Geschichte

Deutsch-dänisches Werk zur Grenzziehung durch Schleswig 1920

Deutsch-dänisches Werk zu neuer Grenze in Schleswig 1920

Deutsch-dänisches Werk zu neuer Grenze in Schleswig 1920

Apenrade/Aabenraa
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Diese Karte illustrierte um 1920 die Abstimmungsgebiete in Schleswig. Foto: Archiv Der Nordschleswiger

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Am Donnerstag, 29. September, 14 Uhr, präsentieren das Reichsarchiv und das Landesarchiv Schleswig-Holstein das in grenzüberschreitender Zusammenarbeit entstandene Buch „Følgerne af Slesvigs deling/Die Folgen der Teilung Schleswigs – 1920“ im Archiv in Apenrade. Vier deutsche und sieben dänische Historikerinnen und Historiker sind beteiligt.

Das dänische Reichsarchiv und das Landesarchiv Schleswig-Holstein geben gemeinsam ein neues Buch heraus, das die Folgen der Grenzziehung 1920 auf der dänischen und der deutschen Seite im Bereich der jahrhundertelang zusammengehörienden Region untersucht.

Buchvorstellung in Apenrade

Am Donnerstag, 28. September, 14 Uhr, wird das in Redaktion von Forschungsleiter Hans Schultz Hansen und Archivdirektor Rainer Hering herausgegebene Werk „Følgerne af Slesvigs deling/Die Folgen der Teilung Schleswigs – 1920“ in den Räumen des Reichsarchivs, Haderslevvej 45, in Apenrade im Beisein eines Teils der Autorinnnen und Autoren vorgestellt. Einige von ihnen werden in Kurzreferaten über ihre Texte und wie diese entstanden sind Auskunft geben. Zwei der Beiträge in dem neuen Buch, das 494 Seiten umfasst, handeln von der Abstimmungszeit.

Das neue Buch enthält alle Beiträge in deutscher und in dänischer Sprache. Foto: Rigsarkivet

Bettina Dioum berichtet anhand von Auszügen aus Briefen und Tagebüchern, wie Menschen in der Abstimmungszone 2 südlich der 1920 neu gezogenen Grenze die Volksabstimmung am 14. März des Jahres erlebt haben. Caroline Weber und Martin Göllnitz analysieren die nationalpolitische Propaganda während der Abstimmungszeit und wie sich in Schleswig-Holstein das Gefühl verfestigte, im Rahmen der Abstimmungsbedingungen sei die deutsche Seite ungerecht behandelt worden.

Grenzziehung mit vielen Konsequenzen

Jörg Rathjen berichtet über die Verbesserung der deutsch-dänischen Beziehungen im Verlauf der 1920er Jahre, was unter anderem zu einem Austausch von Archivbeständen ab 1933 führte. Hans Schultz Hansen widmet sich in seinem Beitrag den Strategien in Dänemark, um das von 1864 bis 1920 jahrzehntelang von deutscher Verwaltung geprägte Nordschleswig in das dänische Staatswesen einzubeziehen. Es werden Übergangsordnungen und Sonderregelungen vorgestellt. Jørgen Witte stellt die Tätigkeit des Ministeriums für nordschleswigsche Angelegenheiten vor, das allerdings nur kurz existierte. Morten Andersen, der bereits vor Jahren ein umfassendes Werk über die Grenzziehung 1920 geschrieben hat, stellt in seinem Beitrag im deutsch-dänischen Werk die praktischen Verläufe der Grenzziehung vor. Von Passzwang, Errichtung von Grenzabfertigungsanlagen über Übergabe des Eisenbahnbetriebs bis zu wirtschaftlichen Konsequenzen erlebte die Grenzregion viele Neuerungen.

Thema auch das neue Schulwesen nach 1920

Erik Nørr befasst sich in einem Beitrag mit den zweisprachigen Schulen im neuen Grenzland, Carl Christian Jessen beleuchtet die kirchliche Teilung Schleswigs, während Henrik Becker-Christensen die deutsche Minderheit in Nordschleswig nach 1920 im Wechselspiel zwischen dem Ruf nach Grenzrevision und Integration in einem dänischen Landesteil beschreibt. Leif Hansen Nielsen hat einen Beitrag über extremistische Bewegungen in Nordschleswig als Folge der wirtschaftlichen Krise in der 1930er Jahren verfasst.

Alle Beiträge sind im neuen Buch, das im Buchhandel 348 Kronen kostet, sowohl in deutscher als auch in dänischer Sprache zu finden.

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Leserinnenbeitrag

Margrethe Terp
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