: Jo Hanley/Universal Music /dpa

Ein alter Shanty-Hase aus Apenrade freut sich über den Boom, den ein junger Schotte über das Videoportal „Tiktok“ ausgelöst hat.

Ein junger Schotte namens Nathan Evans hat einen wahren Shanty-Boom ausgelöst. Seine Version des Wellerman-Songs (auch als Longest John bekannt) hat auf dem Videoportal „Tiktok“ weltweit für Furore gesorgt. Jugendliche in aller Welt singen jetzt diesen Song und laden ihre Versionen ebenfalls in diese Videoplattform hoch.

Nis-Edwin List-Petersen, der seit dessen Gründung 2007 den Apenrader Shantychor dirigiert, ist begeistert über die Renaissance, die dieses Liedgut schon seit einigen Jahren erfährt. „Die Welle fing mit der Flensburger Band Santiano eigentlich schon an“, meint der Apenrader.

Chormitglieder in der Risikogruppe

„Ich bin aber nicht so vermessen zu glauben, dass uns die jungen Männer jetzt die Bude einrennen. Ich denke, wir sind ihnen zu alt. Der Apenrader Shantychor besteht eher aus der Altersgruppe 70+. Wer dennoch bei uns mitsingen möchte, ist jedoch herzlich willkommen“, betont Nis-Edwin List-Petersen.

Wegen des Versammlungsverbots und weil sich viele der Chormitglieder in der Corona-Risikogruppe befinden, liegt der gemeinsame Gesang schon seit Monaten brach. „Wir haben im Herbst nur zwei Probeabende durchführen können, dann kam der erneute Shutdown“, bedauert List-Petersen.

Virtuelle Chorproben als Alternative

Die Tatsache, dass er sich derzeit in seiner Ferienwohnung auf Gran Canaria befindet, habe übrigens nicht die Proben beeinträchtigt.

Auch wenn die Mitglieder des Apenrader Shantychores – wenn überhaupt – grauhaarig sind, so sind sie der modernen Technik durchaus aufgeschlossen und mächtig. „Man hätte mich als Dirigent über Zoom oder Teams virtuell in den Probenraum geholt. Ich hätte hier auf Gran Canaria dirigieren können, während in Apenrade gemeinsam gesungen wird“, erläutert Nis-Edwin List-Petersen die bereits angedachte Lösung.

Wegen der Verzögerung der Tonspuren ist es dem Shantychor nicht möglich, dass alle im Homeoffice singen. Dieser Gedanke musste deshalb verworfen werden.

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