Wort zum Sonntag

„Das Wort zum Sonntag, 3. Juli 2022“

Das Wort zum Sonntag, 3. Juli 2022

Das Wort zum Sonntag, 3. Juli 2022

Carsten Pfeiffer
Carsten Pfeiffer
Nordschleswig
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Das Wort zum Sonntag, 3. Juli 2022, von Pastor Carsten Pfeiffer, Buhrkall

Zeitunglesen

Liebe Leser,

„Zeitunglesen ist das Morgengebet des modernen Menschen.“ Das hat zumindest der Philosoph Hegel behauptet – und damit schon vor mehr als hundert Jahren Protest geerntet. Protest wohl auch deshalb, weil viele Christen das Zwiegespräch mit Gott nicht ersetzt wissen wollten durch tagesaktuelle Meldungen, Sensationsmeldungen und Unterhaltung.

Aber ich denke mir, so falsch ist das gar nicht, was der Philosoph damals über Gebet und Zeitung gesagt hat. Nur dürfen wir es nicht als grundsätzliche Kritik am Gebet deuten und das Gebet aufgeben. Es kann vielmehr ein Hinweis darauf sein, wie die Zeitung gelesen wird. Für den Christen, der sein Gebet als verantwortliches Bedenken der Welt betrachtet und dafür das Gespräch mit Gott sucht, für den bekommt auch das Lesen der Zeitung eine andere Bedeutung. Gewiss, das ist dann etwas anderes als das feierliche Sonntagsgebet. In diesem Sinne heißt beten einfach: das ganze Leben, all seine Fragen und Probleme mit Gott in Verbindung bringen. Da ist das gesprochene Wort gar nicht mehr so entscheidend. Wichtiger wird die Besinnung darauf, dass Gottes Schöpfung in unser ganzes Leben hineinwirkt. Und dass nicht nur der sonntägliche Vorsatz, sondern auch das alltägliche Handeln vor ihm verantwortet werden muss.

Die Lektüre der Morgenzeitung mag uns das immer wieder in Erinnerung rufen.

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