Klimaauswirkungen

Zahlreiche Schäden durch extremes Sommerwetter

Zahlreiche Schäden durch extremes Sommerwetter

Zahlreiche Schäden durch extremes Sommerwetter

mh
Apenrade/Kopenhagen
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Der Tornado im Juni 2019 in Apenrade hob zwei geparkte Autos in die Luft. Foto: Tryg

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Niederschläge und Unwetterschäden traten in diesem Sommer vermehrt auf. Außerdem ist es der bereits dritte Sommer in Folge, in dem Dänemark von einem Tornado heimgesucht wurde. Ein Trend, an den man sich, laut Daten der Versicherungsfirma „Tryg“, in Dänemark wohl gewöhnen muss.

Zahlreiche Regengüsse, starker Hagel und ein Tornado, um nur einige der extremen Wetterereignisse zu nennen, die Dänemark im Sommer heimgesucht haben. Dies spiegelt sich unter anderem in den Schadenszahlen der Versicherungsgesellschaft Tryg wider.

Der Sommer ist die Hochsaison für sintflutartige Regenfälle, welche im Juli und August dieses Jahres besonders ausgeprägt waren. Für beide Monate wurden Tryg rund 2.300 Hochwasserschäden gemeldet – mehr als im gesamten Jahr 2020. Bezieht man die ersten sechs Monate des Jahres mit ein, liegt die Zahl bei über 2.700.

Schon jetzt ist klar, dass die Zahl der Unwetterschäden im Jahr 2021 hoch sein wird und die meisten Jahre seit 2010 übertreffen wird.

Charlotte Dietzer, Schadenabteilungsleiterin bei Tryg

„Schon jetzt ist klar, dass die Zahl der Unwetterschäden im Jahr 2021 hoch sein wird und die meisten Jahre seit 2010 übertreffen wird. Allerdings sind wir noch lange nicht so weit wie im Rekordjahr 2011, das Zehntausende von Schäden bei unseren Kunden verursachte. Und es bleibt abzuwarten, ob wir bis Ende des Jahres das Niveau von 2014 erreichen, als wir 4.600 Schäden hatten“, sagt Charlotte Dietzer, Leiterin der Schadenabteilung bei Tryg.

Die Regenzeit dauert das ganze Jahr über an

Sie sagt, es gebe noch einen weiteren bedeutenden Unterschied zwischen diesem Jahr und 2011. Während das Jahr 2011 durch einen einzigen sehr starken Regenguss gekennzeichnet war, kam es dieses Jahr eher zu vielen kleineren Niederschlägen.

„In den vergangen Jahren haben wir eine Tendenz zu gleichmäßigeren Niederschlägen über das ganze Jahr gesehen, und wir haben sogar Niederschläge in den Wintermonaten erlebt. In diesem Sommer gab es selbst für die Jahreszeit ungewöhnlich viele Regengüsse. Vielleicht ist das die neue Normalität – die Zeit wird es zeigen, und wir beobachten die Entwicklung genau“, so Dietzer weiter.

Mehr Hagelstürme und Tornados

Aber an Wetterextreme werden wir uns als Folge des Klimawandels wohl gewöhnen müssen, denn dies war bereits der dritte Sommer in Folge, in dem Dänemark von einem Tornado heimgesucht wurde. Der Tornado, der Lolland und Møn in diesem Sommer erlebte, war zwar nicht so heftig wie der Tornado, der Aabenraa im Juni 2019 heimsuchte, aber er reichte aus, um Gebäude und Bäume zu beschädigen.

Der diesjährige Tornado, der über das Gebiet hinwegfegte, wurde von starkem Hagel begleitet. Es war nur einer von vielen Hagelstürmen, die Dänemark im Laufe des Sommers heimsuchten. Am schlimmsten war es im Juni und Juli, dicht gefolgt vom August. In diesen drei Monaten wurden über 700 Personen verletzt.

Das sind deutlich mehr Hagelschäden, als wir normalerweise in den Sommermonaten sehen – und sogar fünfmal mehr als im gesamten letzten Jahr.

Charlotte Dietzer

„Das sind deutlich mehr Hagelschäden, als wir normalerweise in den Sommermonaten sehen – und sogar fünfmal mehr als im gesamten vergangenen Jahr. Gleichzeitig war der Hagel in einigen Fällen sehr extrem, was für Dänemark unüblich ist, sich aber in den vergangenen Jahren gehäuft hat“, schlussfolgert Dietzer und ergänzt, dass die riesigen Hagelkörner nicht nur verbeulte Autos und zerbrochene Dachfenster hinterlassen haben, sondern auch zerbrochene Gewächshäuser und zerstörte Felder.

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