Mobilität

Mehr Elektroautos, mehr ausgediente Akkus

Mehr Elektroautos, mehr ausgediente Akkus

Mehr Elektroautos, mehr ausgediente Akkus

Kopenhagen
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Elektroautos sollen dabei helfen, den CO2-Ausstoß zu senken, die Akkus der Fahrzeuge enthalten teure Metalle wie etwa Kobalt, dessen Abbau wiederum problematisch ist. Foto: Thomas Vilhelm/Ritzau Scanpix

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Der Umstieg auf Elektromobilität schafft neue Probleme – da sind die ausgedienten Akkus und die gestiegene Nachfrage nach Metallen, die zur Herstellung der Stromspeicher benötigt werden. Das Wissenschaftsmagazin „videnskab“ schaut auf den Stand der Dinge.

Um den CO₂-Ausstoß zu begrenzen, ist es notwendig, sehr viel mehr Elektroautos auf die Straße zu bringen. Dies allerdings schafft wieder Probleme, auf die das Wissenschaftsmagazin videnskab.dk in zwei Artikeln eingeht. In dem einen geht es um das Element Kobalt, das in den Akkus verwendet ist, mit denen die Autos betrieben werden. In dem anderen beschäftigt videnskab.dk sich mit der Frage, wie ausgediente Akkus wiederverwertet werden können.

Denn je mehr Elektroautos auf die Straße kommen, umso mehr sammeln sich ausgediente wiederaufladbare Batterien an. In diesen stecken Metalle, wie Lithium, Kobalt und Nickel, deren Gewinnung teuer ist, viel Energie benötigt und die mit Blick auf das giftige Kobalt in der Republik Kongo unter menschenunwürdigen Bedingungen abgebaut werden. Ein vermehrtes Recycling würde die stark gestiegene Nachfrage nach den Metallen abschwächen.

Hersteller suchen nach Lösungen

Laut videnskab.dk sind sich die großen Hersteller der Akkus, die in Elektroautos verbaut werden, klar darüber, dass die Batterien wiederverwertet werden müssen, auch um die teuren Metalle weiter zu nutzen.

Es müsse eine bestimmte Menge an ausgedienten Elektroauto-Batterien geben, bevor es Sinn ergebe, diese wiederzuverwerten, und ein Markt entstehe, so Dorthe Bomholdt Ravnsbæk vom Institut für Chemie an der Universität Aarhus. Von diesem Punkt sei man nicht mehr weit weg, eventuell habe man ihn bereits erreicht.

Ausgediente Akkus aus Kraftwagen lassen sich videnskab.dk zufolge als Stromspeicher verwenden, da immer noch 60 bis 70 Prozent der ursprünglichen Kapazität vorhanden sind.

Schwieriges Recycling

Das Zerstören der Stromspeicher am Ende ihres Lebens ist aber weiterhin schwierig. Nach dem Zermahlen der Batterien bleibt eine schwarze Masse übrig. Schwierig ist dann, die Metalle ja nach Element voneinander zu trennen. Derzeit entstehen zwei große Recyclingfabriken, eine in den USA im Bundesstaat Georgia, eine in Nordschweden.

Was das Kobalt angeht, versuchen Forschende es in den Akkus der Elektroautos zu ersetzen. Kobalt sei giftig und teuer, daher werde versucht es zu ersetzen, so Dorthe Bomholdt Ravnsbæk.

Ersatz für Kobalt

Poul Norby von DTU Energi schätzt, dass das Element in den kommenden fünf bis zehn Jahren in den Akkus ersetzt wird. Dort macht es bislang die Batterien effektiver und verschleißfester. Ein Ansatz könnte die Natrium-Ionen-Batterie sein oder ein Stromspeicher, der auf Lithium-Nickel-Manganoxid setzt, meint videnskab.dk. Doch welche Technologie letztlich das Rennen mache und Kobalt ersetze, sei noch nicht klar.

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Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
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