Wort zum Sonntag

„Das Wort zum Sonntag, 14. März 2021“

Das Wort zum Sonntag, 14. März 2021

Das Wort zum Sonntag, 14. März 2021

Carsten Pfeiffer
Carsten Pfeiffer
Nordschleswig
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Das Wort zum Sonntag, 14. März 2021 von Pastor Carsten Pfeiffer, Pfarrbezirk Buhrkall

Dritter Sonntag vor Ostern, Sonntag Lätare

Wer mit offenen Augen durch das Land geht, dem fällt vielleicht das Lied ein „Im Märzen der Bauer er egget und sät“. Auch ein anderes Lied aus dem Evangelischen Gesangbuch fällt mir ein.

Das Lied "Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt" ist ein wahrhaft internationales Lied. Zuerst als französisches Weihnachtslied im Mittelalter komponiert, erzählt es von einem Baum, der mitten im Winter zu blühen beginnt. Ein Vöglein im Baum schickt mit seinem Gesang die Hirten nach Bethlehem. Der Komponist und Organist Marcel Dupré' schuf 1922 auf einer Tournee durch Amerika zahlreiche Orgelimprovisationen über dieses alte Weihnachtslied.

1928 überarbeitete ein englischer Pfarrer den Text und dichtete ein Osterlied daraus. Der Theologe Jürgen Henkys schuf 1976 einen deutschen Text, dessen Grundlage das englische Lied war. Aber er straffte den Text und konzentrierte die Glaubensaussagen. Zusammen mit der fremden, spröden Melodie, der man ihre mittelalterliche dorische Kirchentonart anmerkt, ist aus den Elementen verschiedener Regionen ein originelles Ganzes geworden.

In ungewohnter Form wird über Passion und Auferstehung Jesu nachgedacht. Die erste Strophe erinnert an die Geschichte vom Weizenkorn. Das Korn muss in der Erde versinken, sich auflösen, damit neues Leben hervorgebracht wird. Der Keim durchbricht den dunklen Ackerboden und strebt ans Licht. Vom menschlichen Standpunkt war die Liebe Gottes zu Jesus gescheitert. Er wurde gekreuzigt, starb und wurde begraben. Aber Gottes Handeln ist schöpferisch. Er holt Leben aus dem Tod, gegen allen Anschein. Die Liebe wächst, wie Weizen, aus dem Dunkel ans Licht.

Die zweite Strophe wird noch deutlicher. Nach menschlichem Ermessen ist Gott selber mit seiner Liebe gescheitert. Diese Liebe trägt den Namen Jesus. Abgelehnt in allem, was er tat und verkündete, ist er gescheitert. Er wurde begraben und noch im Grab mit dem Stein versiegelt. Flucht unmöglich. Der Tod scheint das letzte Wort zu behalten. Aber Gottes Liebe lässt sich nicht einmauern. Aus dem Tod ersteht neues Leben, am dritten Tag.

Das bestätigt die letzte Strophe. Wie im Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld mag manches Wort Gottes unter Gestrüpp und Dornen fallen. Aber alles, was auf fruchtbaren Boden gefallen ist, wird mit dem dritten Tag kraftvoll aufwachsen. Und nichts wird es stoppen. Das Neue beginnt im Verborgenen und die Liebe lädt uns ein, dem grünen Halm etwas zuzutrauen.

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