Wort zum Sonntag

„Das Wort zum Sonntag, 27. Juni 2021“

Das Wort zum Sonntag, 27. Juni 2021

Das Wort zum Sonntag, 27. Juni 2021

Carsten Pfeiffer
Carsten Pfeiffer
Nordschleswig
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Das Wort zum Sonntag, 27. Juni 2021 von Pastor Carsten Pfeiffer, Pfarrbezirk Buhrkall

Vierter Sonntag nach Trinitatis

„Herr, du bist Richter! Du nur kannst befreien; wenn du uns freisprichst, dann ist Freiheit da.“ So wird in diesen Tagen oft bei den Konfirmationen gesungen: Es ist die letzte Strophe des vielgescholtenen, aber noch mehr geliebten Liedes „Herr, deine Liebe“. Mir gefällt an dieser Strophe, dass hier unsere Freiheit begründet wird mit dem Hinweis darauf, dass Gott der Richter ist. Der Glaube an Gottes Gericht macht nicht Angst, sondern gibt uns die Freiheit, „aus der man etwas machen kann."

Der Glaube an das letzte Gericht macht frei, weil Gott es ist, der richtet, und nicht wir Menschen. Darum werden Menschen im Neuen Testament immer wieder davor gewarnt, über andere zu richten. „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet“, sagt Jesus in der Bergpredigt; und Paulus nimmt das auf mit dem Hinweis, dass wir alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden.

Paulus betont das vor dem Hintergrund von Auseinandersetzungen in der christlichen Gemeinde in Rom... So wie es auch in unseren Gemeinden Auseinandersetzungen darüber gibt, wie man als Christ zu leben hat. Wie ist der Alltag zu gestalten, wie der Sonntag? Wie hat ein Christ sich im Privatleben zu verhalten, welche politische Meinung zu vertreten. Manchmal geht der Streit so weit, dass einer dem anderen das Christsein abspricht. Da ist für Paulus die Grenze überschritten: Nicht wir haben zu urteilen; Gott allein ist derRichter.

Gottes Richten bedeutet dabei nichts anderes, als dass er Recht schaffen wird. Endlich werden die zu ihrem Recht kommen, die immer zu kurz gekommen sind – all die Mühseligen und Beladenen, die Jesus zu sich gerufen hat. Darum ist der Glaube an Gottes Gericht nichts anderes als Ausdruck der lebendigen Hoffnung, dass Gottes Gerechtigkeit zum Zuge kommt. Und das gibt uns die Freiheit, für Gerechtigkeit einzutreten und uns gegenseitig nicht zu richten. Es gibt uns die Freiheit, „die auch noch offen ist für Träume."

Einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche wünscht Ihnen, Carsten Pfeiffer

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