Wort zum Sonntag

„Das Wort zum Sonntag zum 15. März 2020“

Das Wort zum Sonntag zum 15. März 2020

Das Wort zum Sonntag zum 15. März 2020

Anke Krauskopf
Anke Krauskopf
Nordschleswig
Zuletzt aktualisiert um:

Das Wort zum Sonntag zum 15. März 2020 von Pastorin Anke Krauskopf, Apenrade

In meinem Arbeitszimmer hängt ein gerahmtes Gedicht als erbauliches Sinn-Bild. Ich habe es vor Jahren mal geschenkt bekommen mit den Worten: „Ich finde, das passt zu dir.“


Anfangs war ich irritiert. Erbaulich frommer Kitsch, dachte ich, und dieses Bild fristete ein stiefmütterliches Leben. Es stand mit anderen Bildern zusammen auf dem Fußboden hinter dem Sofa. Beim jährlichen Frühjahrsputz fiel es mir wieder in die Hände, und diesmal dachte ich: „Das passt irgendwie zu mir.“

Es mag ja fromm sein und erbaulich und ja, vielleicht auch ein bisschen naiv und kitschig, aber es hat so einen lebensbejahenden und optimistischen Grundton, der sich auf meine Stimmung auswirkt, immer wenn ich es lese.

Die Zeiten, in denen wir uns im Moment bewegen, fordern uns ja nicht direkt zu positivem Denken heraus, und einige mögen geradezu die vier apokalyptischen Reiter (Offb. Joh. 6), verkleidet als Corona, Flüchtlingsdrama, Klimawandel, Rechtspopulismus o. Ä. herannahen sehen. Auch wenn ich die Situation natürlich sehr ernst nehme, will ich mich trotzdem nicht in diese Abwärtsspirale hineinziehen lassen.

Immerhin: Auch nach einer undefinierbaren Jahreszeit folgt tatsächlich der Frühling. An der Lösung akuter Probleme wird doch immer noch gemeinsam gearbeitet – soweit ich das in den Medien verfolgen kann.

Und ich erinnere nochmal an das Motto der diesjährigen Fastenaktion: „Zuversicht! 7 Wochen ohne Pessimismus.“ Lasst uns als Menschen nun das tun, was in unserer Macht und Verantwortung steht – und den Rest getrost Gott überlassen.
Hier kommt übrigens das kleine Gedicht:

Mit beiden Füßen mitten im Leben stehen,
hellen Auges Welt und Menschen ansehen,
das Schöne lieben, das Schwere nicht scheun,
an Glück und Gaben tief innen sich freun,
nehmen mit Liebe, mit Liebe geben, demütig danken,
starkherzig streben,
schaffen voll Wonne, sabbatstill ruhn,
die Pflicht als ein Freigeborener tun,
der Erde gehören mit Werktagsdenken,
die Seele allzeit ins Ewige senken.
Das nenn ich Leben!


(Marie Feesche)

Mehr lesen

Leserbrief

Gisela Margarete Seffel
„Wie geschaffen für den Berg“

Leitartikel

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
„Realistische Eisenbahnpolitik nötig“