Stevninghus

Pfadfinderlager: Stockbrot statt Smartphone

Pfadfinderlager: Stockbrot statt Smartphone

Pfadfinderlager: Stockbrot statt Smartphone

Sebastian Möbius
Klipleff/Kliplev
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Die schottischen Pfadfinder machen das selbst gebaute Floß startklar. Foto: Karin Riggelsen

Gäste aus aller Welt feiern am Sonnabend den 50. Geburtstag des Pfadfinderlagers Stevninghus. Jugendleiter Ole Thyre Gram erzählt, was dieses Event so besonders macht.

Unscheinbar liegt es dort abseits der Straße. Das Pfadfinderlager Stevninghus.

Der erste Eindruck lässt das Lager klein und gemütlich wirken. Doch schon nach den ersten Schritten über den Hauptweg wird erkennbar, dass es eine extrem große Campingfläche ist und es sogar mehrere von ihnen gibt, die sich über das gesamte Gelände verteilen.

Am Eingang des Campingeländes wartet Jugendleiter Ole, der einen Rundgang mit dem „Nordschleswiger“ macht. Er betreut die Pfadfinder und ist auch als Helfer im Einsatz.

20 Jahre lang Pfadfinder

Auf die Frage, wie lange er schon Pfadfinder ist, lacht er und sagt, dass er es schon 20 Jahre lang macht. Dabei ist er gerade einmal 24 Jahre jung. Also fast das ganze Leben lang ein Pfadfinder.

„Ich freue mich einfach, hier im Camp mit so vielen Leuten aus so vielen unterschiedlichen Nationen zusammenzukommen und mich mit ihnen zu unterhalten. Das gibt einem ein verdammt gutes Gefühl, und es macht riesig Spaß.“

Zur Jubiläumsfeier am Sonnabend sind bis jetzt schon etliche Pfadfinder aus den verschiedensten Ländern angereist, und es werden noch mehr. Rund 600 Gäste werden bis zum Wochenende erwartet.

„Die Kinder kommen mal weg vom Computer“

Einer von ihnen ist Ruaridh aus Schottland. Auf seinen ungewöhnlichen Namen angesprochen meint er lachend: „Ich glaube, mein Vater ist damals mit dem Kopf auf die Tastatur gefallen, und so ist mein Name entstanden.“

Gruppenleiter Ruaridh aus Schottland mit Cowboyhut in seinem Lager. Foto: Karin Riggelsen

Er ist als Führer einer schottischen Jugendgruppe mit im Camp und ist erstaunt über die vielen Aktivitäten. „Einige von uns backen Brot und machen Käse, die anderen schnitzen Figuren und schmieden Gegenstände, und die ganz Mutigen fahren mit dem selbst gebauten Floß auf dem See.“

Dass es so viele Möglichkeiten zur Beschäftigung gibt, ist auch für Ingo Hansen wichtig. Der Familienvater findet es gut, dass die Kinder mal weg von ihrem Smartphone und dem Computer kommen.

„Hier lernen die Kleinen ganz wichtige Dinge. Zum Beispiel wie man selber Feuer macht oder kleine Figuren knetet und formt. Und das Beste ist, dass es ihnen auch noch sehr viel Freude bereitet.“

Armbänder für sauberes Trinkwasser

Auffällig ist auch die Vielfalt an Nationalitäten der Camper. Gruppen aus Schweden, Israel, Großbritannien, Deutschland und natürlich Dänemark zelten im Pfadfinderlager.

Darüber hinaus hilft man sich gegenseitig und unterhält sich sehr viel. Interessant ist auch die Lebensmittelorganisation. Ole erzählt, dass es einen kostenlosen „Supermarkt“ gibt. In einem Zelt können sich die Gäste die Lebensmittel nehmen, die sie gerne essen möchten. Nur das Fleisch ist gerecht auf alle Gruppen portioniert.

Kurz bevor Ole den gemeinsamen Rundgang beendet, fällt noch ein Stand auf, an dem Armbänder für einen guten Zweck verkauft werden. Besitzer Gidds Bambaga aus Uganda erzählt, was es mit der Aktion auf sich hat.

Gidds Bambaga aus Uganda präsentiert sein Projekt. Foto: Karin Riggelsen

Von dem Erlös für die Armbänder sollen in seiner Heimat neue Wasserbrunnen gekauft werden, damit die Leute in Uganda sauberes, gefiltertes Trinkwasser bekommen. Er selbst ist auch Pfadfinder und hat vor einigen Jahren die Hilfsorganisation „Mercy Scouts International“ gegründet, um auf die Probleme in seinem Heimatland aufmerksam zu machen. Und scheinbar funktioniert seine Aktion auch sehr gut. Fast jedes Kind im Pfadfinderlager trägt ein solches Armband.

Lagerfeuer und gegrilltes Schwein

Abschließend erzählt Ole, was die Gäste am Sonnabend erwartet. „Da wir 50-jähriges Bestehen feiern, haben wir uns was Besonderes ausgedacht. Zum einen werden Leute anwesend sein, die schon vor 50 Jahren hier aktiv waren, quasi Jubiläumsgäste, und zum anderen werden wir ein riesiges Lagerfeuer machen und ein ganzes Schwein grillen, das dann an einer großen Tafel gemeinsam gegessen wird.“

Ole freut sich wahnsinnig auf das Event am Wochenende und auf weitere tolle Begegnungen mit Gästen aus aller Welt.

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