Wort zum Sonntag

„Das Wort zum Sonntag, 7. Februar 2021“

Das Wort zum Sonntag, 7. Februar 2021

Das Wort zum Sonntag, 7. Februar 2021

Pastorin Sabine Hofmeister
Sabine Hofmeister
Nordschleswig
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Das Wort zum Sonntag, 7. Februar 2021 von Pastorin Sabine Hofmeister, Reformierte Kirche Fredericia

„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herren Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in all unserer Trübsal, damit wir auch trösten können, die in allerlei Trübsal sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.“ (2.Kor. 1,3-4)

? – In Zeiten der Pandemie, ein Argument für: „Unsere Kirche ist geöffnet“ ?

Trost – das klingt ein bisschen nach Kindheit. Da war es so einfach: Ein Kratzer am Knie, ein böses Wort von der Freundin, ein Misserfolg in der Schule – und dann auf einen Schoss kriechen, streichelnde Hände spüren, gute Worte hören – und alles war wieder gut.

Als Erwachsener Trost zu bekommen ist dagegen schwerer. Denn von Erwachsenen wird erwartet, dass sie selber damit klarkommen, wenn die Welt aus den Fugen gerät. Wer Trost sucht, gilt schnell als jemand, der zu schwach ist, um sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Und es gibt wenig, was unsere Gesellschaft weniger verzeiht als Schwäche. Darum verbergen Erwachsene ihre Sehnsucht nach Trost lieber.

Paulus geht anders an die Sache heran: Ihm ist klar, dass er Trost braucht. Und er hat offenbar keine Probleme damit, das offen zuzugeben. Dabei ist der Apostel keineswegs in einer Situation, in der er Schwäche zeigen könnte: Seine Position als geistlicher Leiter der Gemeinde in Korinth wird von einer judenchristlichen Gruppe angezweifelt. Und dann sitzt Paulus wohl auch noch im Gefängnis.

Trotzdem klingt der Beginn seines Briefes an die Korinther keineswegs verzweifelt. Denn er ist bereit sich trösten zu lassen. Und zwar ist Gott der, von dem er Trost erwartet – und bekommt. Darum gelingt es dem Apostel selbst in seiner ungeklärten Lage, über sich selbst und seine Trübsal hinauszublicken und auch anderen von diesem Trost zu erzählen, ja, sie damit ebenfalls zu trösten.

! – In Zeiten der Pandemie, ein gutes Argument für: „Unsere Kirche ist geöffnet“!

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