Autohandel

Leasing-Branche umgeht weiterhin die Zulassungssteuer

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Leasing-Kunden profitieren weiterhin von einem Schlupfloch und kommen so vergleichsweise günstig hinters Steuer großer Autos. Foto: BMW Group

Die Regierung wollte eine Gesetzeslücke schließen – und hat eine neue aufgemacht, teilt der dänische Automobilklub FDM mit. Leasing-Unternehmen können demnach weiter mit großen Steuerersparnissen rechnen.

In Dänemark soll der Wert von Leasingautos künftig nach vier Monaten neu berechnet werden – und somit die Zulassungssteuer. Damit sollte ein Steuerschlupfloch geschlossen werden, das Leasingautos in Dänemark besonders attraktiv machte. Doch der Plan geht nicht auf, teilt der dänische Automobilklub FDM jetzt mit.

Denn die Branche könne einfach kurze Leasingverträge über drei Monate einführen und die neuen Regeln so umgehen. „Man versucht, das bestehende und sehr komplizierte Steuersystem zu flicken. Es ist nur schwer nachzuvollziehen, was die Folgen sein werden, denn die Branche ist sehr kreativ“, sagt FDM-Abteilungsleiter Torben Lund Kudsk.

„Wenn wir ernsthaft sicherstellen wollen, dass für das gleiche Auto die gleichen Steuern bezahlt werden, müssen wir zu einem technischen System wechseln anstelle eines Wertbasierten“, sagt er.

Die Gesetzeslücke entsteht, weil die Zulassungssteuer für Leasingautos über den Einkaufspreis berechnet wird. Doch später wird der Marktpreis gegengerechnet, wenn der Leasingvertrag ausläuft. Das führt in vielen Fällen dazu, dass die Unternehmen die Zulassungssteuer zurückerstattet bekommen.

Venstre „offen für neue Verschärfungen“ – Sozialdemokraten drängen

Die steuerpolitische Sprecherin der Regierungspartei Venstre, Louise Schack Elholm, teilt aus dem Urlaub per SMS mit, dass die Partei sich des Problems bewusst sei. „Wir haben abgesprochen, das Leasinggebiet genau zu verfolgen und wenn sich zeigt, dass sie neue Wege finden, die Zulassungssteuer zu umgehen, sind wir offen für neue Verschärfungen“, so Elholm.

Jesper Petersen, steuerpolitischer Sprecher der Sozialdemokraten aus Sonderburg, hält das nicht für ausreichend. Es sei unangemessen, dass viele in Dänemark in Leasingautos umherfahren, für die keine Zulassungssteuer bezahlt wird, während andere bei einem Autokauf die volle Steuer zahlen.

„Der Steuerminister hat versprochen, die Situation zu beenden, aber jetzt hören wir von der Leasingbranche, dass sie schon ein neues Schlupfloch gefunden hat und sich darauf einstellt. Das ist einfach unbefriedigend“, sagt er. „Der Steuerminister hat glasklar versprochen, das Loch zu stopfen – und jetzt muss er abliefern“, so Petersen.

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