Wort zum Sonntag

„Das Wort zum Sonntag, 24. Januar 2021“

Das Wort zum Sonntag, 24. Januar 2021

Das Wort zum Sonntag, 24. Januar 2021

Anke Krauskopf
Anke Krauskopf
Nordschleswig
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Das Wort zum Sonntag, 24. Januar 2021 von Pastorin Anke Krauskopf, Apenrade

Corona ist Mist!

Dennoch ist mir bei meinem abendlichen Hundespaziergang durch die Apenrader Innenstadt etwas Positives aufgefallen: Viele Geschäfte haben zurzeit ja leider geschlossen. Deshalb findet sich in manchen Schaufenstern noch ein bisschen Weihnachtsdekoration: Blanke Kugeln und vor allem Sterne. Herrnhuter Sterne in alle Größen, Sterne, die an Schneeflocken erinnern (oder umgekehrt). Es sind auch noch nicht alle Lichterketten aus Fenstern und Vorgärten verschwunden.

Auch mein Herrnhuter Stern hängt noch, und auch der der Nachbarn gegenüber. Mir gefällt das. In dunklen Zeiten sehnt man sich nach Licht, und es dauert noch, bis wir wirklich sehen, dass die Tage länger und die Nächte kürzer werden. Mein Stern, der darf noch länger leuchten. Weihnachten ist noch nicht vorbei. Vielleicht verblasst der helle Schein aus der Krippe in unserem Alltag, aber der Stern, der leuchtet noch. Es ist ein Stern, der in der Dämmerung des anbrechenden Tages noch strahlt und funkelt. Der Morgenstern – astronomisch wohl der Planet Venus – der ist da, auch wenn unser nordschleswigscher Winterhimmel grau und bedeckt daherkommt. „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ heißt ein Kirchenlied in dieser Kirchenjahreszeit mit Namen „Epiphanias“ (= Erscheinung ). Jesus Christus wird darin als der Morgenstern besungen. Ein wohltuendes Bild an einem Wintermorgen im Corona-Dunkel. Der Morgenstern leitet behutsam und freundlich in den neuen Tag hinein. Er vertreibt die Schatten der Nacht und sorgt für Licht und Klarheit. Er gibt meinem Tag Aufwärts- und Vorwärtsbewegung. Wie eine Aufforderung von höchster Stelle: Was immer gestern gewesen ist, heute ist ein neuer Tag! Lass alle Schatten hinter dir! Steh auf und fang an!

Mein Herrnhuter Stern darf übrigens noch bis zum 2. Februar hängen. Dann erst endet die Weihnachts- und Epiphaniaszeit. An Lichtmess. Dazu lädt die Kirchengemeinde ein: Entzündet Lichter drinnen und draußen, am 2. Februar von 19.30-20.30 Uhr. Um 20 Uhr läuten die Glocken aller Kirchen in der Stadt. Geht hinaus und grüßt Bekannte und Unbekannte (auf Abstand natürlich). Werdet einander Licht im Dunkel und lasst euch erinnern an Jesus Christus unseren Morgenstern.

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